Handball und Basketball

Der Supermontag für Hamburg Towers und HSV-Handballer

Max Montana von den Hamburg Towers.

Max Montana von den Hamburg Towers.

Foto: Witters

Richtungweisende Zweitligaspiele: Der HSVH wirft gegen den Abstieg, die Towers kämpfen um den Aufstieg.

Hamburg. Supermontag für zwei ambitionierte Hamburger Zweitligaclubs: Die Hamburg Towers wollen im vierten Spiel der Viertelfinalserie der 2. Basketballbundesliga bei den Rostock Seawolves (19.30 Uhr, airtango.live) den Einzug ins Halbfinale gegen die Niners Chemnitz schaffen. Nach ihrem 84:74-Erfolg am Freitagabend in der heimischen edel-optics.de-Arena fehlt ihnen der letzte von drei nötigen Siegen, um dann von Sonnabend an gegen die beste Mannschaft der Punktrunde um den Bundesliga-Aufstieg zu werfen.

Der HSV Hamburg verfolgt derzeit bescheidenere Ziele. Die Handballer wollen nach dem Aufstieg im vergangenen Jahr erst einmal den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga schaffen. Gegen den Wilhelmshavener HV können sie heute Abend (20 Uhr, Sporthalle Hamburg; sportdeutschland.tv) ihren Vorsprung auf die fünf Abstiegsränge 16 bis 20 auf fünf Punkte vergrößern. Fast 3000 Eintrittskarten sind bisher verkauft. „Ein Sieg wäre zwar keine Vorentscheidung im Abstiegskampf, aber wir würden uns weiteres Selbstvertrauen für die letzten neun Saisonspiele holen“, sagt Trainer Torsten Jansen. Sportchef Martin Schwalb stuft die Begegnung deshalb als „wichtig, wichtig, wichtig“ ein.

Zuletzt bewies das Team ansteigende Form, verwarf aber gegen Aue (26:26) und bei den Rimpar Wölfen (23:23) zweimal eine klare Führung. „Das hatte unterschiedliche Ursachen“, sagt Schwalb. „Gegen Aue sind wir im Angriff mit einer taktischen Umstellung des Gegners nicht zurechtgekommen, in Rimpar haben uns die Wölfe im Schlussabschnitt physisch dominiert.“ Erkennbar sei dennoch gewesen, „dass die Mannschaft an Sicherheit und Stabilität gewonnen hat, dass sie weiß, was zu tun ist. Dadurch herrscht inzwischen mehr Ruhe und Übersicht auf dem Feld, die anfängliche Hektik ist verschwunden.“ Die Spieler müssten jedoch eins noch lernen: „Niemals auf die Uhr gucken!“

Gegen Wilhelmshaven stehen Trainer Jansen bis auf den rekonvaleszenten Ersatztorhüter Justin Rundt (Knie) alle übrigen 18 Spieler des Kaders fit zur Verfügung, ein Novum in dieser Saison. 16 dürfen auf den Spielberichtsbogen. Selbst Stand-by-Rechtsaußen Stefan Schröder (37) wird sich mit aufwärmen, obwohl Thies Bergemann (Außenbandriss im Sprunggelenk) wieder laufen kann. Im Rückraum setzt Jansen weiter auf die Wurfkraft Finn Wullenwebers (21). Kapitän Lukas Ossenkopp (26) droht erneut zunächst die Bank.

Extreme bei den Hamburg Towers

Towers-Trainer Mike Taylor kann in Rostock ebenfalls fast auf seinen gesamten Kader zurückgreifen. Nur Spielmacher René Kindzeka (23) muss nach einem minimal-invasiven Eingriff wegen einer bakteriellen Entzündung am Oberarm diese Woche passen. Der Coach hat dafür andere Sorgen. Auch in Spiel drei der Viertelfinal-Play-offs fielen die Hamburger in Extreme. Starke Phasen wie im ersten (31:15) und vierten Viertel (26:16) wechselten sich mit fahrigen und teils chaotischen im zweiten (15:26) und dritten Spielabschnitt (12:17) ab. „Wenn der Gegner einen guten Lauf hat, was ja mal vorkommt, muss man eben eine Antwort darauf finden“, knurrt Taylor. „Das sind die Play-offs. Rostock ist immer wieder eine große Herausforderung, auf die wir uns einzustellen haben.“

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Towers zu viele Spieler haben, die noch nicht in den Play-off-Modus geschaltet haben. So lieferte Topscorer Andrew Barham am Freitag eine ungewohnt schwache Leistung ab. Nur drei seiner 13 Wurfversuche fanden die Flugbahn in den Korb. Zwischenzeitlich versuchte der US-Amerikaner mit zum Teil wilden Würfen aus seinem Formtief zu kommen, was letztlich kontraproduktiv war und eher das Momentum für die Towers killte. „Wenn die ersten Optionen im Offensivspiel mal, aus welchen Gründen auch immer, nicht funktionieren, dann müssen eben andere einspringen“, sagt Malik Müller, in Spiel drei mit 21 Punkten Topscorer der Towers: „Wenn Drew seine Würfe getroffen hätte wie sonst, hätten wir noch viel deutlicher als mit zehn Punkten gewonnen.“

Spätestens im Halbfinale gegen Chemnitz, das wissen Profis und Vorstand, müssen alle Topspieler ihren besten Basketball spielen, will man das Ziel Bundesliga nicht aus den Augen verlieren. Neben Barham fehlt es auch Beau Beech, der Freitag fünf seiner 13 Würfe traf, an Konstanz, ebenso Spielmacher Carlton Guyton, der nach seiner in der Saisonendphase erlittenen Knöchelverletzung wie ein Fremdkörper wirkt. „Die Towers, die über 40 Minuten konstant spielen, haben wir bisher noch nicht gesehen. Wir wollen aber noch gar nicht an die nächste Runde denken“, mahnt Müller, „nur der Montag zählt.“