Handball

HSV-Legende überraschend im vorläufigen WM-Kader

Johannes Bitter (l.) und Michael Kraus spielen seit 2016 beim TVB 1898 Stuttgart.

Johannes Bitter (l.) und Michael Kraus spielen seit 2016 beim TVB 1898 Stuttgart.

Foto: Imago/Sportfoto Rudel

Torhüter Jogi Bitter darf auf ein Ticket für das Heimturnier hoffen. Enttäuschung dagegen für einen weiteren verdienten Ex-Hamburger.

Rostock. Bundestrainer Christian Prokop hat überraschend 2007-Weltmeister Johannes Bitter in den vorläufigen Kader für die Handball-WM (10. bis 27. Januar) berufen. Der 36 Jahre alte Torhüter zählt zum 28 Spieler umfassenden Aufgebot, das Prokop am Montag, genau einen Monat vor dem Turnierstart, in Rostock benannte. Der Kader muss bis zum WM-Eröffnungsspiel am 10. Januar in Berlin aus diesem Kreis heraus auf 16 Akteure reduziert werden.

"Jogi ist ein Spieler, der über ganz starke Akzeptanz und Erfahrung verfügt", begründete Prokop die überraschende Nominierung Bitters. Der langjährige Keeper des HSV Hamburg (2007 bis 2016), mit dem er 2103 die Champions League holte, könne im Falle einer Verletzung "absichern" und der Mannschaft den "Rücken stärken. Er ist zu 100 Prozent motiviert."

Härtefall "Mimi" Kraus verpasst die WM

Für einen anderen verdienten früheren HSV-Profi endete die erste Nominierungsphase dagegen mit einer Enttäuschung. Denn der zuletzt formstarke, momentan aber verletzte Rückraumspieler Michael "Mimi" Kraus (Mittelhandbruch) wurde nicht berücksichtigt. "Er hat uns die Entscheidung schwer gemacht", sagte Prokop. Die Verletzung des 35-Jährigen sei ein "Mitgrund. Sie birgt ein Risiko." Kraus spielte von 2010 bis 2013 gemeinsam mit Bitter in Hamburg. Inzwischen sind die beiden Routiniers in Stuttgart wiedervereint.

Auf den 21-jährigen Marian Michalczik von GWD Minden verzichtet Prokop dagegen überraschend. "Ich habe einen kleinen Telefon-Marathon hinter mir und das waren nicht nur freudige Nachrichten“, sagte Prokop zur Nominierung.

Ansonsten verzichtete der Bundestrainer auf Überraschungen. Die zuletzt verletzten Berliner Paul Drux und Fabian Wiede wurden ebenso nominiert wie der zuletzt nicht berücksichtigte Europameister Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf). Insgesamt gehören zwölf Spieler zum Aufgebot, die 2016 sensationell den EM-Titel geholt hatten.

Sieben Spieler noch ohne Turniererfahrung

Angeführt wird der deutsche Kader von Kapitän Uwe Gensheimer. In Linkshänder Franz Semper (SC DHfK Leipzig), Torhüter Dario Quenstedt (SC Magdeburg), Spielmacher Tim Suton (TBV Lemgo), den Rückraumspielern Sebastian Heymann (Frisch Auf Göppingen) und Christoph Steinert (HC Erlangen) sowie Kreisläufer Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt) und Linksaußen Marcel Schiller (Frisch Auf Göppingen) stehen sieben Spieler im 28er-Aufgebot, die noch kein großes Turnier mit der deutschen A-Nationalmannschaft absolviert haben.

Die letzten Testspiele vor der WM bestreitet die Auswahl des deutschen Handballbundes (DHB) am Mittwoch in Rostock gegen Polen (12. Dezember in Rostock) sowie gegen Tschechien (4. Januar in Hannover) und Argentinien (6. Januar in Kiel). Danach wird sich Prokop auf seinen endgültigen WM-Kader festlegen. Die beiden WM-Halbfinals werden am 25. Januar in der Hamburger Barclaycard Arena ausgetragen. Botschafter für diese Spiele sind Ex-HSV-Profi Pascal Hens, der frühere Nationaltorhüter Henning Fritz sowie Hockey-Weltmeister Moritz Fürste.