Champions League

Bayern vertreiben Kovac-Krise mit 5:1 – vorerst

Champions League: Robert Lewandowski trifft und hilft mit, den Job von Trainer Niko Kovac bei Bayern München zu sichern.

Champions League: Robert Lewandowski trifft und hilft mit, den Job von Trainer Niko Kovac bei Bayern München zu sichern.

Foto: Sven Hoppe / dpa

Für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert, Hoffenheim ist raus. Niko Kovac macht sich aber keine Illusionen.

München/Hamburg. Es war das "Endspiel" für Trainer Niko Kovac beim FC Bayern München. Das hatten die Worte von Uli Hoeneß nahegelegt. Und in der Champions League haben die Münchener sich von ihrer torreichen Seite gezeigt: Das 5:1 über Benfica Lissabon war nicht nur der Schlüssel zum Achtelfinale der Königsklasse. Es zeigte auch, dass die Oldies Arjen Robben und Franck Ribery wieder treffen können und dass der eigentlich schon als formschwach abgestempelte Robert Lewandowski ebenfalls noch heiß ist.

Niko Kovac sagte: "Wir haben sehr schöne Tore herausgespielt und das geschafft, was wir uns vorgenommen haben." Er sagte, er hoffe, dass man den Schwung der Champions League in die Bundesliga mitnehmen könne. Kovac sagte, auch Uli Hoeneß werde sicherlich ein Auge zudrücken, weil die Mannschaft in der zweiten Halbzeit etwas zurückhaltender gespielt habe. Mit ihm gesprochen habe er direkt nach dem Spiel noch nicht.

Niko Kovac: "Laufen der Musik hinterher"

Kovac wollte den Sieg nicht als Statement für ihn oder sein Verbleiben gewertet sehen, sondern "als Statement für die Mannschaft selbst". In der Bundesliga, so der Bayern-Trainer, sei es angesichts der Tabellensituation (Bayern ist Fünfter) schwer. "Da müssen wir der Musik hinterherlaufen." Eine ungewohnte Situation für den Serienmeister Bayern. Und deshalb ist der Arbeitsplatz für Kovac auch bei Weitem noch nicht für die Saison gerettet.

Aber: Die Münchener stehen zum elften Mal in Folge im Achtelfinale der Champions League. Bayern kann vor dem letzten Spiel bei Ajax Amsterdam nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze in Gruppe E verdrängt werden.

Arjen Robben (13., 30.), Robert Lewandowski (36., 51.) und Franck Ribery (76.) erzielten die Tore. Der eingewechselte Gedson Fernandes (46.) traf für die Gäste. Bereits ein Unentschieden am 12. Dezember bei Ajax, das ebenfalls für das Achtelfinale qualifiziert ist, reicht dem FC Bayern zum Gruppensieg.

Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic sagte, es habe keinen Kontakt zu Arsène Wenger (früher Arsenal London) gegeben. Auch mit anderen Trainerkandidaten haben man nach dem 3:3 gegen Fortuna Düsseldorf am Wochenende nicht gesprochen.

TSG Hoffenheim ist draußen

Ausgeschieden ist dagegen die TSG Hoffenheim. Die Kraichgauer haben einfach keine Königsklasse. Auch im fünften Anlauf hat die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann den Premierensieg in der Champions League verpasst. Durch das 2:3 (2:2) gegen Schachtjor Donezk ist die TSG in der Gruppenphase gescheitert, auch die Chancen auf den "Trostpreis" Europa League stehen äußerst schlecht. Andrej Kramaric (17.) und Steven Zuber (40.) trafen für Hoffenheim. Ismaily (14.) und Taison (15./90.+2) waren für Donezk erfolgreich. TSG-Stürmer Adam Szalai sah die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels (60.). In zwei Wochen müssen die Hoffenheimer bei Manchester City antreten - und hoffen, zumindest noch Schachtjor im Fernduell vom dritten Platz der Gruppe F zu verdrängen.

"Die Gelb-Rote Karte ist in meinen Augen ein absoluter Skandal. Das war beides keine Gelbe Karte", sagte TSG-Trainer Nagelsmann, der sonst ein ordentliches Spiel seiner Mannschaft sah, bei DAZN: "Wir haben es herausragend gemacht in Unterzahl, aber der Ball muss halt rein."