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Wolf würde bei HSV-Aufstieg bescheidene Prämie kassieren

15-jähriger HSVer erzielt historischen Treffer. Arp bedauert Kommentar zu Titz-Rauswurf. Letzter Pokalerfolg führte zum Trauma.

Wolf erhielte bescheidene Aufstiegsprämie

Hannes Wolf müsste sich im Fall des Aufstiegs des HSV mit einer vergleichsweise bescheidenen Prämie zufriedengeben. Laut einem Bericht der Zeitschrift "Sport-Bild" würde neue Trainer über sein Grundgehalt (650.000 Euro jährlich) hinaus nur 120.000 Euro kassieren – deutlich weniger als etwa die Führungsspieler Aaron Hunt und Lewis Holtby.

Wolf (37) hatte vergangene Woche die Nachfolge des freigestellten Christian Titz angetreten. Er ist der vierte Trainer, der aktuell auf der Gehaltsliste des HSV steht.

Zumberi köpft Kosovo zum Sieg

Innenverteidiger Valon Zumberi aus der B-Jugend des HSV hat für die U-17-Nationalmannschaft des Kosovo Geschichte geschrieben. Der erst 15 Jahre alte Kapitän traf im EM-Qualifikationsspiel in der Schweiz per Kopf zum ersten Sieg überhaupt. Der Treffer war nicht nur historisch, sondern auch sehenswert.

Arp bedauert seine Instagram-Aktion

Fiete Arp hat sich nach der Freistellung von Christian Titz mit dem ehemaligen Trainer getroffen, "um unser gemeinsames Kapitel beim HSV zu beenden. Ich habe ihm unheimlich viel zu verdanken. Er hat mich wie kein anderer Trainer geprägt, vor allem als Individual- und Jugendtrainer. Dementsprechend habe ich einen besonderen Draht zu ihm", sagte der Stürmer der Zeitschrift "Sport-Bild".

Arp (18) hatte nach Titz' Rauswurf vor einer Woche den Zorn der HSV-Führung auf sich gezogen, als er ein Bild von sich und Titz mit wütendenden Emojis versehen und bei Instagram veröffentlicht hatte.

Im Nachhinein tut ihm das leid: "Das ist anders gelaufen, als ich mir das vorgestellt habe. Das muss ich auf meine Kappe nehmen. Ich wollte mich bei Christian Titz bedanken, habe mich dann aber falsch ausgedrückt." Bereits vor dem Stadtderby gegen den FC St. Pauli hatte Arp mit einem Instagram-Statement ("Fuck FCSP") für Kopfschütteln gesorgt. Jetzt gelobt er Besserung: "Daraus lernt man als junger Spieler auch. Und ich werde mit Sicherheit einen Weg finden, um so etwas in Zukunft zu vermeiden."

Umso reflektierter äußert sich Abiturient Arp über das Fußballgeschäft und sein Dasein als Jungprofi. "Ich verdiene zu viel Geld für mein Alter, wenn man bedenkt, dass ich an den meisten Tagen einmal zum Training fahre." Den jungen Spielern sollte nach seiner Überzeugung wieder mehr Verantwortung übertragen werden, ihnen werde "zu viel geschenkt".

Arp hat im Sommer seinen Vertrag beim HSV bis 2020 verlängert, obwohl ihm die Bayern ein Angebot über fünf Millionen Euro jährlich gemacht haben – mehr als das Zehnfache dessen, was er beim HSV verdient. Arp: "Ich habe hier nicht acht Jahre alles gegeben, um dann beim Abstieg zu gehen. Das hätte ich mir nie verziehen." Er könne aber nicht ausschließen, dass er "irgendwann mal bei einem anderen Club" spiele als dem HSV, für den er schon als Kind geschwärmt hatte.

Matthäus hält Wolf für "gute Wahl"

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus traut dem neuen HSV-Trainer Hannes Wolf zu, den Absteiger zurück in die Bundesliga zu führen. „Wolf ist für mich eine gute Wahl. Er hat bereits mit dem VfB Stuttgart gezeigt, dass er ‚Aufstieg kann‘ und sowohl mit jungen als auch mit erfahrenen Spielern umzugehen weiß“, schrieb Matthäus in seiner wöchentlichen Kolumne bei "Skysport.de".

Auch Markus Anfang, Trainer des 1. FC Köln, ist für Matthäus ein Garant für den Aufstieg. „Markus Anfang macht mir den Eindruck, als ob er der richtige Mann an der Seitenlinie der Kölner ist. Er kennt den Verein, ist '"ne kölsche Jung" und hat bereits mit Holstein Kiel bewiesen, dass er in der 2. Liga sehr erfolgreich sein kann.“ Kein direkter Wiederaufstieg der beiden Traditionsvereine wäre für Matthäus „ein sportlicher Super-Gau“.

Besters Wiedersehen mit Guder

Für HSV-Talent-Manager Marinus Bester kommt es an diesem Dienstag im DFB-Pokal-Spiel beim SV Wehen Wiesbaden (20.45 Uhr/Sky, Liveticker bei Abendblatt.de) zum Wiedersehen mit René Guder. Den heute 24-Jährigen hatte Bester einst in seiner Zeit als Nachwuchstrainer der SG Scharmbeck-Pattensen unter seinen Fittichen. 2011 dann holte Bester Guder in die U19 des HSV, wo der Stürmer auch in der Regionalliga für die zweite Mannschaft zum Einsatz kam.

Im vergangenen Sommer wechselte Guder von Regionalligameister Weiche Flensburg in die 3. Liga zu Wehen Wiesbaden. Der "Bild"-Zeitung sagte er im Hinblick auf das Pokalspiel: "Wir wollen es dem HSV so schwer wie möglich machen. Bei uns wird eine Superstimmung herrschen."

SVWW analysiert Wolf

Pokalgegner SV Wehen Wiesbaden hat auf den Trainerwechsel beim HSV reagiert. Zum Spiel beim 1. FC Magdeburg am vergangenen Freitag entsandte der Drittligist einen Beobachter, um zu analysieren, was Hannes Wolf taktisch anders macht als sein Vorgänger Christian Titz. "Dass Hannes Wolf nicht alles umkrempeln würde, war uns bewusst", sagte SVWW-Trainer Rüdiger Rehm dem "Wiesbadener Kurier": "Es waren nur Nuancen, aber die haben wir aufgenommen."

Mit dem Erreichen der zweiten Runde will sich Rehm nicht zufriedengeben: "Wir sagen nicht: Dieses Spiel ist das Highlight für uns. Wir wollen noch ein anderes Highlight sehen in diesem Jahr." Wehen Wiesbaden hatte in der ersten Runde den FC St. Pauli mit 3:2 nach Verlängerung ausgeschaltet.

HSV hat mehr Auswärtsfans als Wiesbaden sonst Heimfans

In der Tabelle der 3. Liga steht der SV Wehen Wiesbaden gut da: 20 Punkte aus 13 Spielen, Platz sechs und nur zwei Punkte Rückstand auf Relegationsrang drei. Im Zuschauerranking allerdings ist der SVWW Klassenletzter. Durchschnittlich kommen nur 2169 Fans in die Brita-Arena, die in Ligaspielen 12.566 Personen Platz bietet.

Umso größer ist die Vorfreude auf das Pokalduell mit dem HSV an diesem Dienstag. Alle verfügbaren 11.137 Tickets sind verkauft. Ein gutes Viertel davon, 2824 genau, ging an die Gäste aus Hamburg. Die bringen somit deutlich mehr Fans mit, als die Wiesbadener im Ligaalltag insgesamt in ihrem Stadion begrüßen können.

Der letzte Pokalsieg brachte kein Glück

Noch weit mehr Zuschauer kamen zum bisher einzigen Pflichtspielduell der beiden Mannschaften vor fast zehn Jahren: 35.378. Am 4. März 2009 zog der damalige Bundesligist HSV in der damaligen HSH-Nordbank-Arena gegen den damaligen Zweitligisten Wehen Wiesbaden durch einen 2:1-Sieg ins Halbfinale des DFB-Pokals ein. Marko Kopilas brachte den HSV durch ein Eigentor in Führung (17. Minute), Mladen Petric erhöhte auf 2:0 (37.). Der heutige Mainzer Trainer Sandro Schwarz konnte nur noch verkürzen (85.).

Der Sieg brachte dem HSV allerdings kein Glück: Im Halbfinale gab es eine schmerzhafte Heimniederlage nach Elfmeterschießen gegen Werder Bremen, dessen Schlussmann Tim Wiese drei Versuche der Hamburger parieren konnte. Es war das erste von vier Duellen mit dem Nordrivalen binnen 19 Tagen. Werder hatte dabei auch im Uefa-Pokal-Halbfinale – auch dank einer Papierkugel – und im Bundesligaspiel das bessere Ende für sich – ein Trauma, das der HSV gefühlt bis heute nicht vollständig verarbeitet hat.

Terodde lobt HSV-Trainer Wolf

Kölns Toptorjäger Simon Terodde hält große Stücke auf den neuen HSV-Trainer Hannes Wolf, unter dessen Führung er mit dem VfB Stuttgart 2017 den Bundesliga-Aufstieg geschafft hat. "Er setzt viel auf junge Spieler und ist ein guter Ausbilder, wir hatten eine sehr erfolgreiche Zeit", sagte Terodde (30) der Zeitschrift "Sport-Bild".

Der Kontakt sei auch nach Wolfs Entlassung im Januar dieses Jahres nicht abgerissen. Nach seiner Ernennung zum HSV-Trainer vor einer Woche habe er ihm gratuliert. Terodde führt die Torjägertabelle der 2. Bundesliga mit 13 Treffern aus zehn Spielen an. Am kommenden Montag (20.30 Uhr, Volksparkstadion/Sky) gastiert er mit Tabellenführer FC beim punktgleichen Verfolger HSV.

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