Fußballticker

Private Gründe: Deutschland gegen Peru ohne Jungstar Sané

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Deutsche U21 schlägt Mexiko

Die U21-Nationalmannschaft hat wenige Tage vor dem Start der entscheidenden Phase in der EM-Qualifikation einen überzeugenden Sieg gefeiert. Im Testspiel gegen Mexiko setzte sich der Europameister in Fürth mit 3:0 (1:0) durch. Janni Serra (22. Minute), Aaron Seydel (49.) und Cedric Teuchert (55.) erzielten vor 4438 Zuschauern die Treffer für die Auswahl von U21-Coach Stefan Kuntz, die trotz zahlreicher Wechsel und Neulinge im Team eine ansprechende Leistung bot und sich den Sieg verdiente. Am Dienstag (19 Uhr) müssen die U21-Fußballer in Dublin zum wichtigen EM-Qualifikationsspiel gegen Irland antreten, im Oktober stehen dann die beiden finalen Quali-Spiele für das Turnier im kommenden Jahr an.

Deutschland ohne Sané gegen Peru

Die deutsche Nationalmannschaft muss im Länderspiel gegen Peru in Sinsheim am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) auf Jungstar Leroy Sané verzichten. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Freitag bekannt gab, habe der Offensivspieler des englischen Meisters Manchester City das Teamhotel in München in Rücksprache mit Bundestrainer Joachim Löw aus privaten Gründen verlassen. Nach "Bild"-Informationen erwartet seine Freundin in den nächsten Tagen das gemeinsame Kind.

Der 22-Jährige war zum Auftakt der Nations League am Donnerstag gegen Weltmeister Frankreich (0:0) in der 83. Minute eingewechselt worden. Für die WM in Russland hatte Löw Sané aus seinem 23er-Kader gestrichen.

70.000 feiern Weidenfeller bei Abschied

Auf seiner letzten Ehrenrunde war Roman Weidenfeller sichtlich gerührt. Der Torhüter von Borussia Dortmund wurde nach seinem Abschiedsspiel am Freitagabend von rund 70.000 Fans überschwänglich gefeiert. „So etwas gibt es nur in Dortmund“, sagte der scheidende Torhüter. Er gehe „mit einer Träne im Auge“, sagte der 38-Jährige nach seinem letzten Spiel, „weil es so lange mein Wohnzimmer war“.

Beim 4:1 (2:1) der „BVB-Allstars“ gegen „Roman and Friends“ spielte Weidenfeller für beide Mannschaften. Unter anderem waren Liverpools Trainer Jürgen Klopp, die Fußball-Weltmeister Lukas Podolski und Per Mertesacker sowie die Bundesligaprofis Christoph Kramer und Marcel Schmelzer angereist. „Das ist die erfahrenste Mannschaft, mit der ich je zusammengearbeitet habe. Ich habe noch nie im Mittelfeld soviel Übergewicht gehabt“, sagte Klopp im Scherz.

Weidenfeller parierte zwei Strafstöße und erzielte bei einem Ausflug in die gegnerische Hälfte sogar das Tor zum 3:1. Mit einem Elfmeter zum 4:1 setzte er zudem den umjubelten Schlusspunkt. Dann begann die große Feier.

Stuttgart gewinnt Blitzturnier

Der VfB hat durch zwei Siege gegen Zweitligist Greuther Fürth und Drittligist Sonnenhof Großaspach das Blitzturnier "3-Ligen-Cup" gewonnen. Das Team von Trainer Tayfun Korkut schlug zunächst die Fürther nach 45 Minuten Spielzeit mit 3:1. Mario Gomez traf doppelt (4./27.), Christian Gentner sorgte kurz vor Schluss für die Entscheidung. Benedikt Kirsch erzielte den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer für die Fürther (31.). Im zweiten Spiel setzten sich die Schwaben gegen Gastgeber Großaspach mit 2:0 durch. Erik Thommy (39.) und Nicolas Gonzalez (41.) erzielten die späten Tore.

Max-Meyer-Club fordert von Zweitligaspielerinnen Beitrag

Bei den Zweitliga-Fußballerinnen des englischen Clubs Crystal Palace hat eine Beitragsforderung großen Unmut ausgelöst. Einige Spielerinnen sollen entweder 250 Pfund (rund 280 Euro) an Sponsorengeldern beschaffen oder die Summe selber zahlen, ansonsten droht ihnen der Vereinsausschluss. Der feste Stamm des Frauenteams muss den Beitrag laut Vereinsangaben zwar nicht bezahlen, wurde jedoch zur Sponsorensuche ermutigt, um das Profil des Clubs zu verbessern und Verbindungen mit der Wirtschaft zu knüpfen.

"Manche Spielerinnen, besonders die jüngeren, machen sich wirklich Sorgen, das Geld nicht zusammenzubekommen", sagte eine Sprecherin des Frauenteams der Zeitung "The Guardian". Von der Vereinsführung hätten die Frauen einen vorgefertigten Brief bekommen, den sie an mögliche Sponsoren weiterleiten sollen. "Das ist alles sehr herablassend", sagte die Sprecherin und ergänzte: "Wir wissen natürlich, dass die Männermannschaft noch mal etwas ganz anderes ist, aber einige von uns haben diese Strukturen und die Botschaft, die dadurch vermittelt wird, einfach satt."

Bei den Männern wird hingegen investiert. Der Ex-Schalker Max Meyer soll wöchentlich rund 190.000 Euro verdienen, der ivorische Nationalspieler Wilfried Zaha bekommt nach Angaben des "Guardian" 143.000 Euro in der Woche. Zaha unterstützt die Spielerinnen. "Wir freuen uns mitteilen zu können, dass sich Wilf Zaha an den Club gewandt hat, um einen substanziellen finanziellen Beitrag zu leisten, um die Entwicklung unserer Amateurspieler zu unterstützen", teilte der Verein mit. Wie viel Geld Zaha spendet, ist nicht bekannt.

DFB-Team klarer Quotensieger

Die Nullnummer der deutschen Nationalmannschaft zum Auftakt der Nations League gegen Weltmeister Frankreich hat dem ZDF eine gute Quote beschert. 11,05 Millionen Zuschauer sahen beim Neustart der DFB-Auswahl nach dem WM-Desaster zu, das entsprach einem Marktanteil von 39,2 Prozent.

Zum Vergleich: Das letzte Länderspiel vor der WM in Russland gegen Saudi-Arabien (2:1) im Juni, das die ARD übertragen hatte, wollten zu einem etwas früheren Anstoßzeitpunkt 8,22 Millionen Fans sehen (32,3 Prozent Marktanteil). Beim Turnier war der Zuspruch traditionell höher: Ob gegen Mexiko (0:1), Schweden (2:1) oder beim Aus gegen Südkorea (0:2) – stets schalteten mehr als 25 Millionen Menschen ein. Der Marktanteil lag immer über 75 Prozent.

Korb foult Amateur krankenhausreif

Bundesliga-Profi foult Amateur – diese Geschichte sorgt aktuell im hannoverschen Fußball für Gesprächsstoff. Verteidiger Julian Korb von Hannover 96 hat sich dafür entschuldigt, dass er den Oberliga-Spieler Torben Deppe vom Lokalrivalen HSC während eines Testspiels am Mittwochabend so rüde gefoult hatte, dass dieser mit Verdacht auf Knöchelbruch in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Die Teilentwarnung kam am Tag danach: Der 31 Jahre alte Oberliga-Spieler erlitt bei der Aktion einen Außenbandriss und muss „nur“ zwei Monate pausieren.

„Es tut mir wahnsinnig leid, dass er so eine Verletzung davongetragen hat. Ich wünsche ihm eine gute und schnelle Genesung“, sagte Korb der „Bild“-Zeitung (Freitag). Der 96-Profi hatte zuvor persönlich bei seinem Gegenspieler angerufen. 96 gewann das Spiel mit 4:0.

Tumulte bei Kartenverkauf auf Schalke

Das Champions-League-Heimspiel des FC Schalke 04 gegen Galatasaray Istanbul ist bereits ausverkauft. Schon binnen weniger Minuten nach dem Start des freien Verkaufs am Freitagmorgen um 9 Uhr waren auch die letzten Tickets für das Gruppenspiel am 6. November in der Veltins-Arena gegen den türkischen Meister vergriffen, teilte der Revierclub mit. Für die weiteren Heimspiele gegen den FC Porto (18. September) und Lokomotive Moskau (11. Dezember) seien noch Karten verfügbar.

Laut einem Bericht der Zeitung „Reviersport“ kam es am Freitag zu Tumulten auf dem Schalker Vereinsgelände. Rund 1700 Fans von Galatasaray sollen versucht haben, an Karten zu kommen, obwohl der freie Verkauf nicht für Gästefans vorgesehen ist. Es soll zu Drängeleien und Pöbeleien gekommen sein. Sogar die Polizei sei mit 13 Einsatzwagen angerückt, um die Lage zu beruhigen. „Wir waren mit einem ungewöhnlich großen Aufgebot vor Ort“, sagte ein Polizeisprecher. Die Karten für die Auswärtsfans werden ausschließlich über den Verein Galatasaray vertrieben, dem nur 2700 Tickets des gesamten Kontingents zustehen. Bei internationalen Spielen bietet die Arena Platz für 54.442 Zuschauer.

Kohfeldt zum zweiten Mal Vater

Bundesliga-Trainer Florian Kohfeldt von Werder Bremen ist zum zweiten Mal Vater geworden. Das gab sein Verein am Freitag via Twitter bekannt. Die Frau des 35-Jährigen brachte am Vorabend einen Sohn zur Welt.

Familie Kohfeldt hat bereits eine Tochter. „Herzlichen Glückwunsch, Flo!“, twitterte Werder zur Geburt.

Modric: „Ronaldo hat mir gratuliert“

Für Europas Fußballer des Jahres Luka Modric fiel das Wiedersehen mit Ex-Teamkollege Cristiano Ronaldo erneut aus, trotzdem sei das Verhältnis der beiden Superstars nicht belastet. „Einzelpreise sind wichtig, aber wichtiger sind kollektive Erfolge. Ronaldo hat mir nach der Wahl eine Nachricht geschickt, um mir zu gratulieren. Er hoffe, dass wir uns bald wiedersehen. Es ist nicht wichtig, was die Leute sagen, wir haben weiter ein gutes Verhältnis“, sagte Modric nach dem 1:1 von Vize-Weltmeister Kroatien im Fußball-Länderspiel gegen Portugal in Faro.

Der zu Juventus Turin gewechselte Ronaldo hatte auf das Spiel verzichtet, um sich eine Verschnaufpause zu gönnen. Schon bei der Uefa-Ehrung am Rande der Champions-League-Auslosung kam es nicht zum Treffen der bisherigen Teamkollegen von Titelverteidiger Real Madrid.

Ronaldo hatte kurzfristig auf eine Teilnahme verzichtet, womöglich weil die Auszeichnung an Modric ging. So hatte der Berater des Portugiesen Unverständnis über die Wahl ausgedrückt. „Cristiano Ronaldo hat 15 Tore geschossen, Real einmal mehr zum Champions-League-Titel geführt. Das ist einfach lächerlich“, hatte Jorge Mendes gesagt.

Neymar neuer Kapitän der Seleção

Superstar Neymar wird die brasilianische Nationalmannschaft künftig als Kapitän anführen. Dies teilte Nationaltrainer Tite wenige Stunden vor dem Länderspiel am Freitag gegen die USA in New Jersey überraschend mit. Damit hat das ständige Wechseln der Spielführerbinde beim fünfmaligen Weltmeister vorerst ein Ende.

In der Ära von Coach Tite führten gleich 16 Spieler das Team an, Neymar nur einmal im März 2017. Der 57-Jährige will beim wegen seiner Schauspieleinlagen während der WM weltweit verspotteten Topstürmer „Besinnung und Einsicht“ festgestellt haben und erklärte: „Er hat alle Voraussetzungen, um diesen Schritt nach vorne zu machen.“

Vor gut acht Jahren hatte Neymar an gleicher Stätte (MetLife Stadium) und gegen den gleichen Gegner (2:0) sein Debüt im kanariengelben Trikot gleich mit einem Tor gegeben. „Hier hat alles angefangen. Für mich ist es eine große Freude, eine große Ehre, Kapitän zu sein“, sagte der 26 Jahre alte Angreifer von Paris Saint-Germain.

Frauen empfangen Österreich

Ihr erstes Länderspiel nach der erfolgreichen WM-Qualifikation bestreiten die deutschen Frauen in Essen gegen Österreich. Wie der Deutsche Fußball-Bund am Freitag mitteilte, trifft die Mannschaft von Trainer Horst Hrubesch am 6. Oktober (14 Uhr/ZDF) auf den EM-Halbfinalisten von 2017. Für die weiteren geplanten Testspiele in diesem Jahr am 10. November in Osnabrück und am 13. November in Erfurt stehen die Gegner noch nicht fest.

Da die künftige Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg mit der Schweizer Frauennationalmannschaft noch in den Play-offs um das letzte europäische WM-Ticket kämpft, bleibt Hrubesch vorerst Chefcoach der DFB-Frauen. Das Spiel in der Ruhrmetropole ist für den 67-Jährigen etwas Besonderes, weil er dort einst bei Rot-Weiss Essen seinen Profikarriere als Spieler startete: „Ich freue mich sehr, dass wir hier mit den Frauen zu Gast sind und unsere Vorbereitung auf die WM 2019 dort beginnt“, sagte Hrubesch.

Neuer Trainerjob für Maradona

Argentiniens Legende Diego Maradona wird neuer Trainer des mexikanischen Zweitligisten Dorados de Culiacán. Das gab der Club am Donnerstag (Ortszeit) auf Twitter bekannt. „Willkommen Diego beim großen Fisch!“, verkündete der Verein in den sozialen Netzwerken. Nähere Details zu der Verpflichtung des 57-Jährigen gab der Club aus dem westlichen Bundesstaat Sinaloa nicht bekannt. Wann Maradona als neuer Trainer beginnt, war zunächst nicht klar.

Kurz nach Ende der Weltmeisterschaft in Russland war Maradona als neuer Chef des Clubs Dinamo Brest in Weißrussland vorgestellt worden. Mit Bildern, die ihn in einem Panzerwagen bei der Fahrt zum Verein zeigten, sorgte der Weltmeister von 1986 Mitte Juli für Aufsehen.

Die Anstellung bei den Dorados ist Maradonas erster Trainerposten in dem lateinamerikanischen Land. Große Erfolge als Coach hat Maradona bislang nicht vorzuweisen. Argentiniens Nationalmannschaft scheiterte unter seiner Regie bei der WM 2010 im Viertelfinale an Deutschland.

Real vermeldet Umsatzsteigerung

Champions-League-Sieger Real Madrid hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 einen Umsatz von 750,9 Millionen Euro erwirtschaftet und damit das Ergebnis aus dem Vorjahr um 11,3 Prozent gesteigert. Das teilte der spanische Spitzenclub am Donnerstag mit. Im Umsatz nicht enthalten sind demnach Transfererlöse.

Der Gewinn vor Steuern stieg um 63,7 Prozent auf 43 Millionen Euro, nach Steuern lag der Profit bei 31,2 Millionen Euro – ein Anstieg um knapp zehn Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.