Fußball-Ticker

27 Millionen Euro für Delaney? BVB ärgern "Fantasie-Preise"

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Ägyptens Nationaltrainer rechnet mit Salah

Ägyptens Nationaltrainer Hector Cuper rechnet bei der WM mit seinem derzeit verletzten Topstar Mohamed Salah. „Ob er dabei sein wird? Wir sind zuversichtlich. Die Ärzte sagen, er wird es schaffen“, sagte der Argentinier nach dem 0:0 im Testspiel gegen Kolumbien in Bergamo.

Salah, der in dieser Saison 44 Tore für den FC Liverpool erzielte, laboriert derzeit an einer Bänderverletzung in der linken Schulter, die er im Champions-League-Finale gegen Real Madrid erlitten hatte. Ägypten trifft bei der WM auf Uruguay, Gastgeber Russland und Saudi-Arabien.

Will Werder 27 Millionen für Delaney?

Borussia Dortmund bemüht sich offenbar weiter um die Bundesliga-Profis Thomas Delaney von Werder Bremen und Abdou Diallo vom FSV Mainz 05. Einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge stocken allerdings die Verhandlungen, weil sich die Clubs noch nicht über die Ablösesummen einig geworden seien. „Es werden mittlerweile ständig Fantasie-Preise und aufgeblähte Preis-Vorstellungen aufgerufen, die vor allem mit uns in Verbindung gebracht werden“, wird BVB-Sportdirektor Michael Zorc zitiert.

Nach „Bild“-Informationen soll Bremen für Mittelfeldspieler Delaney 27 Millionen Euro fordern, der BVB sei aber nur bereit, maximal 20 Millionen Euro zu zahlen. Auch die angeblich von Mainz für Innenverteidiger Diallo geforderten 28 Millionen Euro Ablöse wolle Dortmund nicht ausgeben.

DFB-Gegner Südkorea hat den Kader fix

Der Augsburger Bundesliga-Profi Ja-Cheol Koo reist mit Südkorea zur WM. Der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler gehört bei Deutschlands Gruppengegner erwartungsgemäß zum endgültigen 23er-Kader, der einen Tag nach der 1:3-Niederlage im WM-Test gegen Bosnien-Herzegowina am Sonnabend bekannt gegeben wurde.

Der Star im Team von Nationaltrainer Tae-Yong Shin, Nachfolger von Ulli Stielike, ist der frühere Leverkusener und Hamburger Heung-Min Son (Tottenham Hotspur). Als Kapitän führt Sung-Yueng Ki (Swansea City) die Auswahl an.

Südkorea spielt in der Vorrundengruppe F gegen Weltmeister Deutschland, Schweden und Mexiko. Das Duell mit der DFB-Auswahl ist das letzte Gruppenspiel am 27. Juni (16.00 Uhr MESZ) in Kasan. Vor Turnierbeginn testen die "Reds" noch gegen Bolivien (Donnerstag) und WM-Teilnehmer Senegal (11. Juni).

Ex-Trainer lobt RB-Neuzugang Mukiele

Nach Ansicht von Trainer Michel Der Zakarian hat RB Leipzig mit seinem ersten Neuzugang Nordi Mukiele einen Rohdiamanten verpflichtet. „Er ist schon sehr intelligent und versteht schnell, was du willst. Deshalb glaube ich, dass er ein großer Spieler werden kann“, sagte Der Zakarian über den erst 20 Jahre alten Franzosen. Der Rechtsverteidiger habe zwar noch kleinere Konzentrationsprobleme und müsse verstehen, dass er noch viel lernen muss. „Aber er ist schnell und besitzt eine gute Technik“, sagte der 55-Jährige der Bild.

Der Abwehrspieler wechselte von HSC Montpellier aus der französischen Ligue 1 zum sächsischen Erstligisten. Mukiele unterschrieb bei RB einen Fünfjahresvertrag bis 2023. Die Ablösesumme soll Medienberichten zufolge bei 16 Millionen Euro liegen. Er bestritt in der vergangenen Saison 38 Pflichtspiele für Montpellier, wo er unter Coach Der Zakarian zum Stammspieler und sogar in die Elf der Saison in Frankreich gewählt wurde.

Tunesiens WM-Kader steht

Tunesien reist mit sieben Frankreich-Legionären zur WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli). Unter anderem soll der auf Korsika geborene Offensivspieler Wahbi Khazri dabei helfen, dass die Nordafrikaner bei ihrer fünften WM-Teilnahme erstmals die K.o.-Runde erreichen.

Nationalcoach Nabil Maaloul, der von 1989 bis 1991 in der zweiten Bundesliga für Hannover 96 gespielt hatte, gab einen Tag nach dem 2:2 im Test gegen die Türkei sein 23-köpfiges WM-Aufgebot bekannt. Der vom AFC Sunderland an Stade Rennes ausgeliehene Khazri wurde trotz langwieriger Oberschenkelprobleme für die Endrunde berufen.

Der ehemalige Bundesliga-Profi Änis Ben-Hatira, der unter anderem beim Hamburger SV und bei Hertha BSC unter Vertrag stand, hatte es nicht in den vorläufigen 29er-Kader geschafft. Bei der WM treffen die "Adler von Karthago" in der Gruppe G auf England, Belgien und WM-Neuling Panama.

Iran-Coach klagt: "Keiner will gegen uns spielen"

Irans Nationaltrainer Carlos Queiroz hat die schwierigen Bedingungen seiner Mannschaft vor der WM-Endrunde in Russland beklagt. „Die Kritiker reden viel, obwohl auch sie genau wissen, dass keiner gegen uns spielen will. Der Iran hat nun mal (politische) Probleme“, sagte der Portugiese am Sonnabend im Trainingslager in Istanbul laut der Nachrichtenagentur Mehr mit Blick auf die politischen Querelen. Die USA hatte jüngst das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt.

Hintergrund ist die Absage der griechischen Nationalmannschaft für das am Samstag geplante Testspiel. Als Alternative bot sich ein Test gegen Kosovo an, aber auch die Kosovaren sagten ab. Irans Fußballverband (FFI) legte bei der Fifa Beschwerde ein und brach bis auf Weiteres die Beziehungen zum griechischen Verband ab.

Die Situation sei zwar nicht optimal, habe aber die Mannschaft weiter zusammengeschweißt, ergänzte Queiroz. Iran konnte im Trainingslager bisher nur zwei Testspiele gegen Turkmenistan (1:0) und eine türkische B-Elf (1:2) bestreiten.

Vor dem WM-Auftakt gegen Marokko am 15. Juni in St. Petersburg können die Iraner allerdings am kommenden Freitag in Moskau noch gegen Litauen testen. Weitere Gegner in der Gruppe B sind Ex-Weltmeister Spanien und Europameister Portugal. Iran nimmt zum fünften Mal an einer WM-Endrunde teil.

Bierhoff: Özil "nicht auf ewig verdammen"

Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff hat erneut um Verständnis für die Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan wegen ihrer umstrittenen Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan geworben. "Mesut und Ilkay sind junge Menschen. Man muss sie nicht auf ewig verdammen", sagte Bierhoff der Süddeutschen Zeitung: "Es passiert auch hoch qualifizierten und erfahrenen Politikern, dass sie ins Fettnäpfchen treten, dass sie Fehler machen oder falsche Symbole aussenden – und danach geht's weiter. Für Fußballer sollten keine anderen Maßstäbe gelten."

Özil und Gündogan hatten Erdogan Mitte Mai in London getroffen und bei einem Fototermin signierte Trikots ihrer Vereine FC Arsenal bzw. Manchester City überreicht, was zu heftiger öffentlicher Kritik geführt hatte. Beide Spieler stehen im vorläufigen Kader von Bundestrainer Joachim Löw für die WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) und befinden sich derzeit im Trainingslager in Eppan/Südtirol.

"Mir war schnell klar, dass sie kein bewusstes politisches Signal senden wollten", führte Bierhoff weiter aus: "Natürlich wollten wir auch verstehen, wie es dazu gekommen ist. Wir wollten sicher sein, dass keine politische Absicht dahintersteckte und dass wir uns ihres Bekenntnisses zu Deutschland und zu unserer Mannschaft sicher sein konnten. Das war auch so."

Dennoch sagte Bierhoff, dass sich die Spieler und ihre Berater der "Wirkung dieses Bildes unbedingt hätten bewusst sein müssen. Und dass sie auch mit den entsprechenden Reaktionen hätten rechnen müssen".