Fußball-Ticker

Leipzigs Keita muss 250.000 Euro Strafe zahlen

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

7,5 Millionen Euro für Nations-League-Sieg

Die neugeschaffene Nations League verspricht für Europas Nationalmannschaften auch finanziell lukrativ zu werden. So winken dem Sieger der ab September erstmals ausgetragenen Länderspielserie Prämien von insgesamt 7,5 Millionen Euro. Das geht aus dem Verteilungsschlüssel hervor, den die Uefa am Freitag auf ihrer Homepage veröffentlichte. Insgesamt schüttet der Verband 76,25 Millionen Euro an die 55 Teilnehmer aus.

Die Teams der Liga A, zu der die laut Weltranglistenposition stärksten Teams gehören, erhalten ein Antrittsgeld von 1,5 Millionen Euro. Die jeweiligen Sieger der vier Staffeln, also der Dreiergruppen innerhalb einer Liga, bekommen erneut die gleiche Summe. Der Gewinner des Final-Four-Turniers unter den Staffelsiegern wird schließlich mit einer Prämie in Höhe von 4,5 Millionen Euro belohnt.

Die Nations League wird ab September bis Juni 2019 die bisher üblichen Test-Länderspiele ersetzen. Alle 55 Mitgliedsverbände der Uefa spielen in einem Ligensystem von A bis D und Play-offs unter anderem um vier von 24 Startplätzen für die EM 2020. Weltmeister Deutschland trifft dabei in Staffel 1 der Liga A auf den EM-Finalisten Frankreich und den Erzrivalen Niederlande.

Geplant sind Doppelspieltage im September, Oktober und November. Das Finalturnier der vier Gruppensieger der Liga A wird im Juni 2019 gespielt, erst für März 2020 sind die EM-Play-offs angesetzt. Interesse an der Ausrichtung der Endrunde hatten zuletzt Italien, Polen und Portugal angemeldet, die in Gruppe A3 aufeinandertreffen.

25 betrunkene Engländer festgenommen

25 englische Fans sind wegen Ausschreitungen vor dem Spiel ihrer Nationalmannschaft gegen die Niederlande in Amsterdam festgenommen worden. Wie die niederländische Polizei mitteilte, waren die zum großen Teil betrunkenen Personen wegen mehrerer Straftaten aufgefallen und hatten unter anderem Bierflaschen auf Polizisten geworfen.

Die Nationalmannschaften der Niederlande und Englands treffen am Freitag (20.45 Uhr) in einem Testspiel aufeinander. Ungefähr 1500 englische Anhänger sind nach Angaben der Polizei nach Amsterdam gereist.

Leipzigs Keita muss 250.000 Euro Strafe zahlen

Naby Keita (RB Leipzig) muss im Führerschein-Skandal tief in die Tasche greifen. Das Leipziger Amtsgericht verurteilte den 23-Jährigen wegen Urkundenfälschung zur Zahlung von 250.000 Euro. Das bestätigte ein Sprecher des Gerichts der Leipziger Volkszeitung.

Keita, der ab Sommer für den FC Liverpool in der Premier League spielen wird, hatte den Behörden in Leipzig zweimal falsche Führerscheine aus seiner Heimat Guinea vorgelegt, die er in Fahrerlaubnisse für Deutschland umwandeln lassen wollte. Spezialisten des sächsischen Landeskriminalamtes identifizierten die Papiere als Fälschungen.

Ursprünglich sollte Keita 415.000 Euro bezahlen. Sein Anwalt legte jedoch Einspruch ein und konnte den Tagessatz auf 5000 Euro reduzieren.

Italienisches Sondertrikot für Daniele Astori

Italien läuft am Freitag zu Ehren des am 4. März verstorbenen Nationalspielers Davide Astori mit einem besonderen Trikot auf. Unter dem Wappen mit den vier Sternen steht in goldenen Buchstaben der Schriftzug "Davide sempre con noi" ("Davide immer bei uns") auf der Brust. Zudem treten die Spieler in dem Test gegen Argentinien mit Trauerflor an.

Vor Beginn des Spiels in Manchester gibt es darüber hinaus eine Schweigeminute. Das Trikot mit der Nummer 13, der Rückennummer Astoris, wurde nicht vergeben.

Astori, Kapitän des Erstligisten AC Florenz, war tot in seinem Hotelzimmer in Udine aufgefunden worden. Erkenntnissen der Obduktion zufolge starb er an einem Herzstillstand.

Ibrahimovic verkündet Wechsel per Annonce

Superstar Zlatan Ibrahimovic hat auf ungewöhnliche Weise seinen Wechsel zu Los Angeles Galaxy in die nordamerikanische Major League Soccer bestätigt. In einer ganzseitigen Anzeige in der Tageszeitung Los Angeles Times wandte sich der 36-jährige Schwede am Freitagmorgen (Ortszeit) direkt an seine neue Heimat.

"Liebes Los Angeles, gern geschehen", stand dort über Ibrahimovics Unterschrift und dem Galaxy-Wappen. Die sonst übliche offizielle Bestätigung des Vereins blieb zunächst noch aus. Über die Vertragsmodalitäten waren in der Anzeige keine Angabe gemacht worden.

Erst am Donnerstag hatte Englands Rekordmeister Manchester United den Vertrag mit Ibrahimovic aufgelöst. Nach einer starken ersten Saison bei United war Ibrahimovic in der aktuellen Spielzeit nur siebenmal für die Engländer aufgelaufen.

Seit Dezember kam der Stürmer bei Manchester wegen einer Knieverletzung nicht mehr zum Einsatz. Nach einem im April 2017 erlittenen Kreuzbandriss hatte er im vergangenen Sommer einen neuen Einjahresvertrag in Manchester unterschrieben.

Suarez erzielt 50. Tor für Uruguay

Stürmerstar Luis Suarez hat Uruguay mit seinem 50. Länderspieltor in das Finale des China Cups geführt. Der Torjäger des FC Barcelona erzielte beim 2:0 (2:0) des WM-Teilnehmers gegen Tschechien in Nanning per Foulelfmeter (10.) die Führung. Edinson Cavani von Paris St. Germain (37.) erhöhte noch vor der Pause.

Suarez (31) benötigte für seine 50 Tore nur 96 Länderspiele. Schon 2013 hatte er Diego Forlan (36 Treffer) als Rekordtorschützen der Celeste abgelöst.

Bei Tschechien stand das Bundesliga-Quartett Vladimir Darida (Hertha BSC), Pavel Kaderabek (1899 Hoffenheim), Jiri Pavlenka und Theodor Gebre Selassie (beide Werder Bremen) in der Startelf. Für Tschechiens Fußballer des Jahres Darida war es das 50. Länderspiel.

Im Finale des China Cup trifft Uruguay am Montag auf Wales, das sich im ersten Halbfinale mit 6:0 (4:0) gegen Gastgeber China durchgesetzt hatte. Bei der WM 2018 trifft Uruguay in Gruppe A auf Gastgeber Russland, Ägypten und Saudi-Arabien.

Bolt trifft im BVB-Training

Leichtathletik-Superstar Usain Bolt hat am Freitagvormittag sein viel beachtetes öffentliches Training bei Borussia Dortmund absolviert. Vor 1400 Zuschauern im Dortmunder Trainingszentrum stand der Jamaikaner eine gute Stunde mit Profis wie Mario Götze und Nuri Sahin sowie einigen Jugendspielern auf dem Platz. Bolt machte dabei eine ordentliche Figur und glänzte im Trainingsspiel sogar als Torschütze.

BVB-Trainer Peter Stöger attestierte seinem prominenten Trainingsgast einige gute Ansätze, sieht aber auch noch viel Arbeit. "Man sieht, dass er das Spiel versteht und Spaß hat, sagte Stöger: "Er ist talentiert. Aber wenn er sich im höheren Bereich durchsetzen will, ist noch einiges zu tun."

Ausführlicher Bericht zum BVB-Training mit Bolt

Bereits am Donnerstag hatte der achtmalige Olympiasieger Bolt mit dem BVB trainiert, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der 31-jährige Bolt wird wie der BVB von Puma ausgerüstet. Als reinen PR-Gag will Bolt seinen Auftritt in Dortmund aber nicht verstehen. Dem Vernehmen nach träumt der Jamaikaner von einer zweiten Karriere als Profifußballer.

DFB-Damen so schlecht wie seit 2009 nicht

Die deutschen Frauen sind nach ihrem enttäuschenden Abschneiden beim SheBelieves Cup in der Weltrangliste auf den dritten Platz abgerutscht. Olympiasieger Deutschland wurde mit nunmehr 2033 Punkten von England (2042 Punkte) vom zweiten Rang verdrängt. Die Spitzenposition hält das Team der USA (2115), das den SheBelieves Cup Anfang März im eigenen Land auch gewann.

Das Freundschaftsturnier, das im Meisterschaftsmodus ausgetragen wurde, beendete die DFB-Auswahl ohne einen Sieg auf dem letzten Platz. Anschließend wurde die bisherige Cheftrainerin Steffi Jones von ihren Aufgaben entbunden und interimsweise von Horst Hrubesch ersetzt.

Nach Fifa-Angaben rutschten die deutschen Fußballerinnen erstmals seit Juni 2009 auf Rang drei zurück. Auf den weiteren Plätzen folgen Kanada (2029), Frankreich (2029) und Australien (2018).

Hrubesch kündigte bereits an, keine Berührungsängste zu haben. "Wenn das passt, gibt es von mir alles, was notwendig ist: in den Arm nehmen und auch mal einen Tritt in den Hintern", sagte der ehemalige Trainer der U21 der Männer der "Sport Bild“.

Goretzka spricht über Wechsel-Motivation

Leon Goretzka hat seinen Wechsel von Schalke zu Bayern München noch einmal mit den größeren Entwicklungschancen beim Rekordmeister begründet. "Ich hatte das Gefühl, dass ich raus muss aus meiner Komfortzone, um mich weiter zu entwickeln", sagte der Confed-Cup-Sieger im Interview mit dem Abendblatt.

"Auch die Champions League spielte eine große Rolle", erklärte der 23-Jährige weiter: "Beim FC Bayern startet man mit einer anderen Erwartungshaltung in die Champions League. Mit Schalke lag der Fokus eigentlich immer darauf, die Gruppenphase zu überstehen. Ich möchte diesen Schritt zu Bayern gehen und denke, das ist das einzig Richtige, um dahin zu kommen, wo ich hin möchte."

Goretzka hatte im Januar bekannt gegeben, dass er seinen auslaufenden Vertrag bei den Königsblauen nicht verlängern, sondern ablösefrei zum FC Bayern wechseln wird. Mit Blick auf seine Nationalmannschaftskollegen im Mittelfeld, Toni Kroos, Ilkay Gündogan und Sami Khedira, meinte er: "Sie sind den Schritt, den ich jetzt gehe, schon vor ein paar Jahren gegangen. Daran lässt sich ablesen, wohin es führen kann. Das sind alles Spieler mit Weltklasse-Niveau, die bei Klubs mit hohen Ambitionen eine große Rolle spielen. Das will ich auch."

Schalke wolle er "mit einem positiven Erlebnis" verlassen, kündigte er an. "Es wäre schwierig zu verkraften, 2013 zu Schalke als Champions-League-Teilnehmer gewechselt zu sein und ihn als Europa-League-Teilnehmer zu verlassen", sagte Goretzka: "Das Pokalfinale wäre auch eine feine Sache, darauf warten die Fans schon lange."

Brisante Datei zum Sommermärchen?

Bei der Aufarbeitung der Affäre um die WM 2006 sind die Ermittler der Staatsanwaltschaft Frankfurt offenbar auf ein fast schon skurril anmutendes Dokument gestoßen. Laut dem "Spiegel" wurde auf dem Laptop des früheren DFB-Generalsekretärs Horst R. Schmidt eine Datei mit dem Titel "Agenda der schwarzen WM-Kasse" gefunden – und zwar im Ordner "Gelöschte Elemente".

Diese legt angeblich nahe, dass die 6,7 Millionen Euro, um die sich die Affäre dreht, zum Kauf von Stimmen bei der WM-Vergabe im Jahr 2000 genutzt worden sein sollen.

Inhaltlich gehe es in der Datei um den Millionenkredit, den der ehemalige adidas-Chef Robert Louis- Dreyfus im Jahr 2002 Franz Beckenbauer, damals Präsident des WM-Organisationskomitees, gewährt hatte. Über ein kompliziertes Konto-Konstrukt war die Summe zum damaligen, inzwischen lebenslang gesperrten Fifa-Funktionär Mohamed Bin Hammam gelangt. Wofür, das ist bis heute die zentrale Frage der WM-Affäre. Bin Hammam sagte zuletzt im ZDF, das Geld sei nicht für die WM gewesen.

Im dem Dokument auf Schmidts Laptop heißt es laut Spiegel, ihm sei nicht bekannt, "was mit dem Geld passiert ist und wer darüber verfügt hat. Sicher ist nur, dass damit zwei Jahre nach der Vergabe der WM Geld für das Abstimmungsverhalten geflossen ist". Schmidts Verteidiger Bernd Groß wies dies zurück. "Herr Schmidt ist nicht der Verfasser des Dokuments", sagte er.

Eintracht-Sportchef: Champions League nie zu früh

Eintracht Frankfurt hat keine Angst vor einem möglichen Einzug in die Champions League. „Ich denke nicht, dass so etwas zu früh kommen kann“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner dem "Wiesbadener Kurier". "Es ist doch klar, dass wir das gerne mitnehmen würden, wenn es denn so kommen würde.“

Allerdings warnte er vor zu viel Euphorie. „Wenn man unser ambitioniertes Restprogramm sieht, kann man ganz schnell noch abrutschen“, sagte Hübner. „Deshalb sind wir gut beraten, von Woche zu Woche zu denken.“ Wenn die Eintracht ihr Potenzial abrufen könne, wäre es aber möglich, „etwas ganz Großes“ zu erreichen.

Wenn der hessische Erstligist sich für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren sollte, planen die Frankfurter eine qualitative Verstärkung des Kaders. „Wir haben sehr interessante Lösungen im Kopf, und wenn wir international dabei sind, fällt die Umsetzung sicher leichter“, erklärte Hübner.

Keinen Zweifel hat er daran, dass Cheftrainer Niko Kovac trotz der erfolgreichen Saison der Eintracht auch in der nächsten Spielzeit erhalten bleibt. „Wir haben einen Vertrag, daher stellt sich die Frage für uns nicht“, sagte Hübner. „Niko ist sehr geerdet und er wird sich so einen Schritt genau überlegen, zumal er weiß, was er an Eintracht Frankfurt hat.“