Handball

Torhüter Plaue: "Wie der Superbowl, nur eben im Handball"

HSV-Toptorjäger Lukas Ossenkopp setzt sich trotz der Potsdamer Umklammerung durch

HSV-Toptorjäger Lukas Ossenkopp setzt sich trotz der Potsdamer Umklammerung durch

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Die Handballer des HSV Hamburg wahren Tabellenführung mit 33:29-Heimsieg gegen Potsdam. Am Freitag Showdown.

Hamburg.  Der Druck auf die Handballer des HSV Hamburg war groß. Alles und jeder – Fans, Medien, Konkurrenz – redete vor dem Drittligaspiel gegen den VfL Potsdam nur vom vermeintlichen Meisterschaftsendspiel am kommenden Freitag (9.2., 20 Uhr/Sportdeutschland.tv) beim TSV Altenholz. Und der einzige Verfolger aus Schleswig-Holstein hatte tags zuvor einmal mehr souverän vorgelegt, blieb beim 35:24-Sieg gegen Hannover-Burgwedel zum 16. Mal in Folge unbesiegt und schloss für eine Nacht zum punktgleichen HSV auf.

Doch der HSV hielt stand – wenn auch mühevoll. Die Hamburger gewannen ihr Heimspiel am Sonntagnachmittag gegen den Tabellenachten Potsdam 33:29 (16:15). „Ich bin erleichtert“, sagte HSV-Trainer Torsten Jansen, der gestand, froh zu sein, dass die von allen Seiten erwartete Pflichtsiegserie zu Beginn der Rückrunde auch eintraf. Vier Spiele galt es bis zum möglichen Show-down in Altenholz erfolgreich zu absolvieren. Es gelang mit umkämpften Siegen in Springe (33:30), im Lokalderby gegen Aufsteiger HG Barmbek (30:24), in Burgwedel (35:29) und nun gegen Potsdam.

Nicht das beste Spiel

„Wir haben heute sicherlich wieder nicht unser bestes Spiel gezeigt. Vor allem in der Abwehr haben wir einige Probleme“, bilanzierte Jansen den jüngsten Erfolg vor 3072 Zuschauern in der Sporthalle Hamburg. Auch wenn es „der erwartet starke Gegner“ gewesen sei. Immer wieder tauschte der frühere Profi und Weltmeister von 2007 den Abwehrblock in den ersten 30 Minuten aus, mit mäßigem Erfolg. Allein Torhüter Dominik Plaue (22) mit am Ende 13 Paraden (und einem Treffer ins leere Tor der mit einem zusätzlichen Feldspieler agierenden Gäste) sparte der Trainer von seiner Kritik aus.

Der Spitzenreiter startete konzentriert und wild entschlossen in die Begegnung. Von voreiligen Gedanken an das Altenholz-Spiel war keine Spur. Selbst als die Superserie von Kapitän Lukas Ossenkopp vom Siebenmeterpunkt riss (3.Minute), gab es keinen Bruch im Angriffsspiel des HSV. Der 25-Jährige scheiterte erstmals seit vier Spielen wieder mit einem Strafwurf.

Jan Torben Ehlers durfte ran

Erst nach 20 Minuten begann es, in den Köpfen der Spieler und unter den Heimfans ein wenig zu rumoren. „Weil wir zu viele freie Würfe vergeben haben, konnten wir uns nicht absetzen“, haderte Jansen. Im Gegenteil: Potsdam drehte das Spiel und lag plötzlich 13:11 (24.) vorne. Jansen nahm die Auszeit, sein Co-Trainer und ehemaliger Mitspieler aus glorreichen HSV-Handball-Tagen Blazenko Lackovic trieb die Abwehr der Hamburger an, härter zuzupacken.

Im zweiten Spielabschnitt setzte sich schließlich „die höhere individuelle Klasse des HSV“ durch, wie Potsdams Trainer Daniel Deutsch analysierte, „da hat der HSV das Tempo hochgehalten. Das konnten wir dann nicht mehr mitgehen.“ Nach 38 Minuten stand beim 21:18 die erste Drei-Tore-Führung für die Gastgeber. Nach 42 Minuten konnte Jansen seinem Toptorschützen Ossenkopp (9 Treffer), der in Angriff und Abwehr bis dahin durchspielte, erstmals eine Verschnaufpause geben.

Aus der zweiten Reihe durfte nach langer Zeit mal wieder Jan Torben Ehlers (25) ran. Der linke Rückraumspieler warf anfangs zwei Fahrkarten, ehe er sein Visier justiert hatte und viermal traf. Zudem überzeugte Kreisläufer Niklas Weller (24) mit acht Toren. Auf Kampfansagen in Richtung Altenholz wollte sich jedoch niemand beim HSV hinreißen lassen. „Wir freuen uns einfach auf das Spiel. Das ist wie der Superbowl, nur eben im Handball“, sagte Torhüter Plaue. „Die Anspannung ist schon da“, meinte Ehlers.

Für ihren Trainer gibt es in der kurzen Woche mit nur noch drei Trainingseinheiten bis zum Spiel noch „viel Arbeit“. Linkshänder Kevin Herbst (23) wird wie gegen Potsdam mit einem Muskelfaserriss im Fuß fehlen. Dass die Favoritenrolle nach den jüngsten Eindrücken und dem Hinspielergebnis von 30:29 für Altenholz, der einzige Saisonniederlage der Hamburger, beim Verfolger liegt, kommt Jansen gelegen. „Dass wir jetzt nicht jeden Gegner aus der Halle geworfen haben, das macht uns demütig für die kommenden Aufgaben“, sagte er, „auch für Altenholz.“

HSV Hamburg (Tore/Siebenmeter): Plaue (1), Peveling (nicht eingesetzt) – Schröder (1), Tissier (2), Bauer (4), Weller (8), Ossenkopp (9/3), Kohnagel, Fuchs (1), Ehlers (4), Forstbauer (2),
Rix (1), Vogt, Kleineidam (nicht eingesetzt).