Olympiastützpunkt

Spatenstich für Hamburgs Handball-Judo-Halle

Sieben Männer,
sechs Spaten
(v. l.): Dirk
Schumaier,
Rainer Ganschow,
Rolf
Reincke, Andy
Grote, Andreas
Michelmann,
Harald Rösler
und Jörg
Schulte

Sieben Männer, sechs Spaten (v. l.): Dirk Schumaier, Rainer Ganschow, Rolf Reincke, Andy Grote, Andreas Michelmann, Harald Rösler und Jörg Schulte

Foto: Witters

Sportsenator Grote setzte das Projekt gegen Bedenken und Begehrlichkeiten durch. Betriebskosten für 25 Jahre gesichert.

Hamburg.  Es scheint nun mal zu den Ritualen deutscher Leitkultur zu gehören, dass größere Bauprojekte mit einem offiziellen Spatenstich in Szene gesetzt werden; selbst wenn, wie in diesem Fall, die Ausschachtungsarbeiten längst begonnen haben. Also griffen am Montagmittag im Sportpark Dulsberg sieben Männer zu sechs Spaten, – für den erst am Sonnabend eingeladenen deutschen Handballpräsidenten An­dreas Michelmann steckte keiner im Matsch –, um die Entstehung der seit 13 Jahren geplanten Handball-Judo-Halle am Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein unumkehrbar zu machen. Was fehlte, war ein kollektiver Aufschrei wie etwa „O’zapft is!“

Anfängliche sportfachliche Bedenken

Zwei Leistungszentren unter einem Dach in zwei Sportarten, die bislang in Hamburg keine Schwerpunktsportarten sind, dafür bedurfte es in den vergangenen Jahren schon einer größeren Allianz. Sportsenator Andy Grote realisierte schließlich gegen anfängliche sportfachliche Bedenken und Begehrlichkeiten anderer Ressorts das Vorhaben im Rahmen des Programms „Ac­tiveCity“.

In seinem Schlepptau zogen mit: Dirk Schumaier, Geschäftsführer des Bauherrn und Betreibers Bäderland, Bezirksamt-Nord-Leiter Harald Rösler, Rainer Ganschow, Vorsitzender des Hamburger Judoverbandes, Rolf Reincke, Präsident des Handballverbandes, und Architekt Jörg Schulte. Rund acht Millionen Euro wird die Halle am Ende kosten, Mitte Mai 2019 soll sie eröffnet werden. Die Handballer trainieren ebenerdig, die Judoka im ersten Stock über dem Umkleidetrakt.

Betriebskosten gesichert

Anfang 2016, nach der Pleite der HSV-Bundesligahandballer, stand das Projekt das letzte Mal auf der Kippe, Grote setzte es durch, auch weil die benachbarte Eliteschule des Sports diese Flächen dringend braucht.

Die Entwicklung gibt ihm recht. Handball-Landestrainer Adrian Wagner betreut mehr (HSV-)Talente als jemals zuvor, die Judoka wurden zuletzt zweimal deutscher Mannschaftsmeister. Ganschow: „Unser Ziel ist es, dank dieser Trainingshalle zum Bundesstützpunkt zu werden.“ Die Betriebskosten für die nächsten 25 Jahre sind gesichert, das Sportamt übernimmt sie.