Fußball-Ticker

St. Pauli ist zurück in der Abstiegszone

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

St. Pauli fällt zurück auf einen Abstiegsplatz

Durch das 1:0, das Erzgebirge Aue auswärts gegen Union Berlin gelang, ist der FC St. Pauli erneut in die Abstiegszone gerutscht. Nach dem 0:0 gegen Sandhausen am Dienstag haben die Kiezkicker 26 Punkte, schlechter ist augenblicklich nur der Karlsruher SC (22 Punkte). Auf dem Relegationsplatz 16 steht Bielefeld mit 27 Zählern, davor stehen nun Aue und Kaiserlautern auf den Rängen 15 und 14 mit jeweils 29 Zählern.

In den anderen Mittwochsspielen gewann Dynamo Dresden vor Heimkulisse gegen Heidenheim (2:1). Greuther Fürth und Eintracht Braunschweig sowie der VfL Bochum und Kaiserslautern trennten sich jeweils 0:0 unentschieden, 1860 München vergab zuhause durch ein Tor in der 90. Minute einen Sieg gegen den VfB Stuttgart, die Partie endete 1:1.

Am Freitag muss St. Pauli auswärts gegen Nürnberg Punkte holen, um nicht weiter ins Hintertreffen im Kampf um die sicheren Plätze zu geraten.

Schwedische Fans vermummen sich mit Niqabs

Fans eines Stockholmer Fußballvereins haben sich bei einem Heimspiel am Wochenende laut Medienberichten mit muslimischen Gesichtsschleiern vermummt. Hintergrund sei ein schwedisches Gesetz, dass es Fußballfans seit dem 1. März verbiete, sich auf der Tribüne zu verschleiern, berichtete die Boulevardzeitung „Aftonbladet“.

Eine Ausnahme sind Verschleierungen aus religiösen Gründen. Dieses Schlupfloch nutzten einige Fans des Fußballclubs AIK Solna bei ihrem Heimspiel gegen den BK Häcken. „Danke für das Schlupfloch“, war auf einem ihrer Banner zu lesen.

„Das zeigt wohl, dass die AIKler ein bisschen Humor haben“, sagte der schwedische Innenminister Anders Ygeman der Zeitung. Er glaube aber nicht, dass die höchste schwedische Liga in diesem Jahr einen „Niqab-Trend“ erfahren werde.

Ermittlungen nach 12:0-Sieg von Barcelona

Der spanische Fußball-Verband RFEF hat wegen des Verdachts einer Spielmanipulation in der 3. Liga Ermittlungen eingeleitet. Man werde ein Disziplinarverfahren gegen den Klub CD Eldense einleiten und entsprechende Sanktionen treffen, sollten sich die Vorwürfe bestätigen, hieß es in einer Mitteilung des Verbandes.

Fünf Mitglieder des Clubs, darunter der italienische Coach Filippo Di Pierro sowie zwei Spieler, waren am Dienstag von der Polizei vorläufig festgenommen und verhört worden. Am Samstag hatte der Klub aus der Nähe von Alicante gegen die B-Vertretung des FC Barcelona 0:12 verloren.

Cheick Saad, Spieler von Eldense, hatte den Verdacht in einem Interview beim Radiosender Cadena Cope genährt. Darin hatte er behauptet, einige Teamkollegen hätten viel Geld durch Wetten auf das Spiel gemacht.

Auch der deutsche Eldense-Profi David Azin hatte am Dienstag im Interview mit der Tageszeitung Die Welt schwere Vorwürfe erhoben: "Ein Teamkollege sagte mir, das Spiel sei gekauft. Unser Co-Trainer ging im Hotel zu einem anderen Spieler und hat diesem gesagt, die Partie müsse mit mehr als fünf Toren verloren gehen. Wenn er nicht dabei sei, müsse er halt auf die Bank." Azin (27) selbst war für das Spiel kurzfristig überraschend aus dem Kader gestrichen worden.

Club-Präsident David Aguilar hatte ebenfalls Verdacht geschöpft und die Polizei sowie den spanischen Verband eingeschaltet. "Ich gehe davon aus, dass die Partie verschoben war, ich habe verschiedene Spieler im Verdacht", sagte Aguilar. Die Klubführung kündigte bereits an, die Mannschaft vorläufig vom Spielbetrieb abzumelden.

Rangnick hat aus der Geschichte gelernt

RB Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick hat aus den Erfahrungen seiner Zeit bei 1899 Hoffenheim gelernt. "Wir haben in Leipzig – auch aus der Erfahrung von Hoffenheim – beim Gehalt eine Obergrenze, weil wir nicht wollten, dass Neuzugänge immer wesentlich mehr verdienen als die Spieler, die da sind", sagte Rangnick im Interview mit der Zeit.

Rangnick war in der Saison 2007/2008 als Trainer mit Hoffenheim in die Bundesliga aufgestiegen und anschließend Herbstmeister geworden. In der Rückrunde brach das Team jedoch ein und belegte am Ende Platz sieben. "Damals waren wir plötzlich nicht mehr so geschlossen, nicht mehr so bedingungslos bereit, uns für den anderen einzusetzen", sagte er: "Vielleicht haben wir damals ein bisschen zu viel Statusdenken zugelassen. Plötzlich fuhr der erste Ferrari durch Hoffenheim, der in diesem Dorf überhaupt jemals gesichtet worden ist."

Eine ähnliche Entwicklung soll in Leipzig verhindert werden, die Spieler müssten immer mit ihrem Dienstwagen zum Trainingsgelände kommen, "und die Autos sind verhältnismäßig bodenständig". Zudem gebe es weniger exotische Charaktere in der Mannschaft: "Hier in Leipzig haben wir lauter normale und geerdete Jungs."

Profis in Gabun "wie Sklaven" behandelt

In der Heimat des gabunischen Bundesligastars Pierre-Emerick Aubameyang werden die Fußballprofis von den Clubs offenbar systematisch ausgebeutet. Dies vermutet zumindest Remy Ebanega, ehemaliger Nationalspieler und mittlerweile Boss der nationalen Spielergewerkschaft.

"Die Spieler werden viel zu spät bezahlt. Wenn man monatelang arbeitet und nicht pünktlich das Gehalt bekommt, gleicht das Sklaverei", kritisierte Ebanega im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP.

Das Problem: Die Vereine hätten keine geeignete Budgetplanung, sie erhalten vom Staat Zuschüsse, über die dann die Präsidenten nach Lust und Laune verfügen. "Und die Präsidenten haben derart großen Einfluss auf die Spieler, dass diese Angst haben, sich zur Wehr zu setzen", sagte Ebanega.

Deshalb will die Spielergewerkschaft künftig eine Art Aufsichtsorgan ins Leben rufen, welches die Planung der Vereine überwacht und nur dann die Starterlaubnis für die Ligawettbewerbe erteilt.

Slomka-Nachfolger soll bei KSC bleiben

Der Nachfolger von Mirko Slomka als Cheftrainer des Karlsruher SC soll den Verein unabhängig vom Ausgang der Saison auch in der kommenden Spielzeit betreuen. Das unterstrich Sportdirektor Oliver Kreuzer bei der offiziellen Vorstellung von Marc-Patrick Meister am Mittwoch. „Er wird auch im Falle des Abstiegs in die 3. Liga Trainer bleiben“, sagte Kreuzer. Sollte der 36-Jährige das Schlusslicht der 2. Fußball-Bundesliga noch zum Klassenverbleib führen, „dann sowieso“.

Meister war bislang für die U17 zuständig und Co-Trainer bei den Profis. „Ich freue mich wahnsinnig auf die Verantwortung, aber meine Rolle verändert sich ja nur einen Tick“, sagte der Bruchsaler. „Wir werden uns auch weiterhin so oft es geht um die U17 kümmern, dort stehen noch vier Spiele aus. Das bekommen wir hin.“ Neben Slomkas bisherigem Assistenten Zlatan Bajramovic wird nun auch der ehemalige KSC-Profi Christian Eichner als Co-Trainer fungieren.

Der KSC hatte sich am Dienstagabend nach dem 1:1 gegen die Würzburger Kickers nach nur gut drei Monaten von Slomka getrennt. Auf den Relegationsplatz fehlen Karlsruhe vier Punkte. Meisters erste Partie wird das Baden-Württemberg-Derby beim VfB Stuttgart am Sonntag sein.

Verhaltene Nachfrage nach Confed Cup

Für den Confederations Cup in Russland sind bis zum Ende der zweiten Verkaufsphase insgesamt 211.745 Tickets verkauft worden. Am größten sei die Nachfrage bei den russischen Fans gewesen, wie die Fifa am Mittwoch mitteilte. An Anhänger aus dem Land des Südamerika-Meisters Chile waren bis zum Ende der zweiten Verkaufsphase 7111 Eintrittskarten verkauft worden.

Zahlen zu Buchungen aus Deutschland oder dem Gesamtkontingent der Tickets für das Turnier lagen zunächst nicht vor. Die Nachfrage für den Confed Cup sei noch „verhalten“, sagte eine Sprecherin von DER Touristik in Frankfurt. In der ersten Verkaufsphase hatten sich Interessenten bis zum 19. Januar bewerben können, damals waren 82 478 Anfragen eingegangen. Am 19. April startet die dritte Verkaufsphase, in der Fans im Internet oder direkt vor Ort Karten erwerben können.

Der Confed Cup findet vom 17. Juni bis 2. Juli in Kasan, Moskau, Sotschi und Sankt Petersburg statt. In der Gruppe A treffen Russland, Neuseeland, Portugal und Mexiko aufeinander, in der Gruppe B Deutschland, Chile, Australien und Kamerun.

Zwei Rückkehrer bei St. Pauli

St. Paulis Mats Möller Daehli und Johannes Flum sind in den Trainingsbetrieb zurückgekehrt. „Bei Flumi und Mats müssen wir sehen, wie sie das Spielersatztraining verkraftet haben“, sagte Trainer Ewald Lienen am Mittwoch auf die Frage, ob die beiden Mittelfeldakteure Optionen für das nächste Punktspiel am Freitag (18.30 Uhr) beim 1. FC Nürnberg sein könnten.

Möglicherweise wird der erfahrene Coach am Donnerstag einen Spieler mehr für die Reise an die Noris nominieren. Flum hatte verletzungsbedingt länger gefehlt, Möller Daehli am Dienstag beim 0:0 im Heimspiel gegen den SV Sandhausen kurzfristig erkrankt pausiert.

"Unterirdisch": Lienen wird über Überfall aufgeklärt
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Video: abendblatt.tv

Werder-Waffe Delaney fällt aus

Bei Werder Bremen wird die Verletztenliste immer länger. Mittelfeldspieler Thomas Delaney hat beim 3:0 (1:0)-Sieg der Hanseaten gegen Schalke einen Muskelfaserriss im linken hinteren Oberschenkel erlitten und wird den Norddeutschen für mehrere Partien fehlen.

Das ergab nach Angaben des Bundesligisten die Untersuchung am Mittwoch. Delaney, nach seinem Wechsel zur Winterpause mit starken Leistungen und Toren zuletzt der Mann der Stunde bei Werder, war am Dienstag gegen Schalke bereits in der Halbzeit ausgewechselt worden.

Bereits zu Wochenbeginn war klar, dass Werder-Trainer Alexander Nouri beim Auswärtsspiel am Freitag (20.30 Uhr/Sky) bei Eintracht Frankfurt auf Nationalspieler Serge Gnabry und Abwehrchef Lamine Sane (beide Adduktorenprobleme) sowie den Olympia-Zweiten Robert Bauer (Bänderriss im Sprunggelenk) verzichten muss.

"Bisher war es eine unserer Stärken, dass wir solche personellen Ausfälle kompensieren konnten. Endlos lässt sich so etwas natürlich nicht ausdehnen", sagte Nouri am Mittwoch. Die Bremer sind durch 19 von 21 möglichen Punkten aus den letzten sieben Spielen aus der Abstiegszone in die erste Tabellehälfte aufgerückt.

Kölns Stöger ärgert sich über die Ultras

Trainer Peter Stöger hat verwundert auf einen Unterstützungs-Boykott der Ultra-Fans des 1. FC Köln reagiert. „Das ist eigenartig und unverständlich“, sagte der 50 Jahre alte Österreicher nach dem 1:0-Erfolg am Dienstagabend gegen Eintracht Frankfurt, einen direkten Konkurrenten der Rheinländer im Kampf um die Europapokalplätze.

„Ich persönlich kann es nicht nachvollziehen“, kommentierte Stöger das Verhalten. Die Ultras hatten während der ersten Spielhälfte zeitweise auf ihre ansonsten lautstarke Anfeuerung der FC-Profis verzichtet. Das geschah wohl deswegen, weil einige FC-Fans vor der Partie in Gewahrsam genommen worden waren. Damit sollten Ausschreitungen präventiv verhindert werden.

„Ein direktes Duell - und es kommt wenig Support“, sagte Stöger. Er versuchte allerdings, sich nicht zu sehr zu echauffieren. „Ich bin bald 51 - da kommt man in Bereiche, wo man nicht alles verstehen muss.“

Nach dem Seitenwechsel war das Fan-Verhalten fast wieder normal. Die Kölner Profis aber verzichteten nach dem Erfolg auf die übliche Siegesfeier vor der Fan-Tribüne.

Zidane verzichtet auf Kroos, Ronaldo und Bale

Eine Woche vor dem Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Bayern München schont Real Madrid seine Stars Cristiano Ronaldo, Toni Kroos und Gareth Bale. Trainer Zinedine Zidane verzichtete für das Auswärtsspiel am Mittwochabend bei Abstiegskandidat CD Leganés auf das Trio, das im richtungweisenden Top-Spiel der Primera División am kommenden Samstag gegen Stadtrivale Atlético wieder in den Kader zurückkehren dürfte.

Grindel steigt in Uefa und Fifa auf

DFB-Präsident Reinhard Grindel (55) ist ins Uefa-Exekutivkomitee sowie ins Fifa-Council gewählt worden. Der gebürtige Hamburger folgt auf Wolfgang Niersbach (66), der wegen der WM-Affäre 2006 gesperrt worden und infolgedessen von seinen internationalen Ämtern zurückgetreten war.

Bei der Wahl in das höchste Fifa-Gremium war Grindel beim Uefa-Kongress in Helsinki ohne Gegenkandidat angetreten, er wurde per Akklamation gewählt. Der frühere Bundestagsabgeordnete beendet nun Niersbachs noch zwei Jahre andauernde Amtszeit. Drei weitere Uefa-Funktionäre wurden für vier Jahre ins Council gewählt.

Im Uefa-Exekutivkomitee wäre Niersbachs vierjähriges Mandat in Finnland ohnehin ausgelaufen. Grindel war einer von elf Kandidaten für insgesamt acht Sitze, alle wurden für vier Jahre gewählt.

Herthas Dardai nominiert seinen Sohn

Hertha BSC muss im Spiel bei Borussia Mönchengladbach am Mittwochabend (20 Uhr/Sky) kurzfristig auf John Anthony Brooks verzichten. Der Innenverteidiger fällt wegen muskulärer Probleme aus.

Trainer Pal Dardai nominierte für das Duell erstmals seinen Sohn Palko in den Profikader. Der 17-Jährige ist allerdings eine Alternative für die Offensive.

Rangnick erteilt Keita Wechselverbot

RB Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick hat Mittelfeld-Ass Naby Keita für vorerst unverkäuflich erklärt. „Es gibt keine Schmerzgrenze. Sein Weggang würde uns viel mehr Schmerzen bereiten. Es ist ganz klar: Naby spielt nächste Saison bei uns“, sagte der 58-Jährige der „Sport Bild“ (Mittwoch). Der 22-jährige Nationalspieler aus Guinea ist einer der Erfolgsgaranten des Tabellenzweiten. Der begnadete Techniker steht im Fokus von Top-Clubs aus der Bundesliga, auch Vereine aus anderen europäischen Top-Ligen sollen ihn im Blick haben.

Keitas Vertrag läuft noch bis Sommer 2020. Rangnick will mit ihm so schnell wie möglich verlängern. „Wir machen keinen Hehl daraus, dass wir Gespräche bezüglich einer vorzeitigen Verlängerung führen. Hoffentlich gelingt uns das bis zum Saisonende“, sagte Rangnick.

Für Keita hat die Verlängerung seines Kontraktes derzeit aber keine Priorität. „Ich fühle mich absolut wohl hier, habe jetzt aber nicht den Kopf frei dafür“, sagte der 22-Jährige dem „Kicker“.

Merkel jubelt für FC in DFB-Manier

Eingeladen war sie als Unterstützerin eines Flüchtlingsprojekts der Sozialstiftung des 1. FC Köln – und auch im Stadion hielt Angela Merkel am Dienstagabend offenbar den Rheinländern die Daumen. Zumindest sprang die Bundeskanzlerin beim entscheidenen Kölner Treffer durch Milos Jojic zum 1:0 (0:0)-Sieg gegen Eintracht Frankfurt begeistert von ihrem Sitz und jubelte so, wie man es von Merkel sonst nur von Spielen der deutschen Nationalmannschaft gewöhnt ist.

Vielleicht ließ sich Merkel – umringt von euphoriscvhen FC-Anhängern wie Präsident Werner Spinner oder Erzbischof Rainer Maria Woelki – auch nur von der allgemeinen Stimmung im RheinEnergieStadion anstecken. Denn wie heißt es in einem bekannten Kölner Karnevalshit: "Und dann die Hände zum Himmel, kommt lasst uns fröhlich sei! Wir klatschen zusammen und keiner ist allein!"

Uefa schüttet Zusatz-Millionen aus

Die Uefa schüttet jeweils eine Million Euro zusätzlich für alle 55 Mitgliedsverbände aus. "Diese Solidaritätszahlungen haben wir dem Erfolg unserer Nationalmannschaftswettbewerbe zu verdanken", sagte Uefa-Präsident Aleksander Ceferin am Mittwoch beim Kongress in Helsinki: "Die Uefa ist nicht dazu da, um Reichtümer anzuhäufen."

Auch in Zukunft sollen, "wenn unsere finanziellen Ergebnisse die Erwartungen übertreffen", die Überschüsse verteilt werden, äußerte der Slowene.

Süle und Rudy drücken Bayern die Daumen

Ab sofort drücken die beiden deutschen Nationalspieler Niklas Süle und Sebastian Rudy Bayern München auch ganz offiziell die Daumen in der Königsklasse. Das verrieten die beiden Profis von 1899 Hoffenheim, die im Sommer zu den Bayern wechseln, nach dem 1:0 (1:0) der TSG am 27. Bundesliga-Spieltag gegen den Spitenreiter.

"Ich würde sehr gerne zum Champions-League-Sieger gehen", sagte Verteidiger Süle (21) mit Blick auf das anstehende Viertelfinale der Münchner gegen Real Madrid. Auch Mittelfeldspieler Rudy (27) gab an, dass er auf ein Weiterkommen seines zukünftigen Arbeitgebers hofft.

Bevor Süle und Rudy die Kraichgauer in Richtung München verlassen, wollen sie aber dafür sorgen, dass auch die TSG in der kommenden Saison in der Champions League spielt. "Diese geile Truppe hat es verdient", sagte Süle, der mit seinen Teamkollegen durch den Erfolg über die Münchner den dritten Platz verteidigt hat.

Chape gewinnt Neuauflage gegen Atlético Nacional

Der brasilianische Verein AF Chapecoense, der Ende November bei einem tragischen Flugszeugabsturz 19 seiner Spieler verlor, hat gut vier Monate nach dem Unglück einen emotionalen Sieg errungen. Das Team gewann in seiner Heimatstadt Chapecó am Dienstag (Ortszeit) das Finalhinspiel der Recopa Sudamericana gegen Atlético Nacional aus dem kolumbianischen Medellín mit 2:1. Hunderte „Chape“-Fans hatten die Spieler aus Kolumbien am Flughafen herzlich empfangen - als Zeichen für die damals erfahrene Solidarität.

Auf dem Flug zum Finalhinspiel im Südamerika-Pokal bei Atlético war die Chartermaschine von „Chape“ Ende November 2016 abgestürzt - 71 Menschen starben, nur drei Spieler überlebten.

Atlético Nacional hatte damals große Solidarität mit den Brasilianern gezeigt und die Copa Sudamericana dem Provinzclub überlassen. Weil die Kolumbianer den anderen Vereins-Kontinentalwettbewerb, die Copa Libertadores, gewonnen hatten, standen sich nun beide Clubs in der Recopa - vergleichbar mit dem Super Cup der Uefa - gegenüber.

Für die damals gezeigte Anteilnahme erfuhren die Kolumbianer am Dienstag von der Ankunft in Chapecó bis zum Spielende eine besondere Ehre - mit Militärkapelle, Fanfest, Spruchbändern mit der Aufschrift „Danke, Brüder“, Riesenapplaus nach dem Spielende im ausverkauften Stadion und Umarmungen zwischen den Spieler beider Teams.

Das Finalhinspiel wurde wegen der gemeinsamen Geschichte beider Clubs auch als „Duell der Brüder“ bezeichnet. Das Rückspiel findet am 10. Mai in Medellín statt.

Hoeneß sieht sich nicht als Angstmacher

Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat dem Eindruck widersprochen, dass die Suche nach einem Sportdirektor an Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und an ihm selbst scheitern würde. "Natürlich tun wir uns schwer. Was mir weniger gefällt, ist, dass alles immer nach dem Motto dargestellt wird: Jeder, der den Job bekommt, muss vor mir oder Karl-Heinz Rummenigge Angst haben. Aber das Gegenteil ist der Fall", sagte Hoeneß im Interview mit "Sport Bild".

Vielmehr könnten junge Manager "von unserer Erfahrung doch nur profitieren. Bessere Lehrmeister, die wissen, wie es geht, gibt es kaum", führte Hoeneß (65) weiter aus: "Stattdessen heißt es: Jetzt hat es wegen der Machtmehnschen Hoeneß und Rummenigge mit Lahm nicht geklappt wie zuvor mit Sammer und Nerlinger."

Wunschkandidat Philipp Lahm hatte dem FC Bayern abgesagt und durchblicken lassen, dass dies auch an Hoeneß liegen würde. Dieser könne "nicht loslassen". Auch Max Eberl bleibt lieber Manager in Gladbach.

Immerhin äußerte Hoeneß die Hoffnung, "dass Philipp beim FC Bayern eine Rolle übernimmt, wenn er sich dazu bereit fühlt, was im Moment offensichtlich noch nicht der Fall ist. Er ist ja erst 33 und hat noch viel Zeit". Die Absage ändere auf jeden Fall "nichts an unserem Verhältnis", so der Bayern-Präsident.