Hermes-Trikotärmel

Warum Til Schweiger die Fußball-Bundesliga spaltet

Foto: Imago/Michael Weber

Hamburger Schauspieler, Regisseur und Gastronom will auf den Ärmeln der Clubs für seine Stiftung werben. Der HSV wehrt sich.

Hamburg. Eine geplante Werbeaktion für die Stiftung des Schauspielers Til Schweiger spaltet die Fußball-Bundesligaclubs. Der Logistikdiensleister Hermes, dessen Logo noch bis zum Saisonende die Trikotärmel der Vereine der beiden höchsten deutschen Spielklassen ziert, will nach Angaben der "Welt" am 32. Spieltag (5. bis 7. Mai) die Ärmelbadges an die "Til Schweiger Foundation" vergeben.

In einer "Welt"-Umfrage gaben jedoch nur 13 der 36 Clubs – darunter sieben aus der Bundesliga – an, dem freiwilligen Aufruf zu folgen. Zehn Vereine, unter anderem Vizemeister Borussia Dortmund, haben noch keine Entscheidung getroffen oder ließen die Anfrage unbeantwortet.

Die Kritik der Clubs, die sich gegen eine Teilnahme an der Aktion ausgesprochen haben, richtet sich unter anderem gegen die ohnehin große Bekanntheit der Schweiger-Stiftung mit Sitz in Hamburg, zudem verwiesen sie auf vereinseigene soziale Projekte.

Hoffenheim und HSV sind dagegen

"Die Til Schweiger Foundation macht sicher eine gute Arbeit. Das aber machen viele andere Stiftungen und Einrichtungen hierzulande auch, denen weit weniger Prominenz zuteil wird als der Stiftung eines international bekannten Schauspielers", sagte Christian Frommert, Mediendirektor von 1899 Hoffenheim: "Dass Hermes die Til Schweiger Foundation unterstützen möchte, respektieren wir, aber deshalb müssen nicht alle Profiklubs diese PR-Aktion mittragen."

Ähnlich äußerten sich die Sprecher von Bayer Leverkusen, Schalke 04 oder des Hamburger SV, der mit dem "Hamburger Weg" ebenfalls eine Stiftung unterhält, die sich für soziale Belange einsetzt.

Nicht die erste Kontroverse

Die Stiftung des Hamburger Schauspielers und Regisseurs Schweiger, der in der Hansestadt auch ein Restaurant betreibt, setzt sich vor allem für benachteiligte Kinder und Jugendliche ein. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wird ab der Saison 2017/18 die Trikotärmel der Profiklubs nicht mehr gemeinschaftlich vermarkten. Als erster Club hat Hoffenheim daraus Konsequenzen gezogen und die Ärmelfläche an einen eigenen Sponsor vergeben.

Eine ähnlich gelagerte Debatte wurde in der Bundesliga zuletzt im September 2015 geführt, als die "Bild"-Zeitung alle Erst- und Zweitligavereine für eine Flüchtlingsaktion gewinnen wollte. Der FC St. Pauli wehrte sich unter Verweis auf eigene Projekte als erster Club, weitere zogen noch. Daraufhin musste der Hamburger Kiezclub harsche Kritik des damaligen "Bild"-Chefredakteurs Kai Diekmann einstecken.