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Drei deutsche Hockeyspieler starten ins Abenteuer Indien

Christopher Rühr spielte in der Saison 2014/15 in Hamburg für den Club an der Alster

Christopher Rühr spielte in der Saison 2014/15 in Hamburg für den Club an der Alster

Foto: Roland Magunia

Moritz Fürste, Florian Fuchs und erstmals Christopher Rühr sind in Indiens Hockey-Profiliga dabei.

Hamburg. Auf die wichtigste Frage, die an Indien-Reisende gestellt wird, hat Christopher Rühr eine beruhigende Antwort. „Mein Vater ist Arzt, er hat mir eine gut bestückte Reiseapotheke besorgt“, sagt der Hockey-Nationalstürmer von Rot-Weiß Köln, der am vergangenen Wochenende zu seinem ersten Abenteuer in der indischen Profiliga HIL aufgebrochen war.

Der 23-Jährige, der in der Saison 2014/15 in Hamburg für den Club an der Alster auflief, ist einer von drei Deutschen, die in der fünften HIL-Saison an den Start gehen. Am Sonnabend bestreitet Rühr mit den Ranchi Rays das Eröffnungsspiel bei Dabang Mumbai, für das der im vergangenen Sommer vom Uhlenhorster HC zum niederländischen Club HC Bloemendaal gewechselte Torjäger Florian Fuchs spielt. „Natürlich bin ich extrem gespannt auf die Erfahrung, das Land und die Menschen intensiv kennen zu lernen“, sagt Rühr, der Indien von drei Turnieren mit deutschen Auswahlteams kennt. Vor allem freut er sich darauf, im hockeyverrückten Ranchi vor mehreren Tausend Zuschauern zu spielen. „Aber genauso spannend finde ich es, den Spielstil der Inder zu adaptieren und mich in einem neuen Team ohne Landsleute zurechtzufinden“, sagt er.

Für Moritz Fürste ist es bereits der vierte Auftritt in der HIL

Mit anders gearteter Vorfreude startet Moritz Fürste am Sonntag mit Vizemeister Kalinga Lancers gegen die Delhi Waveriders in die Saison. Für den 32 Jahre alten UHC-Star ist es bereits der vierte Auftritt in der HIL. In der Premierensaison 2013 holte er mit Rays-Vorgängerclub Ranchi Rhinos den Titel, 2014 verpasste er die Titelverteidigung, 2015 setzte er aus, für die Saison 2016 ersteigerten ihn die Lancers für die Rekordsumme von 105.000 Dollar Gehalt – für sieben Wochen Ligadauer eine nicht nur für Hockeyspieler erkleckliche Summe, die der Mittelfeldregisseur auch in diesem Jahr einstreicht. Nach der Saison enden die Verträge, im Spätherbst wird – wohl ohne Fürste – neu versteigert. „ Ich freue mich extrem auf die Zeit in Indien, weil es für mich das letzte Mal sein wird, dass ich mich mit der Weltklasse messe“, sagt Fürste, der nach dem Bronzegewinn bei den Olympischen Spielen in Rio im August 2016 seine Karriere im Nationalteam beendet hatte.

Fürste leidet unter Trennung von Tochter Emma

In den sechs HIL-Teams dürfen acht Ausländer und zwölf Einheimische beschäftigt werden. Das Gros der Importstars kommt aus Australien, England und den Niederlanden. „Dennoch erwarte ich, dass das Niveau im nacholympischen Jahr nicht ganz so hoch ist wie in der vergangenen Saison“, sagt Fürste. Für ihn ist nicht die Hygiene das Hauptproblem, sondern die Trennung von Tochter Emma (20 Monate alt). „Das ist super hart, aber zum Glück muss ich dieses Mal nicht direkt im Anschluss zum Auswahllehrgang nach Südafrika“, sagt er. Christopher Rühr steht dieser Trip dagegen bevor, wenn am 26. F ebruar die HIL-Endrunde absolviert ist. „Aber wenn wir den Titel holen, dann werde ich mit viel Euphorie nach Kapstadt fliegen“, sagt er.