Frankreich

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Handball-WM

Zweimalige Welthandballer im Privatduell: Dänemarks Mikkel Hansen und Frankreichs Nikola Karabatic beim Olympiafinale in Rio

Zweimalige Welthandballer im Privatduell: Dänemarks Mikkel Hansen und Frankreichs Nikola Karabatic beim Olympiafinale in Rio

Foto: picture alliance

Wie kann ich die Spiele in Deutschland sehen? Wer sind die Favoriten? Die wichtigsten Infos zur 25. Weltmeisterschaft der Männer.

Paris.  Der Wirbel um die Not-Übertragung hat einen ersten Schatten über die Handball-WM in Frankreich gelegt. Wer sich die Topstars und das deutsche Abschneiden live anschauen will, braucht eine möglichst gute Internetverbindung. Aber wie gut stehen Deutschlands Chancen beim Abschiedsturnier von Bundestrainer Dagur Sigurdsson überhaupt? Und woran müssen sich die Fans vielleicht erst gewöhnen? Das Abendblatt beantwortet die wichtigsten Fragen zu dem Turnier, das am Mittwoch (20.45 Uhr) in Paris mit dem Spiel des Gastgebers und Titelverteidigers gegen Brasilien beginnt.

Wie kann ich die Spiele in Deutschland sehen? Im Internet. Nachdem die Verhandlungen zahlreicher TV-Sender mit Rechteinhaber BeIn Sports gescheitert waren, sicherte sich Handballsponsor DKB auf den letzten Drücker die Übertragungsrechte. Die Begegnungen werden auf handball.dkb.de kostenlos gezeigt. Wer allerdings nicht über eine stabile Verbindung verfügt, könnte in die Röhre schauen. Die DKB überträgt neben allen deutschen Spielen zahlreiche weitere. Auf Deutsch kommentiert (durch das erfahrene Sport1-Duo Markus Götz und Uwe Semrau) werden allerdings nur die Partien mit deutscher Beteiligung sowie das Eröffnungsspiel, die Halbfinals und das Finale. In den anderen Spielen ist der englische Kommentar zu hören. Ein klassisches TV-Studio gibt es nicht. Außerdem hat der Deutsche Handballbund die Public-Viewing-Rechte für die deutschen Spiele gekauft. Diese werden kostenlos an Vereine und Verbände weitergegeben.

Wer sind die Favoriten? Als Titelverteidiger und Gastgeber werden den Franzosen, deren Co-Trainer der frühere HSV-Kapitän Guillaume Gille ist, die größten Chancen eingeräumt. „Für mich sind sie der ganz große Favorit – von dem aber auch nicht weniger als der Titel erwartet wird im eigenen Land“, sagt Deutschlands Kapitän Uwe Gensheimer, der für Paris Saint-Germain spielt und nach dem überraschenden Tod seines Vaters derzeit bei seiner Familie in Mannheim weilt. Frankreichs Topstars wie Daniel Narcisse (37), Thierry Omeyer (40) oder Nikola Karabatic (32) sind jedoch nicht mehr jung. Neben dem Gastgeber dürfte auch Olympiasieger Dänemark große Chancen auf den Titel haben. Interessant wird auch sein, wie sich die Spanier nach der empfindlichen EM-Pleite gegen Deutschland präsentieren.

Wie stehen Deutschlands Chancen? Als Europameister und Olympiadritter zählt Deutschland zu den Favoriten. Dass erneut zahlreiche Spieler fehlen, muss kein Nachteil sein. Vor einem Jahr war Bundestrainer Sigurdsson mit der jüngsten Truppe der EM ein Coup gelungen. Die Mannschaft dürfte durch den angekündigten Abschied des Isländers zudem besonders motiviert sein. Möglicherweise bekommt sie auch weltmeisterliche Unterstützung: Der Flensburger Holger Glandorf, der 2007 der Nationalmannschaft in Deutschland zum Titel verholfen hatte und 2014 zurückgetreten war, stand beim abschließenden Test gegen Österreich (s. Infokasten) überraschend im Kader. Ob der Linkshänder bei der WM zum Einsatz kommt, ist offen. Aus dem Kader gestrichen wurden die Rückraumspieler Philipp Weber und Jens Schöngarth sowie Kreisläufer Erik Schmidt.

Wer sind die Stars? Mikkel Hansen (Dänemark) und Karabatic wurden je zweimal zum Welthandballer des Jahres gewählt. Im letzten Gruppenspiel der Deutschen gegen Kroatien am 20. Januar (17.45 Uhr) kommt es zum Aufeinandertreffen von Gensheimer und dem früheren HSV-Spielmacher Domagoj Duvnjak. Auch die Altstars Narcisse und Laszlo Nagy (Ungarn) sind dabei. Ob Katar mit seinen eingebürgerten Stars Rafael Capote und Danijel Saric an die Silbermedaille von 2015 anknüpfen kann, bleibt abzuwarten.

Wie ist der Modus? Die 24 Teams treffen zunächst in vier Gruppen à sechs Mannschaften aufeinander. Die jeweils besten vier qualifizieren sich für die K.-o.-Runde. Deutschland spielt in Gruppe C in Rouen gegen Ungarn (Freitag, 17.45 Uhr), Chile (Sonntag, 14.45 Uhr), Saudi-Arabien (17. Januar, 17.45 Uhr), Weißrussland (18. Januar, 17.45 Uhr) sowie Kroatien und würde im Achtelfinale auf ein Team aus Gruppe D treffen, wobei der jeweilige Erste gegen den Vierten beziehungsweise der Zweite gegen den Dritten spielen. Wer Fünfter oder Sechster in den Gruppen wird, spielt im President’s Cup um die Plätze 17 bis 24 weiter.

Was ist neu? Erstmals bei einem internationalen Männerturnier dürfen die Schiedsrichter den Videobeweis nutzen. Die Technik steht an allen acht Spielstätten zur Verfügung. So dürfen die Unparteiischen etwa darauf zurückgreifen, wenn es um die Frage geht, ob ein Ball im Tor war.