US Open-Siegerin

Kerber: „Tennis in Deutschland soll wieder größer werden“

Überfliegerin:Weltranglisten-Erste Angelique Kerber posiert bei ihrer Rückkehr in München nach ihrem Triumph bei den US Open

Überfliegerin:Weltranglisten-Erste Angelique Kerber posiert bei ihrer Rückkehr in München nach ihrem Triumph bei den US Open

Foto: Matthias Balk / dpa

Kielerin und Weltranglisten-Erste Angelique Kerber verrät nach ihrem Sieg bei den US Open, wie sie sich auf der Tour entspannt.

München/Kiel.  Nach ihrem Triumph bei den US Open und dem Sprung an die Spitze der Weltrangliste sehnt Angelique Kerber die nächste Tage Urlaub herbei. „Ich freue mich darauf auszuschlafen, gut zu essen, mich mit Freunden und Familie zu treffen, einfach den Tennisschläger mal in die Ecke zu legen“, sagte die Kielerin in München.

Dort war sie nach dem Grand-Slam-Sieg von New York gelandet und gab vor einer zweiwöchigen Auszeit noch einmal eine Pressekonferenz. „Da ist immer noch Gänsehaut“, sagte die 28-Jährige. Am Sonnabend hatte Kerber ihr zweites Grand-Slam-Turnier gewonnen und als erste Deutsche seit Steffi Graf Weltranglistenplatz eins erobert.

Angelique Kerber: So reagiert das Netz auf den Triumph

Sie hoffe nun, dass der Tennis auch in Deutschland wieder populärer wird. „Ich hoffe, dass der Tennisboom auch in Deutschland wieder größer wird“, sagte sie. "Mehr kann ich nicht tun dafür. Ich hoffe, dass viel mehr Leute jetzt wieder den Tennisschläger in die Hand nehmen." Seit der Becker- und Graf-Ära haben deutsche Spieler im internationalen Tennis nur vereinzelt eine entscheidende Rolle gespielt.

„Ich muss niemandem mehr etwas beweisen“

„Ich muss niemandem mehr etwas beweisen, jetzt bin ich ganz oben“, sagte sie. Die Nummer 1 will sie so lange wie möglich verteidigen. „Dafür werde ich alles geben“, verkündete die Linkshänderin, die erst Ende September im chinesischen Wuhan wieder ein Turnier spielen will.

Nach ihrem achtwöchigen Übersee-Trip mit dem Olympia-Turnier in Rio und zum Abschluss dem Grand Slam in Flushing Meadows genoss Kerber bereits die Landung am Dienstagmorgen am Flughafen München. „Als ich rausgekommen bin, habe ich gemerkt, die deutsche Luft ist wieder da“, erzählte sie und grinste. „In Amerika war es so schwül gewesen.“

Kerber besucht Gegnerin in Puerto Rico

Eine baldige Rückkehr auf den amerikanischen Kontinent ist aber wahrscheinlich. Denn Kerber wolle die Einladung ihrer Rio-Finalgegnerin Monica Puig annehmen. Die Goldmedaillengewinnerin aus Puerto Rico hatte die Kielerin nach dem olympischen Endspiel in ihre karibische Heimat eingeladen. "Ich freue mich auch jetzt schon, nach meiner Karriere einfach mal ohne meine Tennistasche zu reisen - nur mit meiner Handtasche und einem Fotoapparat", kündigte Kerber strahlend an.

Etwas habe sie auf der Tour in den vergangenen Monaten stets begleitet. „Ich habe nach dem Finale endlich Homeland zu Ende geguckt“, sagte sie den Journalisten grinsend. Sie lese eigentlich viel, um sich zu entspannen. Doch in letzter Zeit habe sie vor allem die US-amerikanische Serie verfolgt, die sich um den Krieg gegen den Terror dreht.