Nach Unfall

Behinderter Ex-Boxer Boytsov kehrt Hamburg den Rücken

Denis Boytsov als Boxer

Denis Boytsov als Boxer

Foto: TayDucLam / WITTERS

Die Ehefrau des früheren Profis des Hamburger Universum-Stalls hatte sich aus privaten Gründen für eine Rückkehr in die Hauptstadt entschieden.

Hamburg. Die Freude war riesig gewesen Ende Oktober. Mehr als 60.000 Euro – 10.000 durch den Erlös aus dem Kartenverkauf, 50.000 durch eine Spende des tschetschenischen Staatschefs Ramsan Kadyrow – waren zusammengekommen auf der Benefizgala, die der Hamburger Boxpromoter Erol Ceylan zugunsten von Denis Boytsov organisiert hatte. Der Russe, der einst als größte Hoffnung im Schwergewicht galt, ist seit einem mysteriösen Unfall in einem Berliner U-Bahn-Tunnel Anfang Mai 2015 schwerst behindert.

Die Einnahmen des Galaabends wurden verwendet, um den Transport des 30-Jährigen aus einem Berliner Krankenhaus in ein von Ceylan zur Verfügung gestelltes Einfamilienhaus in Dohren südlich von Hamburg sowie die Behandlung auf der Frührehabilitations-Station des Krankenhauses Harburg zu finanzieren. „Denis hatte hier perfekte Bedingungen, um gesundheitliche Fortschritte zu machen“, sagt Ceylan. Zuletzt konnte der frühere Profi des Hamburger Universum-Stalls und des Berliner Sauerland-Teams sogar schon zeitweilig im Rollstuhl sitzen.

Seit vergangenen Freitag jedoch ist Boytsov wieder in Berlin. Ehefrau Olga hatte sich aus privaten Gründen für eine Rückkehr in die Hauptstadt entschieden. „Sie fühlte sich zu weit außerhalb der Stadt und wollte in ihr vertrautes Umfeld nach Berlin zurück“, sagt Ceylan, der den Schritt der Familie, zu der eine sieben Monate alte Tochter gehört, sehr bedauert. „Für Denis wäre es sicherlich besser gewesen, in einem behindertengerechten Haus zu leben als in einer kleinen Wohnung“, sagt er. Dennoch habe man der Familie auch weiterhin jegliche Unterstützung zugesichert. „Dank der Spenden und der Unterstützung des Staates haben Denis und Olga eine ordentliche Basis für ein halbwegs normales Leben.“ Den Rücktransport des Boxers finanzierten Ceylan und seine Mitstreiter allerdings erneut durch privates Geld.