Pressestimmen zu Olympia

"So etwas lassen sich die Menschen nicht mehr gefallen"

Jakob Drechsler
Aus der Traum: DOSB-Vorstand Bernhard Schwank (l.) und Hamburgs Sportsenator Michael Neumann diskutieren das Aus für die Bewertung um die Olympsichen Sommerspiele 2024

Aus der Traum: DOSB-Vorstand Bernhard Schwank (l.) und Hamburgs Sportsenator Michael Neumann diskutieren das Aus für die Bewertung um die Olympsichen Sommerspiele 2024

Foto: Witters

Medien sehen Terror, Flüchtlingskrise und Korruption als Gründe für das Hamburger Nein zu Olympia. Auch die Bürger werden kritisiert.

Hamburg. Zwischen Verständnis und Bedauern - so lautet das Medien-Echo auf das Nein der Hamburger Bevölkerung zu einer Bewerbung der Hansestadt um die Olympischen Sommerspiele 2014.

International fand das Referendum vor allem in Frankreich Beachtung, das mit der Hauptstadt Paris ins Olympia-Rennen geht. "Das ist eine Schmach für den Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland, Alfons Hörmann. Noch vergangene Woche hat er auf den entscheidenden Elan des deutschen Sports auf allen Ebenen beharrt", schreibt etwa der Figaro in seiner Online-Ausgabe.

Enttäuschung im Norden

Im Norden wird das Negativ-Votum in weiten Teilen als unglücklich bewertet. "Eine der wohlhabendsten Städte des Kontinents traut sich also nicht zu, ein Sportfest für die Welt auszurichten", schreibt die Hannoversche Allgemeine: "Wie schade. Wie klein."

Die Lüneburger Landeszeitung sieht die Gründe für die Absage in den sich häufenden Korruptionsskandalen in den Sportverbänden: "So etwas lassen sich die Menschen, die in diesen unruhigen Zeiten andere Themen bewegen, nicht mehr gefallen."

Abendblatt-Kommentar: "Hamburg hat sich selbst um eine große Chance gebracht"

Für den Bremer Weser Kurier haben auch die Anschläge von Paris ihren Teil zur Stimmungswende beigetragen. "Man könnte auch sagen: Die Terroristen haben auch in Hamburg geschafft, was sie wollten - Angst verbreiten", urteilt Kommentator Peter Voith.

Die Dithmarscher Landeszeitung (Heide) hofft dennoch auf einen positiven Effekt für die Nordländer: "Aus den Trümmern der Bewerbung lässt sich aber vielleicht noch etwas Brauchbares für den Sport, die Infrastruktur und die Zusammenarbeit von Hamburgern und Schleswig-Holsteinern zusammenbasteln."

Lesen Sie hier eine Auswahl internationaler Pressestimmen: