Tour de France

Ivan Basso steigt nach Horror-Diagnose aus der Tour aus

Ivan Basso (r.) wird Alberto Contador bei der 102. Tour de France nicht mehr durch die Berge helfen können

Ivan Basso (r.) wird Alberto Contador bei der 102. Tour de France nicht mehr durch die Berge helfen können

Foto: dpa

Auf der fünften Etappe hatte sich der Italiener eine Hodenquetschung zugezogen. Eine genauere Untersuchung brachte ein böses Ergebnis.

Pau. Der italienische Radprofi Ivan Basso ist an Hodenkrebs erkrankt. Das teilten der 37-Jährige und sein Team Tinkoff-Saxo am ersten Ruhetag der 102. Tour de France in Pau mit.

Die Erkrankung war am Sonntag im Krankenhaus festgestellt worden. Vorausgegangen war ein Sturz des zweimaligen Giro-Siegers auf der fünften Etappe, auf der sich der Rundfahrt-Spezialist eine Hodenquetschung zugezogen hatte.

Basso war bei der Tour als Helfer von Alberto Contador (Spanien) in den bevorstehenden Bergetappen eingeplant gewesen. Noch am Montag stand seine Abreise auf dem Programm, der Italiener muss so schnell wie möglich operiert werden.

Zur zehnten Etappe am Dienstag nach La Pierre-Saint-Martin tritt der zweimalige Sieger des Giro d'Italia nicht mehr an.

Froome fürchtet nur noch Contador

Derweil geht Spitzenreiter Christopher Froome mit großem Selbstbewusstsein in die Pyrenäen und sieht seine Rivalen bereits angeschlagen. „Wenn du als Sieganwärter fast täglich Zeit verlierst, ist das eine negative Sache. Die Moral kann nicht gut sein“, sagte der Kapitän vom Team Sky bei einer Pressekonferenz am Montag. Seine Form sei „stärker als 2013“, die Ausgangsposition „ein Traum-Szenario“, betonte er.

Froome liegt nach der ersten Tour-Woche 1:03 Minuten vor Contador. Der kolumbianische Kletterspezialist Nairo Quintana (1:59) und Vorjahressieger Vincenzo Nibali (2:22) aus Italien haben auf den kniffligen Etappen der letzten Tage sogar noch mehr Zeit verloren. So erwartet Froome die größte Gefahr von Contador: „Er ist ein Kerl, der die Schwächen der anderen ausnutzt. Man muss ihm größten Respekt zollen.“

Der Brite sieht sich aber bestens gerüstet. „Ich fühle mich frischer und mental stärker“, sagte Froome am Montag im Vergleich zu seinem Toursieg 2013. Auch Teamchef Dave Brailsford meint, dass die Ausgangsposition nicht hätte besser sein können. Im vergangenen Jahr war Froome nach einem Sturz ausgeschieden. (dpa/sid)