Champions League

1000 Fans flippen bei Messis Ankunft aus

Luis Suarez, Javier Mascherano und Lionel Messi (v.l.) bei ihrer Ankunft in Berlin

Luis Suarez, Javier Mascherano und Lionel Messi (v.l.) bei ihrer Ankunft in Berlin

Foto: Alexander Hassenstein / dpa

Mit dem „Duell der Giganten“ zwischen dem FC Barcelona und Juventus Turin am Sonnabend in Berlin rückt der Fußball wieder in den Blickpunkt.

Berlin. Triple-Jagd, Messi-Show, ter-Stegen-Heimspiel: Nach dem täglichen Frust über die Fifa-Enthüllungen will sich König-Fußball am Sonnabend beim Champions-League-Finale von Berlin zwischen dem FC Barcelona und Juventus Turin (20.45 Uhr/Liveticker auf abendblatt.de) wieder von seiner Glanzseite präsentieren. Das Finale verspricht das Beste an Fußball-Kunst, was der Erdball derzeit hergibt.

Ein Spieler ragt heraus: Lionel Messi. Der kleine Argentinier nimmt mit Barca seinen vierten Titel in der Champions League ins Visier und kann mit Rekordhalter Clarence Seedorf gleichziehen. Zudem könnte der viermalige Weltfußballer in seinem dritten Finale sein drittes Tor erzielen - das gab es noch nie.

„Es ist ein Champions-League-Endspiel – es ist ein langer Weg bis in das Finale, und wir wissen, dass es nicht einfach ist, wieder diesen Titel zu holen“, sagte der Ausnahmekönner, der die Königsklasse mit den Katalanen bereits 2006, 2009 und 2011 gewann. Nach 2009 könnte Messi auch zum zweiten Mal das Triple mit Barca holen - ebenfalls ein Novum.

Juventus, das wie Barca das Triple holen kann, fürchtet sich regelrecht vor Messi. „Er ist ein Alien. Alles, was du tun kannst, ist zu applaudieren.“, sagte Abwehrspieler Leonardo Bonucci. Sein Trainer Massimilano Allegri versuchte, seinen Spielern Mut zu machen. „Alles, was wir tun müssen, ist unser Spiel zu spielen, es gut zu machen und zu zeigen, dass wir den Pokal holen können“, sagte der Coach.

Viel stimmungsvoller hätte Messis erster Auftritt vor dem Champions-League-Finale dann auch in Barcelona nicht sein können. Etwa 1000 heißblütige Fans feierten den Superstar bei dessen Ankunft in Berlin am Freitagnachmittag mit lauten Sprechchören und rangelten um die beste Position für ein Handyfoto. Um einen kurzen Blick auf Messi zu erhaschen, kletterten einige Fans sogar auf das Vordach des Teamhotels am Potsdamer Platz. Die Sicherheitskräfte kamen mächtig ins Schwitzen.

Gefürchtet bei Juve ist auch der Rekordsturm der Spanier mit Messi, Luis Suárez und Neymar. Der „Dreizack“ brachte es in der laufenden Saison wettbewerbsübergreifend auf 120 Tore - so viel erzielte zuvor noch keine andere Sturmreihe. „Ich habe große Bedenken, wenn sie auf mein Tor zukommen“, sagte Juve-Keeper Gianluigi Buffon ehrfurchtsvoll.

Barca-Coach Luis Enrique hat sich für seine Schützlinge eine ganz besondere Motivation einfallen lassen. Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit lässt der Trainer die Spielerfrauen bei ihren Männern im Hotelzimmer übernachten und sorgt so für besonderen Momente der Entspannung.

Kein Wiedersehen wird es in Berlin mit „Beißer“ Luis Suárez und seinem „Opfer“ Giorgio Chiellini geben. Juves Verteidiger fällt wegen einer Wadenverletzung aus. Im letzten Sommer bei der WM 2014 war er Opfer einer Beißattacke von Suárez geworden. Für Chiellini könnte der Ex-Wolfsburger Andrea Barzagli in die Startelf rücken.

Neben Barzagli kehren auch Juves Alt-Stars Andrea Pirlo und Gianluigi Buffon an die Stätte ihres größten Erfolgs zurück. Das Trio gewann am 9. Juli 2006 mit der Squadra Azzuraa im Berliner Olympiastadion den WM-Titel. Das Endspiel der Königsklasse dürfte neun Jahre später die letzte Chance des Trios auf einen großen Titel sein.

In der Fachwelt wird Barcelona als leichter Favorit gehandelt. „Ich tippe auf ein 2:1 für Barcelona in der regulären Spielzeit“, sagte Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld. Der zweimalige Champions-League-Sieger glaubt, das viel davon abhängt, wie Juve nach Angriffen in die Defensive zurückschaltet. „Das war zuletzt nicht immer optimal.“

Auch Barcas Profis bringen Juves Spieler höchsten Respekt entgegen. „Sie sind schwierig zu spielen“, sagte Defensivspezialist Javier Macherano: „Juve ist keine typische italienische Mannschaft. Sie wissen, wie man angreift und sie können es auf unterschiedliche Art und Weise tun.“

Die voraussichtliche Aufstellungen

Turin: Buffon - Lichtsteiner, Bonucci, Barzagli (Ogbonna), Evra - Marchisio, Pirlo, Pogba - Vidal - Tevez, Morata. - Trainer: Allegri

Barcelona: Ter Stegen - Alves, Pique, Mascherano, Alba - Busquets - Rakitic, Iniesta - Messi, Suarez, Neymar. - Trainer: Enrique

Schiedsrichter: Cüneyt Cakir (Türkei).