Primera Division

Streik in Spanien: Die Weltmeisterliga steht still

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Der Versuch einer Einigung zwischen der Liga und der Spielergewerkschaft scheiterte am Freitag wenige Stunden vor dem Saisonstart.

Madrid. Die Liga der Weltmeister steht still: Spaniens Fußballer haben ihre Streikdrohung wahr gemacht. Der erste Spieltag der Primera Division wurde am Freitagmittag etwa 27 Stunden vor dem geplanten Saison-Beginn verschoben, nachdem ein letztes Krisentreffen von Verantwortlichen der Liga LFP mit Vertretern der Spielergewerkschaft AFE ohne Einigung geendet hatte. Für Mesut Özil, Sami Khedira, Lionel Messi und Co. beginnt die neue Spielzeit damit frühestens am letzten August-Wochenende.

Denn an diesem Samstag und Sonntag, das teilte LFP-Präsident Jose Luis Astiazaran mit, wird kein Fußball gespielt. „Wir haben unsere Positionen heute noch einmal klargemacht. Sie liegen weit auseinander. Wir konzentrieren uns jetzt darauf, den zweiten Spieltag zu retten“, sagte Astiazaran. Für Samstag und Montag sind jeweils um 10.15 Uhr weitere Verhandlungsrunden angekündigt.

Die AFE ist hart geblieben, obwohl wahrscheinlich alle spanischen Fans gehofft hatten, die Spielergewerkschaft werde unter Zeitdruck doch noch von ihrer Forderung abrücken. Sie verlangt einen besseren Schutz für die Gehälter der Spieler, da die Klubs in der vergangenen Saison insgesamt 50 Millionen Euro nicht ausgezahlt hätten. Es sind angeblich 200 Spieler betroffen, die Vereine der Eliteklasse haben insgesamt rund vier Milliarden Euro Schulden.

Ein erstes Treffen war bereits am Mittwoch ergebnislos verlaufen. Die LFP soll den Spielern auf den letzten Drücker einen Notfall-Fonds von 40 Millionen Euro angeboten haben, der AFE war dies aber zu wenig. „Alle Spieler stehen hinter dem Streik. Ich kann versichern, dass nicht gespielt wird“, hatte Real Madrids Weltmeister-Torhüter Iker Casillas schon vor Tagen gesagt.

Die Kunde vom Streik überlagerte sogar die Neuigkeiten vom turbulenten Supercup-Duell zwischen Real und dem FC Barcelona (2:3). Nach einem brutalen Foul von Verteidiger Marcelo an Barcas Neuzugang Cesc Fabregas war es an der Seitenlinie zum Tumult gekommen, bei dem Reals Özil und der ebenfalls bereits ausgewechselte Barca-Angreifer David Villa die Rote Karte sahen. Außerdem soll Madrids Trainer Jose Mourinho Barcas Co-Trainer Tito Vilanova ins Auge gefasst haben.

„Ich bin unschuldig“, beteuerte Özil in der Bild-Zeitung: „Das kann man im Fernsehen sehen. Rangeleien sind nie auszuschließen, das ist dann pure Emotion. Und wenn Kollegen angegriffen werden, dann versuche ich zu helfen.“ Villa hatte Özil offenbar zuerst geschlagen, was auch auf Fernsehbildern zu sehen war - nun wartet Spanien auf die Sanktionen.

Mourinho hatte gleich mehrere Entschuldigungen für sein Verhalten parat. „Es ist unsportlich, dass Tito Vilanova uns während des gesamten Spiels provoziert und beschimpft hat“, zitierte die Sportzeitung „AS“ den Trainer. Barca ließ verlauten, auf eine Klage gegen Mourinho zu verzichten. Doch zumindest Özil droht eine Sperre zum - nun verschobenen - Saisonauftakt.

Die Zeit drängt, eine Lösung in der Auseinandersetzung zwischen Liga und Spielergewerkschaft zu finden. Aufgrund der im kommenden Sommer anstehenden EM in Polen und der Ukraine gibt es nur wenige Termine für Nachholspiele.

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