Boxen

Anonymer Brief könnte Profiboxer Brähmer entlasten

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Der wegen schwerer Körperverletzung angeklagte Weltmeister kann sich vorerst voll auf seinen Sport konzentrieren.

Hamburg. Im Fall des der schweren Körperverletzung beschuldigten Profiboxers Jürgen Brähmer hat dessen Verteidiger Johannes Eisenberg erneut schwere Vorwürfe gegen den zuständigen Richter Rainer Schmachtel erhoben. Der Berliner Rechtsanwalt hatte in der Strafakte, die ihm erst einige Wochen nach der Urteilsverkündung am 12. Januar zugegangen war, einen anonymen Brief gefunden, der am 11. Januar beim Schweriner Amtsgericht eingegangen war.

In diesem wird die Frau, die Brähmer im September 2008 verletzt haben soll, als "Betrügerin, die ihr Leben auf Kosten anderer aufbaute" bezeichnet. "Es hätte zu den Pflichten des Richters gehört, mich über den Eingang des Briefs zu unterrichten, um mir Gelegenheit zu geben, Ermittlungen anzustellen", so Eisenberg, der im Verhalten Schmachtels "eine schwere Verletzung von Dienstpflichten" sieht.

Schmachtel, der den WBO-Weltmeister im Halbschwergewicht zu 16 Monaten Haft verurteilt hatte, wollte sich zu Er- und Inhalt des Briefs nicht äußern. Den Vorwurf, er habe vorsätzlich prozessrelevante Informationen zurückgehalten, wies er als "lächerlich" zurück. Brähmers Verteidigung, die während der Verhandlung bereits einen Befangenheitsantrag gegen Schmachtel gestellt hatte, hatte Berufung gegen das Urteil eingelegt. Bis dieses rechtskräftig ist, bleibt der 31-Jährige auf freiem Fuß und kann seinem Beruf nachgehen.

Eisenberg hofft nun, dass sich der anonyme Briefschreiber bei ihm meldet und sich als Zeuge in der Berufungsverhandlung zur Verfügung stellt. Das Berufungsgericht forderte er auf, die in dem Schreiben behaupteten Sachverhalte zu ermitteln.