Hamburger SV: Best of Nullerjahre

Juve-Hammer und Derby-Fieber: Die großen Momente des HSV

Vom 4:4 gegen Juventus Turin bis zum Fußball-Epos gegen Werder - abendblatt.de erinnert an fünf prominente HSV-Spiele aus dem letzten Jahrzehnt.

13. September 2000: Das HSV-Jahrhundertspiel

Am 13. September 2000 erfüllte sich für HSV-Anhänger die lang ersehnte Rückkehr in den internationalen Spitzenfußball - in die Königsklasse. Und gleich im ersten Gruppenspiel lieferten sich die Hamburger gegen Juventus Turin eine Fußball-Schlacht, die 4:4 endete. Die Weltauswahl der "alten Dame" um Zinedine Zidane, Edgar Davids und Filippo Inzaghi lag bereits mit 3:1 in Führung, bevor der HSV innerhalb von 20 Minuten drei Tore schoss. Sogar Keeper Hans-Jörg Butt durfte sich mit seinem Elfmeter zum 3:3 in die Liste der Torschützen eintragen. Im neuen Volkspark schien man am Ziel aller Träume. Doch der nervenstarke Inzaghi hatte andere Pläne: Mit seinem dritten Treffer des Abends verwandelte er einen selbst herausgeholten Elfmeter kurz vor Schluss zum 4:4.

Für den Champions League-Auftakt hätte sich kein besserer Gegner als "Juve" finden können. Es ist ein Duell mit Tradition. 1983 entriss ein Schuss von Felix Magath den siegesicheren Turinern den Pokal der Landessieger, dem Vorgänger der heutigen Champion League.

21. August 2004: Das Skandalspiel

Kein richtiger "Big Moment", aber am Ende gab es "Big Money": Im DFB-Pokal scheiterte der HSV mit 2:4 beim SC Paderborn schon in der ersten Runde. Der Schiedsrichter Robert Hoyzer gestand später, das Spiel manipuliert zu haben. Der HSV verlangte daraufhin ein Wiederholungsspiel oder eine nachträgliche Qualifikation für die nächste Runde, zog den Einspruch jedoch zurück - gegen eine saftige Entschädigung von 500.000 Euro und ein Länderspiel, dass nach Hamburg vergeben wurde. Kurz nach dem Spiel wurden Trainer Klaus Toppmöller und seine Spieler noch von aufgebrachten HSV-Fans beschimpft, die ihrem Team fehlende Motivation vorwarfen.

24. September 2005 und 4. März 2006: Zwei Siege gegen Bayern

Zumindest nach Punkten die beste HSV-Bundesligasaison des letzten Jahrzehnts: 2005/2006 wurde man in einer Marathon-Spielzeit Dritter mit 68 Zählern. 55 Pflichtspiele, damit war der Rekord aus der Spielzeit 1972/73 gebrochen. Zwei Spiele sollen exemplarisch für die starke Saison herhalten: Sowohl zu Hause als auch auswärts siegten die Hamburger gegen den FC Bayern München. Das Hinspiel in der Hansestadt gewann man souverän mit 2:0. In der Rückrunde sorgte Nigel de Jong mit einem späten Kopfballtor für den ersten HSV-Sieg in München seit 24 Jahren.

20. Oktober 2007: Olic besser als Seeler

Dem Hamburger Hattrick-Schützen Ivica Olic war die Lobhudelei fast peinlich: „Ich musste die drei Tore einfach machen“, gab er die Empfehlungen freundlich an seine Vorlagengeber weiter. Der amtierende Deutsche Meister VfB Stuttgart musste für die Olic-Show herhalten. Mit 1:4 verloren die Schwaben. Olic's drei Tore in einer Halbzeit (7.,23. und 35. Minute), ein lupenreiner Hattrick, gelangen nicht einmal HSV-Legende Uwe Seeler.

22. April 2009 bis 10. Mai 2009: Derby-Fieber im Frühling

Innerhalb von 19 Tagen trafen die beiden Nord-Klubs aus Bremen und Hamburg gleich vier Mal aufeinander. Der Hamburger SV ging aus dieser Serie zwar als Verlierer hervor, doch lieferten sich die beiden Mannschaften eine epische Schlacht. Schon der "erste Akt", das DFB-Pokal-Halbfinale am 22. April, hatte es in sich. Erst im Elfmeterschießen konnte man sich auf einen Sieger einigen. Werder-Torwart Tim Wiese parierte drei Elfmeter, um den Bremern das Ticket nach Berlin zu lösen. Danach kam es zum Papierkrieg: Erinnern wir uns an die 82. Minute in der Arena des HSV, Uefa-Cup-Rückspiel gegen Bremen. Der HSV hatte das Hinspiel im Weserstadion 1:0 gewonnen. Acht Minuten vor Spielende will Thomas Gravgaard den Ball unter Kontrolle bringen. Wie ein Flummi hüpft der jedoch auf einer auf dem Rasen liegenden Papierkugel, Gravgaard trifft ihn unkontrolliert mit dem Schienbein - Eckstoß. Wütend kickt der HSV-Däne die Kugel vom Feld. Und der echte Ball? Der liegt Sekunden später nach einem Kopfball von Frank Baumann im HSV-Tor. 3:1 für Werder.

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