Handball

Verletzter Schröder zurück in Hamburg - erneut operiert

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HSV-Handballer Stefan Schröder fuhr im Zug nach Hamburg, fliegen hatte der Arzt verboten. Für ihn war die EM bereits nach dem Auftaktspiel beendet.

Innsbruck. Irgendwo bei München haben sich die Wege von Christian Schöne und Stefan Schröder gestern Morgen gekreuzt. Schöne befand sich im Auto auf dem Weg von Göppingen nach Innsbruck. Bundestrainer Heiner Brand hatte den Rechtsaußen nachnominiert, wieder einmal. Schröder wiederum fuhr im Zug nach Hamburg, fliegen hatte der Arzt verboten. Für den HSV-Rechtsaußen war die Handball-EM bereits nach dem Auftaktspiel beendet. Beim Versuch, einen Abpraller zu sichern, hatte er am Dienstag im Zweikampf mit dem Polen Tomasz Rosinski einen Schlag aufs linke Ohr bekommen. Im Krankenhaus wurde aus Befürchtung Bestätigung: Riss des Trommelfells. Schröder wurde sofort operiert, das Ohr mit einem Pad versehen. Nach einer Ankunft in Hamburg musste er ein zweites Mal unters Messer, um den Riss endgültig zu schließen. 14 Tage darf er keinen Sport treiben. Es muss auf ihn wie eine Strafe wirken. Bloß wofür?

Nach seiner vorzeitigen Rückkehr ist Schröder sogar erneut am linken Ohr operiert worden. In Hamburg wurde der Riss bei einer weiteren Operation am Mittwoch vollständig geschlossen. Schröder muss zwei bis drei Wochen pausieren.

Schröder (28) und die Nationalmannschaft, das ist eine Geschichte, die seit Langem ihrer Vollendung harrt. Über Jahre hatte Florian Kehrmann (32) den Alleinvertretungsanspruch auf seiner Position. Es hat Schröder die aktive Teilhabe am WM-Sieg 2007 gekostet. Bei der EM 2008 durfte Schröder im verlorenen Spiel um Platz drei endlich bei einem Großereignis debütieren - weil Kehrmann verletzt war. Vor den Olympischen Spielen aber warf ihn ein Handbruch entscheidend zurück.

Kehrmann ist nach Peking von Brand aussortiert worden. Als sich bei der WM 2009 noch Christian Sprenger früh verletzte, war niemand mehr da, der sich Schröder in den Weg hätte stellen können. Doch dann erkrankte der Hamburger so schwer, dass er zusehen musste, wie der nachgereiste Schöne Deutschland mit sieben Toren gegen Mazedonien in die Hauptrunde warf. Aus dem Kalten, einfach so. Jetzt scheint sich die Geschichte zu wiederholen. Gegen Polen ließ Brand Schröder anfangen und nicht Sprenger. "Er war die Nummer eins auf der rechten Seite, dafür hat er jahrelang gearbeitet", sagt HSV-Sportchef Christian Fitzek. Aber er ist sicher: "Stefan wird sich wieder rankämpfen."