HSV im Trainingslager

Der Nachwuchs begeistert - Zé Roberto lässt sich Zeit

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Fünf Spieler aus der Regionalliga-Mannschaft sind mit im Trainigslager. Seit dem Durchbruch von Tunay Torun sind sie motivierter denn je.

Belek/Hamburg. Trainieren, essen, schlafen - Trainingslager werden in der Regel vom monotonen Alltag bestimmt. Von Lagerkoller ist bei den HSV-Spielern aber noch nichts zu merken. Die Stimmung ist weiter positiv, niemand lässt sich hängen.

Nach seinen Knieproblemen hat auch Stürmer Marcus Berg am Mittwochnachmittag erstmals im neuen Jahr am Mannschaftstraining des Hamburger SV teilgenommen. Der Schwede will beim Rückrundenstart am 16. Januar gegen den SC Freiburg im Kader sein. "Marcus hat leider einige Einheiten verpasst. Jetzt hoffen wir natürlich alle, dass er die Sachen schnell aufholen kann", meinte Labbadia. Noch im Kraftraum der Luxushotelanlage stärkte sich Eljero Elia nach seinem Haarriss im linken Knöchel. "Ich habe keine Schmerzen mehr, aber das Freiburg-Spiel ist für mich zu früh", sagte der niederländische Nationalspieler.

Mittelfeldstar Ze Roberto soll am kommenden Dienstag wieder zum Kader stoßen. Der Brasilianer hatte am ergangenen Samstag zunächst ohne Angaben von Gründen auf die Reise der Hanseaten ins Trainingslager verzichtet und sich erst am Montag telefonisch bei Trainer Bruno Labbadia gemeldet. Das unerlaubte Fernbleiben war von Ze Roberto mit "einem ernsten familiären Problem" begründet worden, das sich nur vor Ort in Brasilien lösen ließe. Der HSV belegte den Südamerikaner, der sich nach einer Bänderverletzung im Sprunggelenk derzeit im Aufbautraining befindet, mit einer Geldstrafe. Nach Ze Robertos Rückkehr sollen zunächst die Heilungsfortschritte im Fuß des Brasilianers untersucht werden. "Wir möchten natürlich sehen, wie es dem Fuß von Ze geht. Wenn wir das wissen, können wir weiter planen", sagte Labbadia, der zum Start der Rückrunde am 16. Januar gegen den SC Freiburg aber wohl noch auf den Mittelfeldstrategen verzichten muss.

Auch die fünf Nachwuchskicker aus der Regionalliga-Mannschaft geben Vollgas. Während Hanno Behrens, Maximilan Beister und Christian Groß bereits mit den Profis im Trainingslager waren, betreten Henrik Dettmann und Gerrit Pressel komplettes Neuland. "Sie müssen sich noch an die robuste Spielweise gewöhnen, aber wir sind sehr froh, dass sie dabei sind", äußerte sich HSV-Trainer Bruno Labbadia positiv. Mit Dettmann wurde sogar schon zum Hinrundenauftakt gegen Freiburg spekuliert, doch mittlerweile deutet vieles darauf hin, dass der Coach auf Tomas Rincon als Rechtsverteidiger setzt. "Wir sammeln jeden Tag neue Erkenntnisse über das Leistungsvermögen der Youngster, und für die Jungs sind das hier unersetzliche Erfahrungen."

Einen großen Anteil an der Entwicklung junger Spieler hat zudem Co-Trainer Ricardo Moniz. Der Holländer beschäftigt sich immer wieder mit den Talenten und zeigt ihnen auf, wie und wo sie sich verbessern können. Zuletzt formte auch er den erst 19-jährigen Tunay Torun zu einem Leistungsträger für die Profimannschaft - ein zusätzlicher Ansporn für die Nachwuchsleute, der mit dem Mythos aufräumte, beim HSV könne sowieso kein Talent den Durchbruch schaffen.

Für Torun steht das Testspiel am Donnerstag gegen den türkischen Tabellenvierten Kayserispor (19.30 Uhr) unter besonderen Vorzeichen: Zum einen hat der Youngster türkische Eltern und lief auch selbst schon für die U-21 auf, zum anderen ist er mit einigen Akteuren des Gegners befreundet: Ex-Paulianer Ömer Sismanoglu und Umut Kocin, mit dem Torun in der U-19 des HSV zusammenspielte, stehen im Kader des Testspielgegners. Und vor dem hat Labbadia gehörigen Respekt: "Das ist eine türkische Spitzenmannschaft, ein ernsthafter Test für uns. Zudem ähneln sie in ihrer Spielweise dem SC Freiburg."

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