Zeitungsberichten zufolge will sich Mercedes vom Rennstall McLaren trennen. Sportchef Norbert Haug sagt, es gäbe keine Unterschrift.

Mercedes und McLaren - das war jahrelang eine Erfolgsgeschichte in der Formel 1. Mika Häkkinen und Lewis Hamilton holten den WM-Titel für die Silberpfeile. Doch jetzt steht die Kooperation vor dem Aus. Der Stuttgarter Automobilkonzern steht angeblich vor der Trennung von seinem längjährigen Partner McLaren. Konzernchef Dieter Zetsche und weitere Führungsmitglieder der Schwaben wollen nach einem Bericht des Fachmagazins "Motorsport aktuell" am Wochenende am Rande des Großen Preises von Abu Dhabi (Sonntag, 14.00 Uhr MEZ/live bei RTL und Sky) mit den Briten die Modalitäten der Trennung festlegen, bevor man dann den Einstieg beim neuen Markenweltmeister Brawn vorantreibt. Zurzeit hält Mercedes noch 40 Prozent am Rennteam McLaren.

"Ich kann nur versichern, dass wir langfristig mit McLaren verbunden sind", sagte dazu Mercedes-Sportchef Norbert Haug am Dienstag in einer Telefonkonferenz und meinte, es gebe viele Gerüchte und nicht spruchreife Dinge: "Es gibt keine Unterschrift. Alles andere sind Spekulationen, die wir nicht kommentieren." Das Rennen in Abu Dhabi ist für den Daimler-Konzern eine Art weiteres Heimspiel, da das Wüstenemirat seit März diesen Jahres mit 9,1 Prozent größter Einzelanteilseigner ist.

Das neueste Szenario könnte aber so aussehen: McLaren wird noch zwei weitere Jahre von Mercedes mit Motoren beliefert, weil der aktuelle Vertrag angeblich noch so lange laufe. Für 2012, das letzte Jahr des aktuellen Motorenreglements der Königsklasse, müssten sich die Briten dann nach einem neuen Partner umschauen.

Mercedes war 1995 als Motorenlieferant bei McLaren eingestiegen, nachdem man zuvor zwei Jahre lang Sauber unterstützt hatte. Den ersten gemeinsamen Sieg gab es allerdings erst beim Saisonauftakt 1997 durch David Coulthard in Australien. Es folgten bislang 59 weitere Siege, drei WM-Titel bei den Fahrern (Mika Häkkinen 1998 und 1999, Lewis Hamilton 2008) sowie einer bei den Konstrukteuren (1998).

In diesem Jahr beliefern die Stuttgarter neben McLaren und Brawn auch Force India mit Motoren. Für 2010 könnte noch ein viertes Team dazukommen. Sebastian Vettels Red-Bull-Team hat großes Interesse, bislang scheiterte eine Einigung jedoch am Veto von McLaren.