Der beschwerliche Weg der Albag Baskets zu einem Team

HAMBURG. Wenn auch aller Anfang schwer ist, dieser ist es besonders. 100 Zuschauer zahlten am Sonntag mittag in der Sporthalle Wandsbek Eintritt, um die Heimpremiere der Baskets Albag Hamburg in der Regionalliga gegen den SC Rasta Vechta zu erleben. In vielleicht schon einem Jahr, so der Traum der Macher, sollen hundert mal mehr Fans den Kunst-Klub gegen Alba Berlin in der Color-Line-Arena anfeuern. Ein weiter, beschwerlicher Weg.

Sportlich hat das neuformierte Team im zweiten Saisonspiel den ersten Schritt zu einer Mannschaft gemacht. Dank einer starken zweiten Hälfte, in der aufkommendes Zusammenspiel anfängliche Alleingänge ablöste, wendeten die Hamburger einen 29:37-Rückstand zur Halbzeit zum ersten Saisonsieg. Für den finalen 81:74-Erfolg erzielte Spielmacher Cecil Egwuatu 34 Punkte. Zur 79:90-Auftaktniederlage in Oldenburg hatte er 48 beigesteuert.

"Was kann man von einer Mannschaft erwarten, die selbst keine Ziele hat? Woher soll die Motivation kommen?", fragte auf der Tribüne Wilbert Olinde ("Black Pearls"), ehemaliger Star der Basketball-Bundesliga. "Sollte der Klub die angekündigte Wildcard für die Erste Liga erhalten, wird kaum ein Spieler dieser Mannschaft der neuen angehören." Basketball-Lehrer Sven Jeglitza, einst Trainer der Hamburg Tigers, beklagte zudem die Zusammenstellung des Kaders: "Zu viele Individualisten." Martin Schiller, Teammanager der Albag Baskets, bat derweil um Geduld: "Das muß noch zusammenwachsen."

Joachim Sproß, Vorstand des Namensgebers A.L.B. AG (Allgemeine Liegenschaft und Beteiligungs Aktiengesellschaft), wird dem Projekt diese Zeit geben: "Wir sind nicht eingestiegen, um nach einem Jahr wieder auszusteigen." Das Berliner Unternehmen, das demnächst ein Büro in Hamburg aufmachen will, ist sich bewußt, bei der geplanten Promotion des Teams den finanziellen Einsatz mindestens um den Faktor zehn erhöhen zu müssen. "Wir kennen die Summen", sagt Sproß, "aber ein Spiel Albag gegen Alba hätte doch seinen Reiz."

Dazu müsse es aber nicht schon nächstes Jahr kommen, viel wichtiger sei, "daß jetzt tragfähige Strukturen aufgebaut werden". Dafür, sagt Sponsorensucher Andreas Rohde, wäre auch der Umweg über die Zweite Liga denkbar. Der Etat dort: 600 000 Euro statt des Dreifachen in Klasse eins.