Neues von oben

Skipisten locken mit Highlights

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Im Kinderland Hüttenberg im Schweizer Ferienort Braunwald können sich die Kleinsten ans Skifahren herantasten.

Im Kinderland Hüttenberg im Schweizer Ferienort Braunwald können sich die Kleinsten ans Skifahren herantasten.

Foto: dpa

Nachdem Corona die Skisaison im Winter 2020/21 zunichte gemacht hat, ist die Vorfreude jetzt groß: Endlich wieder auf die Piste! Was gibt es Neues in den Wintersportregionen der Alpen?

Innsbruck. Im vergangenen Winter ist die Skisaison wegen der Corona-Pandemie praktisch ausgefallen. Jetzt stehen viele Skifahrerinnen und Snowboarder in den Startlöchern und warten sehnsüchtig darauf, wieder auf die Piste zu kommen.

Die Wintersportorte in den Alpen waren während der Zwangspause nicht untätig. Viele haben neue Bergbahnen gebaut, Lifte modernisiert und einiges mehr unternommen. Ein Überblick.

Allgäu: Neue Bahnen rund um Oberstdorf

In der grenzüberschreitenden Skiregion Kleinwalsertal und Oberstdorf wurden zwei Zehner-Kabinenbahnen schon im Winter 2020/21 erneuert, aber damals nicht in Betrieb genommen. Nun ist es soweit: Die neue Söllereckbahn fährt vom Parkplatz bei Oberstdorf auf 1400 Meter Höhe und bietet viele Aktivitäten für Familien. Umgebaut wurde auch die Nebelhornbahn zur Bergstation Höfatsblick. Der Komfort ist nun größer: An der neuen Mittelstation ist kein Umsteigen mehr nötig.

Neue Anlagen im Salzburger Land und in der Steiermark

Das Skigebiet Kreischberg im Murtal in der Steiermark hat nach eigenen Angaben so viel Geld investiert wie noch nie: In diesem Winter ersetzt eine moderne Zehner-Gondelbahn die Sechser-Bahn aus dem Jahr 1992. Die 181 Gondeln für je zehn Mitfahrende verdoppeln die Kapazität von 2000 auf 4000 Personen pro Stunde.

Ein neues Angebot für Ski-Enthusiasten bieten der Salzburger und der steirische Skiverbund Ski amadé: Das neue Ganzjahresticket für Vielfahrer umfasst die Nutzung von 25 Sommerbergbahnen sowie das gesamte Lift- und Pistenangebot im Winter. Ob sich das Angebot jetzt noch lohnt, muss man durchrechnen: Der All Season Pass gilt von Mai bis Mai. Tickets gibt es für Erwachsene, Kinder und Jugendliche.

Sie ist benannt nach einem der berühmtesten Österreicher: In der Skiregion Snow Space Salzburg fährt ab Dezember die neue Gondelbahn "Flying Mozart". Sie bringt Wintersportler in weniger als elf Minuten 970 Höhenmeter hinauf auf das Grießenkareck. Die Kapazität: bis zu 4000 Passagiere pro Stunde. Bisher waren es 2500 Personen. Die alte Stehgondel wurde nach mehr als 30 Jahren ersetzt.

Wartezeiten an der Tal- und Mittelstation sollen mit der neuen Bahn der Vergangenheit angehören. Der fliegende Mozart bietet außerdem beheizbare Einzelsitze, Highend-Lautsprecher und WLAN. Zum Snow Space Salzburg - ebenfalls ein Teil des Riesenskiverbunds Ski amadé - gehören die Orte Flachau, Wagrein und St. Johann im Pongau.

Im Salzburger Land liegt auch das Familienskigebiet Filzmoos. Dort ersetzt die neue Mooslehenbahn - ein Sechser-Sessellift mit Wetterschutzhaube - den bestehenden Lift.

Tirol: Pistenfreuden und Rodelspaß

Richtig hoch hinaus geht es für Skifahrer am Kaunertaler Gletscher in Tirol. Dort ist von diesem Winter an die barrierefreie Weißseejochbahn im Einsatz. Die Talstation der Zehner-Gondelbahn befindet sich im Bereich der Mittelstation der bestehenden Ochsenalmbahn auf 2494 Metern Höhe. Von dort führt die neue Bahn auf das 3044 Meter hohe Weißseejoch mit umfassendem Dreitausender-Blick.

Im Skigebiet Nauders am Reschenpass geht in der anstehenden Saison eine neue Sechser-Sesselbahn in Betrieb: Die Goldseebahn bietet unter anderem eine Sitzheizung. Außerdem werden im Bereich der neuen Bahn Pisten angepasst und steilere Stellen entschärft. Das Skigebiet möchte den Komfort für die Urlauber nach und nach erhöhen.

In Obergurgl im Ötztal wurde die Rosskarbahn erneuert, eine Zehner-Gondelbahn. Sie soll vor allem Winterwanderern und anderen Ausflüglern eine bessere Anbindung an den Festkogel bieten. In knapp neun Minuten erreichen Urlauber vom Ortszentrum aus die Pisten und Gastronomie bei der Festkogl Alm auf 2668 Metern Höhe.

Für Rodelfans bietet die Tiroler Ferienregion Wipptal eine neue Attraktion: Im Navistal, einem Seitental, wurde bereits im Winter 2020/21 eine neue Naturrodelbahn fertig gebaut. Die offizielle Eröffnung fand aber erst im August statt. Die rund 800 Meter lange Bahn ist für Trainingsgruppen gedacht, es werden aber auch Kurse für Hobbyrodler angeboten. Der Startpunkt der mittelschweren Route ist an der in 1787 Metern Höhe liegenden Naviser Hütte.

Neuigkeiten in Vorarlberg

Im Skigebiet Silvretta-Montafon präsentiert sich der sogenannte Silvretta Park, der mehr sein will als die einfache Talstation einer Bergbahn: Zu dem Komplex gehören auch ein Hotel, Restaurants und eine große Tiefgarage. Herzstück ist die neue, modernisierte Valisera-Bahn. Am Streckenverlauf ändert sich nichts.

Erneuert wurde außerdem die Golmerbahn im Skigebiet Golm , ebenfalls im Montafon. Die Achter-Gondeln sind barrierefrei.

Zwei neue Bergbahnen im Gebiet Lech Zürs am Arlberg versprechen Wintersportlern weniger Wartezeit und einen schnelleren Zugang zu den Pisten. Die neue Zugerbergbahn auf den gleichnamigen Berg ist eine Zehner-Kabinenumlaufbahn, die neue Madlochbahn ein Sessellift mit Sitzheizung. Dieser bringt Skifahrerinnen und Snowboarder zur Bergstation am 2446 Meter hohen Madlochjoch.

Südtirol: Grenzüberschreitend langlaufen

Sechs Langlaufgebiete, neun Loipen, insgesamt 90 Kilometer: Das sind die Eckdaten des neuen Langlaufverbunds Venosta Nordic , der sich mit einem einzigen Ticket erkunden lässt. Das Gebiet mit leichten Genuss- und anspruchsvollen Höhenloipen erstreckt sich vom Ortler in Südtirol bis zur österreichischen Seite des Reschenpasses.

Schweiz: Durch den Berg hinauf und am Drahtseil bergab

Der autofreie Ferienort Braunwald im Osten der Schweiz hat mit seiner Skischule das Kinderland Hüttenberg erschaffen, das Übungsgelände und Familientreffpunkt zugleich sein soll. Es gibt zwei Seillifte, Parcours- und Slalomelemente und kleine Schanzen.

In Saas-Fee im Wallis wurde der Stollen der unterirdischen Standseilbahn Metro Alpin saniert. Die Technik aus den 1980er Jahren wurde dabei auf den neuesten Stand gebracht. Die Bahn fährt von Felskinn auf das Mittelallalin, einen Nebengipfel des imposanten Viertausenders Allalinhorn. Die Bahn wird von den örtlichen Touristikern als "höchstgelegene U-Bahn der Welt" vermarktet.

Im Skigebiet Vercorin - ebenfalls im Wallis - ermöglicht ein neuer kuppelbarer Sessellift vom Dezember an mehr Pistenzeit: Von Tracuit d'en Bas erreicht man Mont Major in lediglich fünf Minuten.

Das Neuste in einzigartiger Kulisse

In Zermatt zu Füßen des Matterhorns gibt es ein neues Testcenter für Skier. Es befindet sich auf dem Theodulgletscher. Wintersportler sollen hier die neusten Skimodelle in einer einzigartigen Kulisse testen können, wie es heißt.

Im Skigebiet Verbier wird die Gondelbahn Médran 1 von der Talstation nach Les Ruinettes durch die neue Médran IV ersetzt. Bisher konnten 1800 Touristen pro Stunde befördert werden, in diesem Winter sind es 3200 und später sogar 3600. Die Fahrt dauert knapp sechs Minuten. Die Talstation Verbier wurde komplett renoviert.

Im Kanton Waadt liegt der Bergort Leysin . Dort gibt es eine neue Vierer-Sesselbahn von Choulet nach Le Fer.

Am Erlebnisberg Pradaschier in der Ferienregion Lenzerheide wartet seit September eine neue Attraktion auf Besucher: eine Seilrutsche. Am Drahtseil eingehängt, rast man mit bis zu 110 Stundenkilometern talwärts. Innerhalb von rund zwei Minuten werden dabei buchstäblich wie im Flug 1739 Meter zurückgelegt. Die Zipline Pradaschier ist das ganze Jahr geöffnet. Im Winter heißt es da: auf jeden Fall den Körper dick einpacken und das Gesicht ordentlich eincremen!

© dpa-infocom, dpa:211018-99-641870/6

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( dpa )