Stormarn
Handball

Ahrensburger Handballfrauen klettern auf Platz zwei

Denise Kühn (l., TH Eilbeck) versucht vergeblich, die Ahrensburgerin Freya Jensen am Torwurf zu hindern.

Denise Kühn (l., TH Eilbeck) versucht vergeblich, die Ahrensburgerin Freya Jensen am Torwurf zu hindern.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Handballfrauen des ATSV mischen nach 25:19 gegen TH Eilbeck in der Hamburg-Liga weiter im Kampf um den Meistertitel mit. Die Details.

Ahrensburg.  Die Strategie von Stephan Schröder ist klar. „Überhastete Abschlüsse sorgen für Unruhe“, sagt der Trainer der Handballfrauen des Ahrensburger TSV. „Cleverer ist es, hin und wieder im Angriff ein Zeitspiel zu riskieren. Wird dieses von den Schiedsrichtern geahndet, kann man sich in der Verteidigung neu formieren. Ein unvorbereiteter Wurf führt dagegen schnell zu einem Tempogegenstoß des Gegners.“

Eine tragende Rolle in dem System des Trainers spielt Maren Eckert. Die 37 Jahre alte Rückraumspielerin glänzte zuletzt beim 25:19 (14:11)-Heimerfolg gegen den TH Eilbeck durch kluges Passspiel und ein gutes Auge für die besser positionierte Mitspielerin. „Handball ist ein Mannschaftssport. Da macht es keinen Sinn, alles allein machen zu wollen“, sagt die blonde Ahrensburgerin.

Seit Jahren ist Handball ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Mit einer Vorbildrolle hat sie kein Problem. „Ich habe Spaß daran, die jüngeren Spielerinnen dabei zu unterstützen, in ihrer sportlichen Entwicklung den nächsten Schritt zu machen.“

Hohe Trainingsbeteiligung ist ein Grund für den Erfolg

Die Einstellung der erfahrenen Rückraumakteurin in ihrer siebten Saison beim ATSV trifft bei Ahrensburgs Trainer auf ungeteilte Zustimmung. „Früher fühlte Maren sich oft in eine Position gedrängt, in der sie aufs Tor warf, sobald ihre Mitspielerinnen nicht mehr weiterwussten“, sagt Schröder.

An Zielsicherheit hat Eckert auch in der neuen Rolle nichts eingebüßt: Mit 54 Treffern zählt sie zurzeit zu den Top-Torschützinnen in der Hamburg-Liga. Nackte Zahlen will die 37-Jährige aber nicht überbewerten. „Ich genieße das Vertrauen des Trainers auch in Phasen, in denen es für mich mal nicht gut läuft“, sagt sie. „Somit bekomme ich mehr Spielzeit und damit auch mehr Möglichkeiten zum Torabschluss.“ Gegen den TH Eilbeck war die 37-Jährige mit fünf Treffern zweitbeste Schützin. Nur Hanna Bremer, die achtmal erfolgreich war, traf häufiger.

Nach dem siebten Saisonerfolg schoben sich die Stormarnerinnen in der Tabelle an der SG Niendorf/Wandsetal vorbei auf Rang zwei. Ein Punkt trennt sie von Spitzenreiter HT Norderstedt. Den zweiten Platz will der ATSV bis zum Ende der Hinrunde unbedingt verteidigen. Eine machbare Aufgabe: Kommenden Sonntag, 1. Dezember (15 Uhr), ist in heimischer Heimgarten-Sporthalle am Reesenbüttler Redder der Tabellensechste Altrahlstedter MTV II zu Gast. Eine Woche später treffen die Schlossstädterinnen auswärts auf die auf dem vorletzten Platz stehende zweite Mannschaft des SC Alstertal-Langenhorn.

Startformation spielte erste Hälfte komplett durch

Neben einer gesunden Mischung aus jungen und erfahrenen Spielerinnen nennt Eckert die hohe Trainingsbeteiligung als eine wichtige Säule der bisher so erfolgreichen Saison. „Ein weiterer Grund ist der ausgeglichene Kader, durch den uns die gegnerischen Mannschaften in dieser Spielzeit nur schwer ausrechnen können“, sagt sie.

Gegen das Team aus Hamburg spielten die Ahrensburgerinnen zudem ihre konditionelle Stärke aus. Die Startformation mit Annika Held im Tor, Sina Reischl, Freya Jensen, Marie Huwe, Hanna Bremer, Kirsten Mertgen und Eckert auf dem Feld spielte die erste Hälfte komplett durch.

„Die Mannschaft ist fit, da brauche ich mir keine Sorgen zu machen“, sagt der Coach der Ahrensburgerinnen. Und verteilt an Sina Reischl ein Extralob: „Als extrem schnelle Spielerin kann ich Sina auf beiden Außenbahnen einsetzen. Um sie zu bremsen, fehlen den gegnerischen Mannschaften nicht selten die entsprechenden Mittel.“

Schröder vergleicht nächste Begegnung mit einer Wundertüte

Gegen Eilbeck sah sich Schröder wieder einmal bestätigt: „Mein Motto lautet: Wenn wir weniger als 20 Gegentore kassieren, gewinnen wir auch Spiele“, sagt Schröder. Der Trainer versucht, jeder Spielerin zu vermitteln, dass das Training die eigentlich wichtige Aufgabe ist. Schröder: „Das Spiel am Wochenende müssen sie als Belohnung ansehen.“ Im Training ist der Coach kein Freund des Einstudierens ganzer Spielzüge. „Da in der Realität meist doch vieles anders als gedacht abläuft, halte ich es für wichtiger, dass eine Spielerin sich schnell auf neue Situation einstellen und auch Lösungen finden kann.“

Schröder, der lediglich von Spiel zu Spiel denkt, vergleicht die Begegnung am kommenden Sonntag mit einer Wundertüte. „Bei einer zweiten Mannschaft weiß man ja nie so genau, ob und wen der Gegner aus dem ersten Team aufbietet“, sagt er.

Mit der aktuellen Situation ist er zufrieden. „Die Mannschaft ist im Soll. Wir haben Teams geschlagen, die ich vor Saisonbeginn stärker als uns eingeschätzt habe“, sagt er. „Durch jeden Punkt, den wir holen, können wir in Ruhe weiterarbeiten. Wenn die Spielerinnen den Kopf frei haben, sind sie in der Lage, jedes Team der Liga zu schlagen.“