Pinneberg
Handball

26:25 – Henri Wommelsdorf hält den Ellerbeker Sieg fest

Keeper Henri Wommelsdorf (l.) ist mit fünf gehaltenen Siebenmetern und weiteren Paraden Matchwinner des TSV Ellerbek im Kellerduell mit der SG WiFT. 

Keeper Henri Wommelsdorf (l.) ist mit fünf gehaltenen Siebenmetern und weiteren Paraden Matchwinner des TSV Ellerbek im Kellerduell mit der SG WiFT. 

Foto: Ulrich Stückler

Torhüter des Oberliga-Männerteams ist Spieler des Tages beim Erfolg in Neumünster. TSV-Frauen schaffen beim 31:30 in Reinfeld ein Comeback

Neumünster/Ellerbek. Sogar am letzten Ball des Spiels, dem verzweifelten Ausgleichsversuch der SG WiFT Neumünster, hatte Henri Wommelsdorf die Hand dran. Doch der Ball strich knapp am Pfosten des vom Mann des Tages gehüteten Tores in der KSV-Halle vorbei. Was folgte, war ein ausgelassener Tanz der Oberliga-Handballer des TSV Ellerbek, die ihren Keeper und den 26:25-Sieg gebührend feierten. Der Jubel zeigte, wie wichtig – besonders für die Psyche – dieser doppelte Punktgewinn beim Tabellen-13. ist. Kein Wunder, datiert doch der letzte Sieg auf den 28. September zurück – ein 22:21 beim TSV Weddingstedt.

„Solche Spiele sind auf Dauer wirklich nicht gesund für mich.“ TSV-Coach Kibat war auch mit einigem Abstand zum Geschehen die Anspannung der vorangegangenen Viertelstunde anzusehen. Dabei hätte das gesamte Match ab Mitte der ersten Halbzeit für die Gäste viel entspannter verlaufen können. Schließlich hatte sich der TSV per 9:3-Zwischenspurt zur vermeintlich beruhigenden 13:8-Pausenführung abgesetzt. Schon bis dahin hatte Henri Wommelsdorf mit vier parierten Siebenmetern ein erstes Ausrufezeichen gesetzt – weitere sollten folgen.

Und doch schmolz die Fünf-Tore-Führung bis zum 25:25 (55.) dahin. Kibat: „Weil halt Wift in der Tabelle mit dem Rücken zur Wand steht. Als wir uns beim Überzahlspiel mit leerem Tor zwei Fehler in Folge leisten, da nutzen die diesen Impuls“, sagte Kibat. „In solchen Fällen zählt dann nicht mehr die eigentliche Klasse, und das ganze Spiel hätte kippen können.“ Tat es aber nicht. Hennes Paulsen mit fünf der letzten sechs TSV-Treffer und eben Henri Wommelsdorf in Topform verhindern Schlimmeres. Kibat: „Und das nur eine Woche nach dem 14:31 gegen die SG Hamburg-Nord. Ein Riesenkompliment ans Team.“

TSV-Frauen drehen Sechs-Tore-Defizit in nur 6 Minuten

Die Oberligafrauen des TSV Ellerbek sind in dieser Saison für nervenaufreibende Duelle bekannt. Sie lagen bei Aufsteiger SV Preußen Reinfeld 17:23 (39.) zurück, glichen schnell zum 25:25 (46.) aus, um bis Spielende einen Krimi folgen zu lassen. Letztlich setzte sich das Team von Trainer Jens Molkow mit 31:30 durch. Maren Sicks traf per Siebenmeter in der Schlussminute – den finalen Angriff verwarf Reinfeld frei von außen, der TSV ließ die letzten Sekunden runterlaufen. „Eigentlich waren die Punkte schon weg. Das Team hat wieder viel Moral und Kampfkraft bewiesen“, lobte Molkow.

Eine solch schwache und fehlerbehaftete erste Spielhälfte könne allerdings auch nicht permanent wieder geradegebogen werden. Diesmal ging der Kraftakt des Tabellenzweiten, der unter der Woche den Test gegen eine Kanada-Auswahl mit 29:32 verlor, aber noch einmal gut. „Maren Sicks hat einen echt starken Tag erwischt und zwölf Tore erzielt. Aber nicht zuletzt zwei Rückraumtore unserer kleinsten Spielerin Mia Dahms, die etwa 1,60 Meter groß ist, haben das Team wachgerüttelt“, sagte Molkow.

Nun hofft der TSV-Trainer auf Konstanz über 60 Minuten. Bevor die „Kieler Wochen“ (O-Ton Molkow) mit Spielen am Sonntag bei der HSG Mönkeberg-Schönkirchen und bei der HSG Holstein Kiel/Kronshagen (8. Dezember) sowie dem Heimauftritt gegen Altenholz (1. Dezember) anstehen, tritt Ellerbek an diesem Donnerstag, 20.45 Uhr, bei Hamburg-Ligist Ahrensburger TSV in der zweiten Pokalrunde an.