Stormarn
Handball

Ahrensburger TSV will Spitzenreiter bleiben

Freuen sich über den derzeitigen sportlichen Höhenflug (hintere Reihe v. l.): Annika Held, Marie Huwe, Maren Eckert, Laura Claßen, Merle Langhoff, Hanna Bremer, Stephan Schröder, vordere Reihe: Franziska Rautmann, Eileen Wicher, Christin Müller, Sina Reischl, Lena Stöwe.

Freuen sich über den derzeitigen sportlichen Höhenflug (hintere Reihe v. l.): Annika Held, Marie Huwe, Maren Eckert, Laura Claßen, Merle Langhoff, Hanna Bremer, Stephan Schröder, vordere Reihe: Franziska Rautmann, Eileen Wicher, Christin Müller, Sina Reischl, Lena Stöwe.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Die Handballdamen des Ahrensburger TSV bekommen es an diesem Sonntag mit dem Tabellenzweiten HT Norderstedt zu tun. Die Details.

Ahrensburg.  Die Bilanz der Handballfrauen des Ahrensburger TSV ist eindrucksvoll, ihr Auftreten effizient: sechs Spiele, sechs Siege – dazu die Tabellenführung in der Hamburg-Liga. 103 Gegentore ergeben statistisch die beste Abwehr, 133 selbst erzielte Treffer den drittschwächsten Angriff der Liga. Zu einer echten Standortbestimmung kommt es an diesem Sonntag, 10. November, wenn die Ahrensburgerinnen auswärts auf den Tabellenzweiten HT Norderstedt (14 Uhr, Poppenbütteler Straße) treffen.

Für Stephan Schröder zählen die Norderstedterinnen zu den besten Mannschaften der Liga. „Norderstedt ist der Top-Favorit auf den Aufstieg in die Oberliga. Wir sind aber ebenfalls gut drauf und gehen nicht in die Partie, um am Ende mit leeren Händen dazustehen“, sagt der Trainer der Ahrensburgerinnen. Dabei bleibt er mit beiden Beinen auf dem Boden. „Selbst bei einer Niederlage wird die Mannschaft eine positive Erkenntnis für sich herausziehen können.“

Jeder Spielerin soll 60 Minuten durchspielen können

Drei Spieltage vor Ablauf der vergangenen Spielzeit übernahm der 54-Jährige, der bis dahin die Handballmänner des Ahrensburger TSV trainiert hatte, für Dirk Jeßen den Trainerposten bei Ahrensburgs Damen. Seitdem zeigt die Leistungskurve der Schlossstädterinnen steil nach oben. „Von dem Potenzial, das in der Mannschaft schlummerte, war ich von Beginn an überzeugt“, sagt der Coach. „Ich war sicher, dass das Team mehr drauf hat, als jedes Jahr gegen den Abstieg zu spielen. Ich musste nur an den richtigen Stellschrauben drehen.“

Schröder überrascht mit einer Philosophie, die auf Anhieb plausibel erscheint. „Jede Spielerin soll so fit sein, dass sie in der Lage ist, 60 Minuten durchzuspielen“, sagt der Coach. „Dann brauche ich mir keine Gedanken zu machen, wen, sondern nur noch warum ich eine Spielerin auf das Spielfeld schicke.“

Um dieses Ziel zu erreichen, reichen Schröder zwei Trainingseinheiten in der Woche nicht aus. Mit der Mannschaft vereinbarte er zusätzlich eine wöchentliche Laufeinheit über fünf Kilometer. Anhand einer GPS-Fitness-Tracking-App sieht der Coach, wer sich an die freiwillige Absprache hält. Es scheint gut zu funktionieren: Selbst eine Geschäftsreise nach Wales hielt Außenspielerin Julia Finger nicht davon ab, ihr wöchentliches Pensum zu absolvieren.

Eckert ist bisher erfolgreichste Torschützin

„Ich kann mich auf meine Mannschaft verlassen“, sagt Schröder und lächelt. „Die Trainingsbeteiligung ist überdurchschnittlich hoch, jede Spielerin hat den Willen, mehr für das Team als für sich selbst zu leisten. Dennoch dürfen wir den Flow, den wir zurzeit haben, nicht überbewerten.“

Die Abwehr ist in dieser Spielzeit das Prunkstück der Mannschaft. Dabei spielt die erfahrene Maren Eckert eine entscheidende Rolle: An der Seite von Merle Langhoff, Kirsten Merten oder Laura Claßen verwandelt die 37-Jährige die Abwehrmitte für die gegnerischen Angreiferinnen meist zu einem unüberwindbaren Bollwerk.

Im Angriff setzt Eckert ebenfalls entscheidende Akzente. Mit 39 Toren ist die hochgewachsene Rückraumspielerin bisher erfolgreichste Torschützin - vor Rechtsaußen Hanna Bremer, die 20 Mal den Ball im gegnerischen Netz unterbrachte. Einen weiteren Grund für den derzeitigen Höhenflug erklärt Laura Claßen mit dem derzeitigen Teamspirit. „Wir haben einen super Mix aus jungen und erfahrenen Spielerinnen, die sich gut verstehen und auch privat viel unternehmen“, sagt die Mannschaftskapitänin der Ahrensburgerinnen.

Das Team gewinnt Spiele, die es früher verloren hätte

Vor zwei Jahren wechselte Claßen gemeinsam mit Marie Huwe vom Bramfelder SV nach Ahrensburg. Ein Schritt, den die 30-Jährige nicht bereut hat. „Marie und ich hatten seinerzeit eine neue Herausforderung gesucht und gefunden – auch wenn es vergangene Saison für uns im Abstiegskampf phasenweise ziemlich eng aussah“, sagt die Kreisspielerin. „Aber mittlerweile gewinnen wir Spiele, die wir früher verloren hätten. Die Leidenschaft für den Handballsport ist allgegenwärtig, die Konzentration bis zum Schluss vorhanden. Als Team treten wir einfach abgeklärter auf.“

Auch Claßen blickt der Begegnung gegen Norderstedt entspannt entgegen und sagt: „Die Mannschaft kann befreit aufspielen. Selbst wenn wir die Tabellenführung verlieren sollten, können wir uns diese jederzeit zurückholen.“