Stormarn
Oberliga SH

Reinfelder kämpfen auch VfB Lübeck II nieder

Reinfelds Jonathan Marschner (M.) versucht mit allen Mitteln, den Burhan Tetik (VfB Lübeck II) im Laufduell zu stoppen.

Reinfelds Jonathan Marschner (M.) versucht mit allen Mitteln, den Burhan Tetik (VfB Lübeck II) im Laufduell zu stoppen.

Foto: Thomas Jaklitsch / Thomas JAKLITSCH

Oberligaaufsteiger SV Preußen Reinfeld rettet in Unterzahl 3:2-Führung über die Zeit und verbessert auf fünften Tabellenrang.

Reinfeld.  Die Fußballer des SV Preußen Reinfeld setzen ihren Höhenflug in der Oberliga Schleswig-Holstein fort: Der Aufsteiger gewann auch gegen den VfB Lübeck II mit 3:2 (1:1), feierte damit im neunten Saisonspiel schon seinen sechsten Sieg und schob sich in der Tabelle auf Rang fünf vor. Der „Dreier“ hing in der Schlussphase allerdings am seidenen Faden. Denn Abwehrmann Tim Vogel machte die nach der Reinfelder 3:1-Führung eigentlich von vielen schon entschieden geglaubte Partie noch einmal spannend: Der Reinfelder wehrte in der 80. Minute einen Torschuss am eigenen Fünfmeterraum mit der Hand ab, sah dafür die Rote Karte. Zudem gab es Elfmeter für die Lübecker, den Vico Dombrowski sicher verwandelte.

In den letzten zehn Minuten retteten die Stormarner den knappen Vorsprung aber mit großer Leidenschaft über die Zeit. „Das war nichts für schwache Nerven. Meine Spieler haben noch einmal alle Reserven mobilisiert und sich in jeden Schuss geworfen“, lobte Trainer Michael Clausen. Wobei der Gegner trotz überzahl auch keine spielerischen Lösungen hatte und meist überhastet den Torabschluss suchte oder die Bälle hoch in den Reinfelder Strafraum schlug, wo sie meist von den Abwehrhünen Christoph Böckelmann und Jonathan Marschner entschärft oder vom aufmerksamen Torwart Daniel Marco abgefangen wurden.

Lie stach aus Reinfelds Kollektiv heraus

Schon in den ersten 80 Minuten ging Reinfelds Matchplan, dem spielstarken Gegner mit kompromisslosem Zweikampfverhalten die Lust am Kombinieren zu nehmen und dann mit schnellem Umschaltspiel zu eigenen Chancen zu kommen, weitgehend auf. Genau so fiel auch das frühe 1:0, dem eine starke Balleroberung von Vjekoslav Taritas und dann sehenswerter Pass von Phillip Hackbarth genau in den Lauf von Torschützen Dennis Lie vorausging (7. Minute).

Zwei Minuten später hätte Lie beinahe zum 2:0 getroffen, doch sein Drehschuss von der Strafraumgrenze sprang vom Innenpfosten ins Feld zurück. Lie stach aus Reinfelds Kollektiv heraus, war an allen gefährlichen Offensivaktionen der Platzherren beteiligt. Er leitete nach dem Ausgleich von Lucas Will (26.) auch die abermalige Führung von Kristof Rönnai (55.) mit einer präzisen Flanke ein. „Lie ist ein Künstler, der zwar auch nach hinten mitarbeitet und sich dort immer wieder Bälle holt, den man aber nur schwer in eine taktische Rolle zwängen kann und dem man als Trainer seine Freiheiten lassen muss. Dann ist er imstande, solche Leistungen zu zeigen“, sagte Clausen.

Clausen: „Eher nach unten als nach oben gucken“

Das 3:1 erzielte wieder Rönnau (61.), der vor seinem Treffer aber Glück hatte, dass dem gegnerischen Schlussmanns Jonas Neumeister ein Abstoß misslang und er den Ball dem Stürmer ungewollt genau in den Fuß spielte.

Die Tabellensituation will Clausen nach wie vor nicht überbewerten. „Da wir von vier Absteigern ausgehen müssen, tun wir gut daran, weiter eher nach unten als nach oben zu gucken.“

SV Preußen Reinfeld: Marco – Vogel, Böckelmann, Grimm, Witten – Marschner, Hackbarth (80. Pirch) – Lie (90. Czeschel), Schroeder, Taritas – Rönnau (86. Thiel)