Stormarn
Fussball

Erste Niederlage für Elmenhorster Rumpfelf

Einen Schritt zu spät gekommen: Torschütze Johan Habeck (l., SC Elmenhorst) hat im Kopfballduell gegen Ayman Khouli vom TSV Nahe das Nachsehen.

Einen Schritt zu spät gekommen: Torschütze Johan Habeck (l., SC Elmenhorst) hat im Kopfballduell gegen Ayman Khouli vom TSV Nahe das Nachsehen.

Foto: JUERGEN NUPPENAU

Kreisligisten müssen sich dem TSV Nahe 2:4 geschlagen geben. FSG Südstormarn übernimmt durch 5:1 gegen Fischbek die Tabellenführung.

Elmenhorst. Im Fußball gibt es unglückliche Misserfolge nach einem späten Gegentor, es gibt durch individuelle Fehler verursachte Pleiten – und es gibt Niederlagen, deren Gründe gar nicht auf dem Platz liegen. Eine solche Niederlage war das 2:4 (1:1) des bislang ungeschlagenen SC Elmenhorst in der Kreisliga Süd gegen den TSV Nahe. „Für mich war vorher schon klar, dass wir verlieren“, sagte Trainer Marius Kuhlke. „Wir pfeifen aus dem letzten Loch.“

Torerfolg trotz schwerer Prellung

Das Lazarett der Stormarner ist überfüllt. Jan Beyer verletzte sich vorige Woche beim Pokalspiel gegen den VfL Oldesloe (2:4) am Knie, fällt monatelang aus. Lukas Dittberner zog sich eine Fraktur an der Elle zu. Das sind nur die beiden gravierendsten Verletzungen beim SCE, dem gegen Nahe exakt elf gesunde Spieler zur Verfügung standen. Auch Alexander Agné leidet an einer schweren Prellung. Dennoch musste der Torjäger in der zweiten Halbzeit eingewechselt werden, traf sogar zum Endstand.

„Das sind alles Stammspieler, da fehlt einfach zu viel Qualität“, sagte Kuhlke. Der Sieg für Nahe sei völlig verdient. Eine Hälfte lang wehrte sich der bisherige Tabellendritte noch erfolgreich, egalisierte den frühen Gegentreffer von Konstantin Korella (3. Minute) durch Johan Habeck (16.). Im zweiten Durchgang musste Kuhlke dreimal wechseln – dreimal häufiger, als geplant. So wurde aus einer immerhin gesunden Rumpfelf eine Acht mit dreifacher Ergänzung durch angeschlagene Spieler. Nahe nutzte die körperliche Überlegenheit zu den Toren durch Nick Schüler (51.), Yannick Stelling (71.) und Malte Rehders (80.). Agné verkürzte (89.).

20 Gegentore in nur sieben Partien

Am kommenden Freitag ist Kuhlke erneut zu Gast bei seinem Ex-Club VfL Oldesloe. Dort rechnet er mit ähnlich großen Personalsorgen, ehe der SCE am Wochenende darauf spielfrei hat. „Das wird uns guttun“, so Kuhlke – der auch mit einer gesunden Mannschaft noch viel zu tun hat. In sieben Partien kassierte sein Team 20 Gegentore. „Ich war Defensivspieler, daher ist mir das natürlich ein Dorn im Auge“, sagte er. „Wir haben schon viel probiert, aber noch nicht den goldenen Schlüssel gefunden. Die Gegner bekommen schnell mit, wo unsere Defizite liegen.“

Nach der ersten Saisonniederlage der Elmenhorster gibt es in der Süd-Staffel nur noch zwei ungeschlagene Clubs. Der TSV Bargteheide (fünf Siege, ein Remis) hatte spielfrei und verlor in Abwesenheit die Tabellenführung an die FSG Südstormarn, die beim 5:1 (2:1) gegen JuS Fischbek ihren fünften Saisonsieg feierte (zwei Unentschieden). „Das war auch in der Höhe verdient. Wir hatten jederzeit alles im Griff“, sagte Trainer Martin Krüger. Für die Gastgeber trafen Dennis Ratzlaff (13.), Sascha Bern (32., 56.), Dennis Ziercke (48.) und Frederic Thiedemann (77.). Ahmad Karakash (42.) hatte zwischenzeitlich für Hoffnung für die noch sieglosen Fischbeker gesorgt.

Aufsteiger Preußen Reinfeld II hält Mittelfeldplatz

Ob die FSG ein ernsthafter Titelkandidat ist, wird sich in den nächsten beiden Punktspielen zeigen. Kommenden Sonntag wartet der starke Aufsteiger SSC Hagen Ahrensburg II, der auf Rang fünf liegt. Eine Woche darauf ist der TSV Bargteheide in Lütjensee zu Gast. Bereits am kommenden Donnerstag steigt im Waldstadion das Kreispokal-Achtelfinale gegen Stormarns aktuelle Nummer eins, Oberligist Preußen Reinfeld. „Wir haben Lust, für uns ist das ein Bonusspiel“, sagte Krüger.

Hagens zweite Mannschaft setzte sich eine Woche nach der knappen Niederlage gegen Bargteheide (2:3) mit 2:0 (1:0) beim TuS Hoisdorf durch. Jonas Wilde (32.) brachte die Ahrensburger in Führung, Hoisdorfs Niklas Broszio erhöhte per Eigentor (50.). Die weiteren Stormarner Clubs der Süd-Staffel gingen leer aus: Der SVT Bad Oldesloe unterlag mit 1:2 (0:1) bei der SG Oering-Seth, die schon auf Rang drei geklettert ist. Das erste Tor durch Lennart Blöß (32.) glich Fatin Karanfil (60.) noch aus. Den Segeberger Siegtreffer erzielte Ömer Alayli (79.). Der SSV Großensee verlor nach der 1:0-Führung durch Jannis Rühe (18.) noch mit 1:3 (1:2) bei der SIG Elmenhorst. Tim Rössig (36.), Timo Havemann (45.+3) und Ibrahim Demirci (82.) sorgten für die Wende. Der VfL Oldesloe ging mit 1:4 (0:2) bei der SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg unter. Das einzige Tor der Kreisstädter erzielte Mattis Kringel in der 49. Minute zum zwischenzeitlichen 1:2. Für die Hausherren waren Patrick Großer (20., 53.), Till Kramp (37.) und Johann Andersen (86.) erfolgreich.

In der hauptsächlich aus Lübecker Vereinen bestehenden Kreisliga Süd-Ost hält Aufsteiger SV Preußen Reinfeld II einen Platz im gesicherten Mittelfeld. Beim MTV Ahrensbök erreichte die Mannschaft von Trainer Christopher Naatz nach Führung und Rückstand ein 2:2 (1:2)-Remis. Nach dem Treffer von Jan Niklas Böhm (26.) brachten Ken Pawlowski (37.) und Moritz Kunkel (45.) zunächst die Gastgeber in Front. Eine Viertelstunde vor dem Abpfiff glich Julian Schrage aus. Reinfelds Vorsprung auf die Abstiegsregion beträgt bereits zehn Punkte, der Rückstand auf das Spitzenduo sechs Zähler. Mit 28 Toren stellen die Preußen die zweitbeste Offensive der Staffel.