Stormarn
Handball

Der SV Preußen Reinfeld kommt noch nicht in Fahrt

Alina Krey (M., Preußen Reinfeld) wird von Janine Herbst (l.) und Britta Müller (beide TSV Alt Duvenstedt) in die Zange genommen.

Alina Krey (M., Preußen Reinfeld) wird von Janine Herbst (l.) und Britta Müller (beide TSV Alt Duvenstedt) in die Zange genommen.

Foto: Thomas Jaklitsch

Oberligistinnen fahren nach zwei überraschenden Niederlagen als krasser Außenseiter zum Spitzenreiter.

Reinfeld.  Um diese Aufgabe wären die Handballfrauen des SV Preußen Reinfeld unter normalen Umständen nicht zu beneiden: Am kommenden Sonnabend (21. September) gastieren sie beim FC St. Pauli (20 Uhr, Budapester Straße), der seit mehr als einem Jahr kein Heimspiel mehr verloren hat und derzeit mit drei Siegen aus drei Spielen die Tabelle der Oberliga Hamburg/Schleswig anführt. „Vielleicht ist das in unserer Situation genau das Richtige“, sagte Reinfelds Trainer Detfred Dörling. „Da können wir ganz frei aufspielen, keiner erwartet, dass wir etwas holen.“

Spiel der Stormarnerinnen wurde immer fehlerhafter

Zweimal ist Dörlings Mannschaft jetzt schon als Favorit in ein Spiel gegangen, beide Male haben die Reinfelderinnen das Feld als Verlierer verlassen. Auf das 20:23 beim ATSV Stockelsdorf folgte jetzt eine 26:30 (13:14)-Heimniederlage gegen Aufsteiger TSV Alt Duvenstedt. Dort war zumindest der Start äußerst vielverprechend: Die Reinfelderinnen führten schnell mit 3:0, verteidigten den Vorsprung bis zum 8:5 (15. Minute). Dörling: „Das war richtig gut. Da standen wir in der Abwehr sicher, haben mit hohem Tempo nach vorn gespielt, dort unsere Chancen gut genutzt.“

Nach einer Viertelstunde war es damit dann aber vorbei, das Spiel der Stormarnerinnen wurde immer fehlerhafter. Seine Mannschaft habe hinten und vorne viele falsche Entscheidungen getroffen, sagte der Coach. Beispielhaft nannte der das Spiel an den Kreis. „Anita Arntzen hat dort richtig schwer gearbeitet, viele Lücken gerissen und Sperren gestellt“, sagte Dörling.

Verworfener Siebenmeter kurz vor Ende

Gebracht habe es wenig, weil die Anspiele auf Arntzen meist zu schlampig gewesen seien oder ihre Mitspielerinnen das Einfache oft nicht gesehen hätten. Bezeichnend: Die erstmals für Reinfeld zum Einsatz gekommene 36-Jährige aus Bad Oldesloe, die mehrere Jahre für die HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen in der 3. Liga gespielt hat, erzielte ihren einzigen Treffer mit einem Tempogegenstoß. Zum Glück hatte Torfrau Annika Rahf einen guten Tag: „Sie hat uns mit starken Paraden lange im Spiel gehalten“, sagte Dörling. So lagen die Gastgeberinnen zur Pause lediglich mit einem Treffer im Hintertreffen. Die zweite Halbzeit war fast ein Spiegelbild des ersten Abschnitts: Wieder hatten die Reinfelderinnen den besseren Start, und wieder konnten sie das Niveau nicht halten.

Der letzte Funke Hoffnung, die Partie noch irgendwie zu drehen, erlosch, als Rika Tonding zweieinhalb Minuten vor Schluss beim Stand von 24:27 einen Siebenmeter verwarf und die Alt Duvenstedterinnen im Gegenzug in Unterzahl zum 24:28 trafen. Dörling: „Das war die Vorentscheidung. Statt der möglichen zwei betrug der Rückstand somit vier Tore – das war in der verbleibenden Zeit nicht mehr wettzumachen.“

Rika Tonding war mit sieben Treffern beste Werferin

Trotz des Fehlstarts sieht der Coach noch keine Veranlassung, das Saisonziel – einen Platz im oberen Tabellendrittel – zu revidieren. Dazu sei es noch zu früh, sagte Dörling. „Außerdem sind wir nicht die einzigen, die überraschende Ergebnisse liefern. Im Moment sieht es so aus, als könnte jeder jeden schlagen“, sagte der Trainer. In dieser Woche will er im Training das Hauptaugenmerk auf das Positive legen. „Wir werden die Fehler kurz ansprechen und dann versuchen, das, was schon gut geklappt hat, noch weiter zu verbessern.“ Beste Werferin bei den Reinfelderinnen war wie schon in der ersten Partie Rückraumspielerin Rika Tonding, die siebenmal traf. Laura Hirt folgte mit sechs Toren, Laura Beth erzielte fünf Treffer.

Die Männer des Ahrensburger TSV sind in der Hamburger Landesliga schon an diesem Freitag (20. September) gefordert: Nach dem 31:20 (16:8) beim HSV/Hamm 02 geht die Mannschaft von Trainer Alexander Busch mit großem Selbstvertrauen in die Heimpartie gegen den Niendorfer TSV (20 Uhr, Reesenbüttler Redder). „Wir haben heute unser Gesicht gezeigt, wie wir auftreten wollen“, sagte der Coach. Treffsicherster Ahrensburger war Markus Fraikin (9).

Die neu gegründete HSG 404 (Spielgemeinschaft zwischen GHG Hahnheide und TSV Schwarzenbek) kam im ersten Spiel der Frauen-Landesliga zu einem 26:25 (12:10) gegen die SG Kiel-Nord. Selina Skala trug als beste Werferin acht Tore zum Auftaktsieg bei. Nächster Gegner ist am Sonntag (22. September) auswärts der Kreisrivale SG Glinde/Reinbek (16 Uhr, Theodor-Storm-Straße).