Stormarn
Duathlon

Ahrensburger Udo van Stevendaal ist wieder Weltmeister

Udo van Stevendaal (M.) vom SV Großhansdorf mit seiner dritten Weltmeisterschafte-Goldmedaille. Es ist die erste, die er im Duathlon gewonnen hat.

Udo van Stevendaal (M.) vom SV Großhansdorf mit seiner dritten Weltmeisterschafte-Goldmedaille. Es ist die erste, die er im Duathlon gewonnen hat.

Foto: Privat / HA

Der Ausdauersportler überrascht bei seinem internationalen Duathlon-Debüt im spanischen Pontevedra und holt sich gleich den Titel.

Pontevedra/Ahrensburg.  Udo van Stevendaal ist fremdgegangen – und steht dazu. Im spanischen Pontevedra war der 50 Jahre alte Triathlet erstmals überhaupt bei einem international besetzten Duathlon am Start – und wurde gleich Weltmeister in seiner Altersklasse (50 bis 54). „Ich bin völlig überrascht, dass es so gut gelaufen ist“, sagte der zähe Ausdauersportler.

Denn 2019 war bislang überhaupt nicht sein Jahr. Erst hatte ihn ein bakterieller Infekt außer Gefecht gesetzt, dann war er Anfang März im Trainingslager auf Teneriffa mit dem Rad schlimm gestürzt. „Eine Bodenwelle hat mich ausgehebelt. Ich bin zwei Meter über den Asphalt gerutscht, habe mir die gesamte rechte Körperseite aufgeschürft“, sagte er. Weil sich die Wunde anschließend noch entzündet habe, konnte er mehrere Wochen lang nicht trainieren, so van Stevendaal .

Eigentlich war er ohne große Hoffnungen angereist

Der Ahrensburger, der für den SV Großhansdorf startet, wurde zwar rechtzeitig wieder fit, ist aber ohne große Hoffnungen nach Spanien gereist – wobei sich van Stevendaal ohnehin nie Zeiten oder Platzierungen vornimmt. „Ich konzentriere mich immer nur auf mich, will im Wettkampf die bestmögliche Leistung abrufen und schaue dann, was dabei herauskommt. Was die Konkurrenten machen, kann ich ohnehin nicht beeinflussen.“

So ist er im Triathlon schon gut gefahren und hat es dort zu vielen nationalen und internationalen Erfolgen gebracht – darunter auch den Senioren-Weltmeistertiteln in den Jahren 2013 (in London) und 2017 (in Rotterdam).

Seine Leistung auf dem Rad war herausragend

Entscheidend für seinen Sieg in Pontevedra war seine herausragende Leistung auf der 36 Kilometer langen Radstrecke, auf der er altersklassenübergreifend die schnellste Zeit fuhr. „Wie ich das geschafft habe, kann ich mir selbst nicht richtig erklären“, sagte van Stevendaal. Der Stormarner war nach zehn Laufkilometern zum Auftakt als Zweiter mit 71 Sekunden Rückstand auf seine Rennmaschine gestiegen. Schon nach dem ersten Drittel der Strecke hatte er den führenden Spanier Jorge Lopez De la Puente, der immerhin zweifacher Duathlon-Weltmeister ist, eingeholt.

„Da wusste ich schon, dass ich mir ein kleines Polster für die abschließenden fünf Laufkilometer herausfahren kann“, sagte der Stormarner. „Dass es am Ende so deutlich wird, habe ich nicht erwartet.“ Van Stevendaal erreichte das Ziel nach 1:59,09 Stunden – damit hatte er exakt 4:40 Minuten Vorsprung auf seinen zweitplatzierten spanischen Konkurrenten.

Stevendaal will dem Triathlon treu bleiben

Nimmt er diesen Erfolg nun zum Anlass, vom Triathlon auf Duathlon umzusatteln? „Darüber habe ich nach der Siegerehrung auch kurz nachgedacht“, sagte van Stevendaal. „Es wäre ja auch naheliegend, weil Radfahren und Laufen meine starken Disziplinen sind.“ Trotzdem habe er den Gedanken schnell wieder verworfen.

„Triathlon wird meine bevorzugte Sportart bleiben“, sagte der Ahrensburger. „Dafür macht mir Schwimmen einfach zu viel Spaß. Außerdem wäre es mir viel zu einseitig, wie beim Laufen und Radfahren nur meine Beine zu trainieren und den Oberkörper zu vernachlässigen.“

Die nächsten Wettkämpfe stehen kurz bevor

Erfolg hat im Sport oft mehrere Väter – so war es auch diesmal. „Ohne Lothar Lakies hätte ich das nicht geschafft“, sagte van Stevendaal. Der Oldesloer, dessen Frau Anke über die Sprintdistanz der Altersklasse 50 bis 54 eine Medaille um gut zweieinhalb Minuten verpasste und in 1:13,50 Stunden Vierte wurde, unterstützte ihn nicht nur während, sondern auch schon vor dem Rennen. Van Stevendaal: „Weil mein Wettkampf kurzfristig um einen Tag vorverlegt wurde, bin ich erst am Vorabend angereist. Lothar hat mir alles gezeigt und dafür gesorgt, dass mein Rad noch rechtzeitig eingecheckt wird, sonst hätte ich gar nicht starten dürfen.“

Viel Zeit, seinen Überraschungserfolg zu genießen, bleibt nicht. In den nächsten Wochen folgen schon die nächsten beiden hochkarätigen Triathlon-Wettkämpfe – die deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz (19. Mai in Heilbronn) und die Europameisterschaften über die Olympische Distanz (31. Mai bis 2. Juni in Weert/Niederlande). Van Stevendaal: „Alles, was jetzt noch kommt, ist eine schöne Zugabe.“

Triathlon wird meine bevorzugte Sportart bleiben. Dafür macht mir Schwimmen zu viel Spaß
Udo van Stevendaal,