Bad Oldesloe

Stormarn feiert seine Sportler des Jahres

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Henrik Bagdassarian
Die siegreiche Handballmannschaft des SV Preußen Reinfeld mit Judo-Weltmeisterin Seija Ballhaus aus Glinde (M.)

Die siegreiche Handballmannschaft des SV Preußen Reinfeld mit Judo-Weltmeisterin Seija Ballhaus aus Glinde (M.)

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Ehrung mit geladenen Gästen in Bad Oldesloe. Surfer Michael Becker aus Bargteheide schickt einen Videogruß von Teneriffa.

Bad Oldesloe.  Bei den Handballfrauen des SV Preußen Reinfeld war der Jubel groß, bei den Badmintonspielern des TSV Trittau und den Tischtennisjungen des TSV Bargteheide die Freude eher verhalten: Gerade hatte der Moderator vor 80 geladenen Gästen in den festlich hergerichteten Räumen der Sparkasse Holstein in Bad Oldesloe das Badminton-Bundesligateam als Zweitplatzierte der Sportlerwahl bekannt gegeben. Somit war klar: Reinfelds Handballerinnen haben die Wahl zur Mannschaft des Jahres 2017 in Stormarn gewonnen. Die Tischtennistalente aus Bargteheide standen bereits als drittplatziertes Team fest.

„Angesichts der starken Konkurrenz hat mich das Ergebnis doch überrascht“, gab Detfred Dörling zu. Vergangenes Jahr hatte der Coach mit seinem Team im fünften Anlauf endlich den Oberliga-Aufstieg geschafft. „Ich bin überglücklich, dass die Mannschaft im Kreis einen so großen Rückhalt genießt“, sagte Außenspielerin Lara Zube.

Bei den Sportlern nahm Michele Becker, zweifacher deutscher U20-Windsurfmeister im Slalom, seine Auszeichnung nicht persönlich in Empfang. Er bereitet sich seit Ende vergangenen Jahres auf Teneriffa auf die kommende Saison vor und hatte deshalb eine Videobotschaft geschickt, die auf einer großen Leinwand gezeigt wurde. Vater Marcus und Mutter Petra, die den 19-Jährigen Bargteheider bei der Ehrung vertraten, informierten Michele per Handy über den Ausgang der Wahl. „Ich hatte es mir mit ein paar Freunden gerade in meinem Appartement gemütlich gemacht, als ich die frohe Nachricht erhielt“, sagte Becker im Telefongespräch mit dem Abendblatt.

Die Triathleten Timo Ziegenbein und Udo van Stevendaal (beide SV Großhansdorf) wurden von einer aus Funktionären des Kreissportverbands Stormarn (KSV) und Sportjournalisten zusammengesetzten Jury und den Lesern der regionalen Zeitungen auf die Plätze zwei und drei gewählt. Ziegenbein sagte: „Allein die Nominierung ist eine tolle Bestätigung.“

Bei den Sportlerinnen hatte Judokämpferin Seija Ballhaus (17) aus Glinde die Nase vorn. Sie setzte sich vor Rhönradturnerin Antonia Mertinkat (TSV Trittau) und Schwimmerin Lisa Selle (SG Stormarn Barsbüttel) durch. Im August hatte Seija bei den U18-Weltmeisterschaften in Chile Gold gewonnen. Sie sagte: „Dass ist eine gute Werbung für das Judo, das in der öffentlichen Wahrnehmung sonst ein Nischendasein führt.“ Die Einzelsportler erhielten 300, 200 und Euro Preisgeld, die Mannschaften 500, 300 und 200 Euro.

Henning Görtz würdigte in seiner Ansprache die Sportler. „Sportliche Leistungen müssen in einer Zeit, in der ein Begriff wie ,Leistung’ manchmal sogar eine Art Schimpfwort ist, besonders gewürdigt werden“, sagte der Landrat.

Den mit je 1000 Euro dotierten Förderpreis des KSV und der Sparkassen-Stiftung Stormarn zur Unterstützung jugendlicher Leistungssportler erhielten: Antonia Mertinkat, Lisa Selle, Karatekämpferin Arlette Haacke (TSV Reinbek), Vielseitigkeitsreiterin Rebecca Gerken (RFG Bargfeld-Stegen) und Trial-Fahrer Jarmo Robrahn (Bargfeld-Stegen). Jörg Schumacher (Sparkassen-Stiftung Stormarn) sagte: „Die Entscheidung, junge Sportler auf ihrem weiteren Weg zu unterstützen, ist goldrichtig. Die Eltern tragen finanziell die meiste Last, wir können sie dabei unterstützen.“

Der Reinfelder Rapper Empathy - vergangenes Jahr Sieger des Musikwettbewerbs „MusicStorm“ - sorgte in den Pausen für Kurzweil.

( hba )

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