Aumühle

Nach Fällaktion: Kinder möchten neuen Schulwald mitgestalten

| Lesedauer: 4 Minuten
Stephanie Rutke und Ann-Kathrin Schweers
Philippa (6), Irene (6) und Therese (8) haben ihre Ideen für den neuen Schulwald aufgemalt. Angela Franke, Vorsitzende des Schulvereins, hat die Ideen gesammelt.

Philippa (6), Irene (6) und Therese (8) haben ihre Ideen für den neuen Schulwald aufgemalt. Angela Franke, Vorsitzende des Schulvereins, hat die Ideen gesammelt.

Foto: Stephanie Rutke / BGZ

Der Aumühler Schulverein startet einen Ideenwettbewerb. Der möglicherweise illegale Kahlschlag wird weiterhin überprüft.

Aumühle. Im Februar ist der Aumühler Schulwald einer Fällaktion zum Opfer gefallen. Die Untere Forstbehörde prüft nach einer Anwohnerbeschwerde einen illegalen Kahlschlag auf 2000 Quadratmetern. Schon wenige Wochen später gibt es Ideen, wie der Schulwald in Zukunft aussehen könnte: Der Schulverein der Fürstin-Ann-Mari-von-Bismarck-Schule hat die Grundschüler zu einem Wettbewerb aufgerufen, bei dem viele Ideen entstanden sind. Die reichen von der Skaterbahn über Hochbeete bis zu einem Gehege für Rehe.

„Es ging nicht um die kreativste Idee, sondern darum, machbare Projekte zu entwickeln“, erklärt Angela Franke, Vorsitzende des Schulvereins. Die Kinder haben viel Fantasie gezeigt und ihre Wünsche mit bunten Stiften auf Papier gebracht.

Nach Fällaktion des Aumühler Schulwaldes werden neue Ideen gesammelt

Die Schwestern Irene (6) und Therese (8) haben ein Bild von einem Schulgarten gemalt. „Wir wünschen uns einen Garten mit Hochbeeten für Gemüse und mit Blumen“, sagt Therese. „Wir wollen im Garten arbeiten und Tomaten, Salat und Karotten pflanzen“, ergänzt ihre Schwester. Erstklässlerin Philippa (6) hat einen ungewöhnlichen Wunsch: Sie hätte gern ein Gehege mit Rehen, denn die mag sie besonders gerne. Die Kinder denken aber auch an Spiel und Spaß. Therese: „Eine Hängematte zwischen Obstbäumen wäre toll.“

Absoluter Favorit ist eine Skaterbahn, die auch Schulleiter Stefan Platte sehr begrüßen würde. „Nicht nur unsere Grundschulkinder, sondern auch die Jugendlichen in Aumühle brauchen einen Platz für sich“, sagt er. Das Projekt Skaterbahn wurde bereits vor Jahren in Angriff genommen, mit aufwendigen Workshops begleitet, aber nie von der Gemeinde umgesetzt.

Lange Wunschliste: Kletterwand, Seilbahn, Schulgarten

Auf Platz zwei der Wunschliste stehen Spielgeräte wie eine Kletterwand oder eine Seilbahn, gefolgt von einem Schulgarten. „Das sind Projekte, die sich realistisch umsetzen lassen“, sagt Angela Franke. „Das Kollegium wünscht sich ein grünes Klassenzimmer mit Sitzgelegenheiten und Sonnen- oder Regenschutz“, weiß Schulleiter Platte.

Die Vorsitzende des Schulvereins hat eine kleine Gruppe von Kindern sowie die bunt bemalten Plakate mit in die jüngste Sitzung des Ausschusses für Kultur, Bildung und Sport genommen. „Die Kinder wollen bei der Umsetzung mitsprechen, denn es geht ja um ihren Schulwald“, so Franke. Sie hofft, dass mehrere Ideen umgesetzt werden können. Einen Etat seitens der Gemeinde gibt es nach ihrer Auskunft noch nicht. Der Schulverein werde sich aber auf jeden Fall an der Finanzierung beteiligen.

Gemeinde Aumühle wartet noch auf eine Stellungnahme

Die stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses, Dr. Andrea Nigbur (CDU), sagt, die Fraktionen hätten die Präsentation positiv aufgenommen. Sie erinnert sich noch gut an ihren Vorstoß zur Skaterbahn. „Das muss zehn Jahre her gewesen sein“, sagt Nigbur. Damals sei das Projekt aus Kostengründen mehrheitlich abgelehnt worden, die Enttäuschung der Schüler sei groß gewesen. „Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen“, hofft sie.

Beschlossen ist aber noch nichts. Die Gemeinde Aumühle wartet noch auf eine Stellungnahme der Unteren Forstbehörde, die die Rechtmäßigkeit der Fällarbeiten prüft. Erst dann stehe fest, welche Flächen bespielt werden können und wo Aufforstungen nötig sind, so die CDU-Politikerin. „Fakt ist, dass relativ viel Fläche übrig bleiben wird“, meint Nigbur.

"Gebot der Stunde ist zunächst eine gründliche Aufklärung"

Bis zu einer Klärung vonseiten der Behörde bleibt übrigens auch das gefällte Holz liegen. Der Fall wird die Gemeinde wohl noch lange beschäftigen. Am Freitag hat die stärkste Fraktion, die UWG, einen umfangreichen Fragenkatalog – gerichtet an Bürgermeister Knut Suhk – online unter uwg-aumuehle.de veröffentlicht. Fraktionschef Alexander Bargon: „Auch wenn eine Rekultivierung der Flächen zügig angegangen werden muss, ist das Gebot der Stunde zunächst eine gründliche Aufklärung.“

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