Schlewig-Holstein

Zeugen gesucht: 40 Bäume im Sachsenwald illegal gefällt

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Im Sachsenwald beim ehemaligen Sauengatter haben Unbekannte 40 Douglasien gefällt.

Im Sachsenwald beim ehemaligen Sauengatter haben Unbekannte 40 Douglasien gefällt.

Foto: PD Ratzeburg

Die Douglasfichten standen in der Nähe des ehemaligen Sauengatters der Familie Bismarck. Sie wurden mit der Axt gefällt.

Friedrichsruh. Umweltfrevel in Friedrichsruh: Mitarbeiter der Forstverwaltung Sachsenwald haben am Montag, 15. März, mit Entsetzen festgestellt, dass vierzig große Douglasien illegal gefällt wurden. Nun sucht die Polizei Zeugen.

Douglasien nahe des ehemaligen Sauenparks der Familie Bismarck illegal gefällt

Nach bisherigen Erkenntnissen wurden die Bäume innerhalb der vergangenen vier Wochen im südlichen Hochwaldbestand des ehemaligen Sauenparks der Familie Bismarck gefällt.

Polizeisprecherin Jaqueline Fischer kennt weitere Details und sagt: "Die etwa zwanzig Meter hohen Bäume wurden mit einer Axt gefällt und dann liegen gelassen." Der entstandene Sachschaden wird auf rund 20.000 Euro geschätzt. "Das ist auf jeden Fall Sachbeschädigung. Und es kann zu einem privatrechtlichen Verfahren kommen", so Fischer weiter.

Die Mitarbeiter der Forstverwaltung hatten die fehlenden Bäume erst jetzt bemerkt, da der Bereich nicht in unmittelbarer Nähe eines Wanderwegs liegt. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Täter die Bäume zu sportlichen Trainingszwecken gefällt haben könnten.

Im April 2020 musste die Familie Bismarck die Jagdgatter öffnen

Wer in den vergangenen vier Wochen verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich des südlichen Hochwaldbestandes des Sachsenwaldes beobachtet hat, wird gebeten, sich bei der Polizei in Schwarzenbek unter Telefon 04151/88940 zu melden.

Die Familie Bismarck musste im vergangenen Frühjahr zwei Gehege im Sachsenwald, die das Jagen erleichtern - da die Tiere nicht fliehen können - öffnen bzw. abbauen. Die Bismarck’schen Jagdgatter hatten bis dahin überlebt, obwohl seit 1999 in Schleswig-Holstein ein Verbot dieser Gatter gilt. Der Gesetzgeber hatte damals eine großzügige Übergangsfrist bis 2014 eingeräumt.

Nach Ablauf dieser Frist waren die Bismarcks vor das Verwaltungsgericht gezogen - und unterlagen. Maximilian von Bismarck zog daraufhin eine weitere Idee aus der Trickkiste: Er stellte den Antrag, aus einem Teil des Wildschweingeheges einen öffentlichen "Sauenpark" machen zu dürfen. Bei der Forstbehörde des Kreises Herzogtum Lauenburg stieß das allerdings nicht auf Gegenliebe.

( isa/pop )

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