Von Stormarn nach Hamburg

Trecker bringen Geschenke zum Kinderkrebs-Zentrum

| Lesedauer: 7 Minuten
Elvira Nickmann

Livestream zur funkelnden Treckerparade

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Landwirte wollen Spenden sammeln und Freude verbreiten. Aktion wird um weiteres Ziel ausgeweitet. Der Streckenverlauf zum UKE.

Eichede. Am Sonnabend, 3. Dezember, bringt eine mit Lichterketten geschmückte Kolonne durch Stormarn die Menschen entlang der Route in der dunklen Winternacht zum Strahlen: Zum dritten Mal machen sich Landwirte mit 35 Treckern und Fahrzeugen auf den Weg zum Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), um Geschenke an krebskranke Kinder zu verteilen und mit ihrem stimmungsvoll illuminierten Umzug Weihnachtsstimmung zu verbreiten.

Im vorigen Jahr erwarteten viele Stormarner die Lichterparade entlang der Strecke, klatschten, winkten und hielten das Ereignis auf Handyvideos fest. Das Spektakel ließ sich von zu Hause ganz bequem über einen Livestream mitverfolgen. Wer nicht lang im Kalten ausharren wollte, konnte zudem an den aktuellen Standortdaten ablesen, wann er sich auf den Weg machen musste.

Geschenke für krebskranke Kinder: Fabian Harloff hat Song zur Aktion geschrieben

Das bewährte Orga-Team um die beiden Landwirte Timo Ahlers und Andre Hildebrandt sowie Mitinitiator Mike Heth wird inzwischen von den Neuzugängen Stephanie Ehling und Katrin Vagt verstärkt. Mit im Boot ist wieder Schauspieler und Musiker Fabian Harloff, der das Projekt mit einem Gastauftritt auf der Bühne vor dem UKE unterstützt.

Seinen eigens spontan dafür geschriebenen Song aus dem vergangenen Jahr, „35 Trecker“, hat der Star um weitere Strophen erweitert. Harloff sagt: „Ich kann zwar nicht Trecker fahren, aber Musik machen. Also bin ich ins Studio gegangen und habe den Song fertig geschrieben.“ Das Ergebnis ist bereits auf YouTube im offiziellen Video zur Aktion zu hören und soll demnächst als Audio veröffentlicht werden.

Song

Darin appelliert Harloff an die Spendenbereitschaft der Menschen: „Schaut euch die schönen Lichter an, gleich danach könnt ihr was tun. So wie Weihnachtselfen könnt Ihr kranken Kindern helfen. Ihr habt hier die Wahl: Bringt sie mit uns zum Strahlen.“

Landwirte leisten Hilfe für Kinder und ihre Familien

Es gebe nichts Schlimmeres, als wenn es Kindern nicht gut gehe, so der Familienvater. Er mache sich bereits Sorgen, wenn seine Kinder Erkältung und Fieber hätten. „Aber man kann nicht mit negativen Sachen auf eine solche Spendenaktion aufmerksam machen. Dadurch, dass die Landwirte diese Weihnachtsstimmung erzeugen, zaubern sie ganz vielen Menschen am Weg und den Kindern, um die es geht, ein Lächeln ins Gesicht. Und sie helfen Familien, die aufgrund der Erkrankung in Schieflage sind.“ Das sei ein ganz toller Ansatz, bei dem es darum gehe, den Leuten das Leben ein bisschen schöner zu machen.

Carsten Kratzmann betreibt Ackerbau und züchtet auf seinem Hof in Jersbek Geflügel. Er fährt zum zweiten Mal mit, die erste Lichterparade hat er als Zuschauer in Ahrensburg erlebt. Beim Schmücken seines Traktors haben ihn seine Kinder und weitere Helfer unterstützt. Trotzdem hat es einen ganzen Tag gedauert. Und dass, obwohl er sein Gefährt nach eigenen Angaben nicht extrem prachtvoll, sondern eher zurückhaltend herausgeputzt hat. Er sei kein Freund überbordender Dekoration, so Kratzmann, außerdem solle der Zug abwechslungsreich sein.

Teilnehmer wetteifern um den schönsten Trecker

Laut Initiator Timo Ahlers tragen andere Teilnehmer untereinander einen regelrechten Wettstreit aus, wer am schnellsten und schönsten dekoriert. Mancher muss dabei einen Rückschlag verkraften: Bei einer Probefahrt sei einem besonders kreativen Landwirt sein kunstvoll gefertigter Aufbau abgebrochen. Ahlers: „Er hat trotzdem weitergemacht. Das Ergebnis wird ein Highlight des Zuges sein.“

Ahlers hat beim letzten Mal die Geschenke mit auf die Kinderkrebsstation gebracht. „Wir sind sehr herzlich und warm empfangen worden“, berichtet er. Ein bisschen wehmütig sei ihm zumute gewesen, weil einige Kinder nicht mit hinaus gedurft hätten. Aber sie hätten sich das Geschehen vom Fenster aus angesehen.

Geschenke für krebskranke Kinder: Unternehmen tragen mit Spenden zur Aktion bei

Die jubelnden Menschenmassen in Stormarn hätten ihn überrascht und beeindruckt, der Arm habe ihm vom vielen Winken wehgetan. „Auf den Dörfern haben sie Glühwein ausgeschenkt und Feuerkörbe aufgestellt.“ Die Feuerwehren in Bargteheide und Ahrensburg hätten die Parade mit ausgefahrener Drehleiter und Weihnachtsmann im Korb empfangen. Timo Ahlers sagt: „Die maximale Euphorie trägt einen da durch. Diese Stimmung wollen wir bündeln und in Form von Kraft überbringen.“

2021 verteilten die Landwirte Geschenke im Wert von rund 10.000 Euro an Kinder und Präsentkörbe mit regionalen Produkten an die Belegschaft, dazu einen Scheck über 30.000 Euro. Mit ihrem Lichterzug werden sie eine Woche nach der Fahrt zum UKE erstmals auch dem Universitätsklinikum in Lübeck einen Besuch abstatten. Weniger Spenden durch das Hinzukommen der zweiten Klinik muss das UKE nicht befürchten. „Wir sehen riesengroße Bereitschaft von Unternehmen vor Ort, lokal und überregional, unsere Aktion zu unterstützen.“ Teilweise wollten die Sponsoren sogar anonym bleiben. „Wir haben also doppelten positiven Stress“, sagt Ahlers mit einem Schmunzeln. „Das ist etwas, das einen auch treibt“, fügt er hinzu. Fabian Harloff bringt es so auf den Punkt: „Für mich sind die Landwirte echte Weihnachtshelden.“

Spendenboxen stehen vor allem in Hofläden und unter anderem bei Famila Ahrensburg, der Tierarztpraxis am Sandkamp in Bad Oldesloe, Raiffeisenbank und Elektro Timm in Bargteheide, Erdbeerhof Glantz in Delingsdorf, Fleischerei Hoose in Hammoor, Restaurant Das Hanses in Linau, Hof Posewang in Oststeinbek, Bauernladen Dölger in Reinfeld, Bauer Doose in Sprenge und Bäckerei Muchow in Todendorf.

Das Spendenkonto hat die IBAN DE13 2019 0109 0055 0822 30. Weitere Infos und Livestream auf YouTube und unter wir-bringen-euch-zum-strahlen.de sowie auf Facebook und Instagram.

Das ist die Route der Treckerparade:

Die mit Lichterketten geschmückten Trecker und Fahrzeuge formieren sich in Eichede im Radeländer Weg zur Kolonne und brechen um 16 Uhr Richtung Hamburg auf.

Die Fahrt geht von Eichede über Mollhagen, Todendorf und Hammoor nach Bargteheide (Lohe, Bahnhofstraße, Rathausstraße, Am Markt). Weiter durch Delingsdorf, Ahrensburg (Lübecker Straße, Am Alten Markt, Große Straße, Woldenhorn), Großhansdorf (Hansdorfer Landstraße, Eilbergweg), Hoisdorf, Siek, an Meilsdorf vorbei (Meilsdorfer Damm) nach Braak, an der Braaker Mühle vorbei über Stemwarde nach Willinghusen.

Von dort aus geht sie am Rande von Glinde (durch Papendieker Redder) entlang, dann auf der Möllner Landstraße mitten durch Oststeinbek. Kreuzt die A 1. Auf Hamburger Gebiet geht es weiter auf der Glinder Straße, die übergeht in die Schiffbeker Höhe, in Billstedt auf Schiffbeker Weg. Dann über Rodigallee, Jüthornstraße und die Robert-Schuman-Brücke auf die Schlossstraße.

Der Zug kreuzt den Wandsbeker Markt, fährt weiter über die Brauhausstraße, Mühlenstraße, Eilbektal, Eilenau, Schwanenwik und kommt dann an der Alster heraus. Weiter geht es über die Kennedybrücke, Dammtor, Grindelallee, Hoheluftchaussee. Die Ankunft in der Martinistraße ist für etwa 18.30 Uhr geplant.

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