Wohnungsbau

Bargteheide hat jetzt ein neues Öko-Vorzeigequartier

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Lutz Kastendieck
Besuchten das ökologische Wohnquartiers Am Krögen in Bargteheide (v.l.): Matthias Behr (Volksbank Raiffeisenbank), Landrat Henning Görtz, Jan Bustorff, Aufsichtsratsvorsitzender der VR-Bank, und VR-Vorstandsmitglied Stefan Lohmeier.

Besuchten das ökologische Wohnquartiers Am Krögen in Bargteheide (v.l.): Matthias Behr (Volksbank Raiffeisenbank), Landrat Henning Görtz, Jan Bustorff, Aufsichtsratsvorsitzender der VR-Bank, und VR-Vorstandsmitglied Stefan Lohmeier.

Foto: VR-Bank

Das ökologische Wohnungsbauprojekt Am Krögen setzt unter Umwelt- und Klimaschutzaspekten Maßstäbe. Die Details.

Bargteheide.  Eine energieeffiziente Bauweise, weitgehend autofreie Wohnbereiche, Fahrradgaragen, Photovoltaikanlagen, Gründächer und Ladestationen für Elektro-Mobilität: Umwelt- und Klimaschutzaspekte spielen beim Wohnungsbauprojekt Am Krögen in Bargteheide eine herausragende Rolle. Für Landrat Henning Görtz ist das neue Quartier, das nach fünf Jahren Planungs- und Bauzeit kurz vor dem Bezug steht, „ein Vorzeigeprojekt“. Das beispielhaft für solche Vorhaben im gesamten Kreis Stormarn sein sollte.

„Die ersten Gedanken zur Planung und Vermarktung des Wohngebietes erfolgten ja noch in meiner Zeit als Bürgermeister“, sagt Görtz. Deshalb freue er sich nun umso mehr, dass alle Beteiligten, die Investoren, die Ingenieurbüros, die Bauträger und die Stadt Bargteheide, die selbst gesteckten Ziele nun auch eindrucksvoll umgesetzt hätten.

VR-Bank hat städtebaulichen Wettbewerb gewonnen

„Mit der effizienten Energieversorgung, dem durchdachten Mobilitätskonzept und dem vergleichsweise geringen Flächenverbrauch haben die Akteure bewiesen, dass umweltbewusstes und klimaschützendes Bauen trotz schwieriger gewordener Rahmenbedingungen möglich ist“, würdigte Görtz das ökologische Wohnquartier.

Federführend war dabei die VR-Bank, die 2016 an einem dreistufigen städtebaulichen Wettbewerb der Stadt Bargteheide teilgenommen hatte. Gemeinsam mit der Conplan Betriebs- und Projektberatungsgesellschaft aus Lübeck waren die Bewerbungsunterlagen erarbeitet worden. Nach dem Gewinn des Wettbewerbs wurde für den Grundstückserwerb der jeweiligen Baufelder extra ein Immobilientochterunternehmen gegründet.

Für 105 Wohneinheiten 40 Millionen Euro investiert

„Es brauchte hier vor vier Jahren Mut und Weitsicht, um die quasi nicht mehr wegzudenkenden Themen wie Energieversorgung und Nachhaltigkeit in dieser Dimension umzusetzen“, sagt der für Stormarn zuständige VR-Vorstand Stefan Lohmeier. Das Quartierskonzept sei inzwischen in vielen Gemeinden auf großes Interesse gestoßen. Immer wieder werde die VR-Bank angefragt, die bei der Umsetzung des Projekts gemachten Erfahrungen zu teilen.

Auf drei Baufeldern sind seit April 2020 insgesamt 105 Wohneinheiten entstanden mit einem Investitionsvolumen von rund 40 Millionen Euro. Mit der Friedrich Schütt + Sohn Baugesellschaft aus Lübeck als ausführendem Generalunternehmer stand den Tochterunternehmen der Bank dabei ein kongenialer Partner zur Seite.

Vier verschiedene Haustypen sind entstanden

Dabei sind in dem ökologischen Quartier vier Haustypen entstanden, zwei Geschossbauvarianten und zwei Reihenhaus-/Doppelhaustypen. Die 105 Wohneinheiten und fünf Gemeinschaftsräume befinden sich in 31 Reihenhäusern, vier Doppelhaushälften und neun Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 70 Wohnungen.

„Das nördliche und mittlere der drei Baufelder wurde von den zwei Immobilientochterunternehmen der VR-Bank realisiert“, erklärt Projektleiter André Rehder. Im nördlichen Baufeld seien auf einer Fläche von 3800 Quadratmetern zwei Doppelhäuser und drei Reihenhauszeilen entstanden. Diese 15 Wohneinheiten sind inzwischen verkauft worden.

Eigene Energiezentrale für Strom und Wärme

Das mittlere Baufeld umfasst 6300 Quadratmeter. Hier werden Kunden sieben Reihenhäuser in zwei Zeilen und fünf Mehrfamilienhäuser mit 41 Wohnungen zur Miete angeboten. Zusätzlich können in zwei kleinen Gäste-Appartements Besucher zum Selbstkostenpreis übernachten. Im südlichen Baufeld mit einer Größe von 9400 Quadratmetern investierte eine weitere Baugruppe 16,5 Millionen Euro in 13 Reihenhäuser sowie vier dreigeschossige Mehrfamilienhäuser.

Ein besonderes Augenmerk galt bei der Konzeption der Energieversorgung des Quartiers. Hierfür wurde eigens die Energiegenossenschaft Am Krögen eG Bargteheide gegründet. Herzstück ist eine Energiezentrale, die das gesamte Quartier mit eigenem Strom und Wärme versorgt.

Konzept sieht viele Stellplätze für Fahrräder vor

Großen Wert wurde zudem auf Gemeinschaftsräume, großzügige Spielflächen für Kinder sowie eine hohe Außenraumqualität durch eine abwechslungsreiche Begrünung und diverse Sitzmöglichkeiten gelegt. Teil des Mobilitätskonzepts sind zahlreiche Abstellmöglichkeiten für Fahrräder als umweltfreundliche und gesunde Verkehrsmittel. In der Gesamtplanung sind sie umfassend berücksichtigt. Stellplätze gibt es im Außenbereich, in speziellen Fahrradcarports und in mehreren Abstellräumen in der Tiefgarage. Überdies wurde der Innenbereich des Quartiers als autofreie Zone konzipiert.

Ein Stück Zukunft schon jetzt zu besichtigen

„Wer hätte vor vier Jahren gedacht, wie wichtig die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit und weitgehende Eigenständigkeit bei der Energieversorgung einmal werden würde“, sagt VR-Vorstand Stefan Lohmeier. Dass es dabei gelungen sei, die Gründung einer eigenen Energiegenossenschaft mit dem genossenschaftlichen Grundgedanken der Bank zu verbinden und zu kombinieren, betrachte man als großen Gewinn.

„Die Schaffung einer autofreien Zone und gemeinschaftlicher Nutzflächen sowie die Verwendung besonders nachhaltiger und hochwertiger Baumaterialien ist aus heutiger Sicht noch viel wertvoller, als wir mit Beginn der Planungsphase gedacht hatten“, so Stefan Lohmeier. Mit dem Wohnquartier Am Krögen sei in Bargteheide ein großes Stück Zukunft schon in der Gegenwart zu besichtigen. „Deshalb freuen wir uns, wenn wir mit unserer gewonnenen Expertise auch an anderen Erschließungsstandorten helfen können“, sagt der VR-Vorstand.

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