Klimaschutz

Große Sternradtour gibt Startsignal zum Stadtradeln

| Lesedauer: 4 Minuten
Elvira Nickmann
Landrat Dr. Henning Görtz (li), Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Vertreter, ADFC Stormarn und Kreiskoordinatorinnen (v.l.: Kreis, Reinfeld, Reinbek, Bad Oldesloe, Tangstedt, Lütjensee, Barsbüttel, Bargteheide, Großhansdorf, ADFC, Oststeinbek, Trittau, Glinde)

Landrat Dr. Henning Görtz (li), Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Vertreter, ADFC Stormarn und Kreiskoordinatorinnen (v.l.: Kreis, Reinfeld, Reinbek, Bad Oldesloe, Tangstedt, Lütjensee, Barsbüttel, Bargteheide, Großhansdorf, ADFC, Oststeinbek, Trittau, Glinde)

Foto: Kreis Stormarn

15 Stormarner Städte und Gemeinden engagieren sich bei der bundesweiten Aktion. Das Thema Radverkehr rückt zunehmend in Fokus.

Bad Oldesloe. Wenn in den kommenden drei Wochen mehr Radfahrer als sonst auf Stormarns Straßen unterwegs sind, könnte das an der Aktion Stadtradeln liegen. Denn dabei sind die Bürger dazu aufgerufen, vom 21. August bis zum 10. September möglichst oft vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen und durch das Einsparen von klimaschädlichen so CO2 zum Klimaschutz beizutragen. Im Kreis Stormarn beteiligen sich 15 Städte und Gemeinden an der bundesweiten Aktion. Den Auftakt bildet eine große Sternradtour am Sonnabend, 21. August.

Kleine Gemeinden können Städte überflügeln

Sie führt zum Schauplatz der NDR-Kultserie „Neues aus Büttenwarder“. Organisator ist der ADFC, der die Teilnehmer von verschiedenen Treffpunkten in Ammersbek, Ahrensburg und Großhansdorf aus abseits der großen Straßen nach Grönwohld führt. Ziel ist der Gasthof Unter den Linden, den Fans der Serie besser unter dem Namen Dorfkrug bekannt. Vor Ort ist ein Picknick geplant, Getränke sind im Lokal erhältlich. Anschließend geht es zurück. Startzeiten und -orte der Tour sind unter www.adfc-tour.de aufgelistet.

Landrat Hennig Görtz und die Verwaltungschefs der beteiligten Orte laden die Bürger nicht nur ein, bei dem Wettbewerb mitzumachen. Sie wollen selbst mit gutem Beispiel vorangehen und das Rad so oft wie möglich nutzen.

2020 erzielte Reinbek die meisten Radkilometer

Einziger Neuling in diesem Jahr ist Ammersbek. Tangstedt und Witzhave haben 2020 gezeigt, wie es geht: Mit 18.508 (Witzhave) und 14.268 (Tangstedt) gefahrenen Radkilometern erzielten sie Platz fünf und sechs unter den erstmals teilnehmenden Kommunen.

Die Vorjahresergebnisse der weiteren Teilnehmer lauten wie folgt: Ahrensburg 103.636, Bad Oldesloe 128.805, Bargteheide 100.077, Barsbüttel 36.430, Delingsdorf 7914, Glinde 71.492, Großhansdorf 106.165, Lütjensee 4815, Oststeinbek 9362, Reinbek 141.675, Reinfeld 13.124, und Trittau 38.607. Dabei zeigt sich am Beispiel von Großhansdorf, dass auch kleine Gemeinden bei dem Wettbewerb um möglichst viele Radkilometer durchaus mit Städten konkurrieren und viel erreichen können.

Teilnehmen können Einzelpersonen und Teams

Insgesamt haben im vergangenen Jahr 6425 Stormarner beim Stadtradeln 807.802 Radkilometer gesammelt, was in etwa dem 20-fachen Erdumfang entspricht. Damit landete der Kreis auf Rang drei in der Landeswertung. Wer sich so an frischer Luft bewegt, tut nicht nur etwas für seine Gesundheit, sondern gleichzeitig gegen den Klimawandel – und wie dringend dabei schnelles Handeln gefragt ist, hat sich zuletzt an der aktuellen Flutkatastrophe im rheinland-pfälzischen Ahrtal gezeigt.

In Stormarn können alle mitmachen, die im Kreis wohnen oder arbeiten, zur Schule gehen oder Mitglied eines Vereins sind. Unternehmen, Schulen, Vereine, Verbände und Gruppen aus mindestens zwei Personen können ein eigenes Team bilden. Die Registrierung erfolgt über die Website www.stadtradeln.de/kreis-stormarn. Die gefahrenen Kilometer können auch mittels der Stadtradeln-App, die kostenlos aufs Smartphone geladen werden kann, eingetragen werden. Wer keinen Internetzugang oder Smartphone hat, kann die Ergebnisse bei den Koordinatoren vor Ort melden.

Stadtradeln-Stars leben nachhaltige Mobilität vor

Sie sind auch die richtigen Ansprechpartner für alle, die sich darüber hinaus als Stadtradeln-Star engagieren wollen. Das Ziel ist, 21 Tage lang kein Auto von innen zu sehen. Wege können nur zu Fuß, per Fahrrad, Bahn oder Bus zurückgelegt werden. 2020 haben zehn Stormarner mitgemacht. Dabei haben einige festgestellt, dass sie ganz auf das Auto verzichten können – und es konsequenterweise abgeschafft.

Wie die Trittauer Anne Herz und Fritz Simon. Wie alle Stadtradeln-Stars hatte Herz in einem Blog über ihre Erfahrungen berichtet. Die Gemeinde hatte sich nach der Aktion mit einem Gutschein für das außergewöhnliche Engagement des jungen Elternpaares bedankt. Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch sagt: „Beim Stadtradeln geht es darum, die Bürger zu ermutigen, aufs Rad zu steigen.“ Und weiter: „Wir möchten das Radfahren in Trittau fördern.“ Grundlage sei das im Frühjahr beschlossene Radverkehrskonzept, das nach und nach umgesetzt werden solle. Außerdem werde der offene Arbeitskreis Radverkehr fortgeführt.

Dass die Radfahrkampagne wirkt, zeigt sich an umfassenden Maßnahmen wie in Trittau, aber auch an Einzelaktionen wie den Radparkhäusern an den Bahnhöfen in Großhansdorf und dem Radparkplatz in Ahrensburg.

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