Klimaschutz

FDP will einen Solaratlas für Glinde erstellen lassen

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René Soukup
Ein Solaratlas könnte eine Übersicht geben, welche Dachflächen sich in Glinde für Fotovoltaik- oder Solarthermieanlagen eignen.

Ein Solaratlas könnte eine Übersicht geben, welche Dachflächen sich in Glinde für Fotovoltaik- oder Solarthermieanlagen eignen.

Foto: Schoening / picture alliance

Alle Gebäude sollen bis 2022 auf Eignung für Fotovoltaikanlagen überprüft werden. Thema wird im Umwelt- und Klimaausschuss diskutiert.

Glinde.  Die FDP in Glinde hat ein Kompetenzteam für den Klimaschutz gegründet und geht gleich mächtig voran: Sie möchte, dass bis spätestens Juni 2022 ein sogenannter Atlas für Fotovoltaik- und Solarthermieanlagen erstellt wird. Immobilieneigentümer haben demnach die Möglichkeit, bei der Verwaltung Informationen einzuholen, wie gut sich die eigenen Dachflächen zur erneuerbaren Strom- und Wärmeproduktion eignen. Die Auskunft soll kostenfrei sein. Angedacht ist außerdem, der neuen Klimaschutzmanagerin der Stadt im kommenden Jahr 30.000 Euro zur Verfügung zu stellen für die Planung von Kampagnen.

Alle Fördermöglichkeiten sollen ausgenutzt werden

Entsprechende Anträge haben die Liberalen für den Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz am Donnerstag, 1. Oktober, um 19 Uhr im Marcellin-Verbe-Haus (Markt 2) gestellt. „Der Solaratlas könnte auch auf der Internetseite der Stadt abgebildet werden. Es macht Sinn, die Gebäude mit unterschiedlichen Farben zu kennzeichnen“, sagt André Borgwardt, der die FDP im Ausschuss vertritt. Wer nicht erfasst werden möchte, könne das natürlich der Verwaltung mitteilen. Über die Finanzierung des Projekts heißt es: „Falls es kostensparender über das Mittelzentrum realisiert werden kann, ist dieser Weg zu bevorzugen, sofern der Zeitplan dadurch nicht gefährdet ist.“ Jedenfalls sollten sämtliche finanzielle Förderungen beantragt werden. Ein Mittelzentrum bildet Glinde seit Oktober 2009 mit Reinbek und der Gemeinde Wentorf. Ziel der Kooperation ist es, das Versorgungs- und Dienstleistungsangebot für die Bürger qualitätssteigernd zu entwickeln.

Verwaltung soll Angebote von Dienstleistern einholen

Die Liberalen möchten von der Verwaltung einen Zwischenbericht bis April kommenden Jahres, die zuvor Angebote von Dienstleistern einzuholen hat. Für die Auftragsvergabe soll Geld im Haushalt 2022 verankert werden.

Borgwardt ist Kundendienstleiter und beschäftigt sich beruflich mit Umwelt- und Klimaschutz. Neben dem 36-Jährigen zählen auch Barbara Bednarz (71) und die parteilose Daniela Andersch zum Kompetenzteam. Die 34-Jährige engagiert sich für die Klimaschutzinitiative Sachsenwald und ist Mitbegründerin der Glinder Ortsgruppe. Ihre Themenschwerpunkte sind Mobilität, Plastikvermeidung und nachhaltiger Lebensstil.

Andere Parteien sind von Vorschlägen nicht überzeugt

Und was halten Mitglieder anderer Fraktionen von den FDP-Vorschlägen? Der SPD-Vorsitzende Frank Lauterbach sagt: „Es gibt beim Atlas Online-Alternativen, die man vorrangig nutzen kann. Zum jetzigen Zeitpunkt werden wir kein Geld dafür zur Verfügung stellen, müssen uns in den kommenden Monaten intensiv beraten.“ Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Rainer Neumann kommen die Anträge zu früh: „Der Solaratlas könnte Bestandteil des Klimaschutzkonzeptes werden, aber da sollten wir abwarten, wie die Fachkraft dieses ausgestalten will. Genauso sollte mit ihr im Vorhinein abgestimmt werden, wie viel Geld sie für Kampagnen benötigt, ehe wir einen Beschluss fassen.“

Im August hatte die Stadt mit Lisa Schill eine Klimaschutzmanagerin eingestellt. Sie wird binnen zwei Jahren ein Konzept erarbeiten, klimarelevante Themen in den politischen Gremien vorstellen und Netzwerkarbeit mit unterschiedlichen Akteuren betreiben.

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