Klimaschutz

Bad Oldesloe: Umweltfreundliche Autos parken kostenlos

Ein E hinter den Ziffern auf dem Kennzeichen weist auf die umweltfreundliche Antriebsart des Autos hin.

Ein E hinter den Ziffern auf dem Kennzeichen weist auf die umweltfreundliche Antriebsart des Autos hin.

Foto: Arno Burgi / dpa

Regelung soll für Fahrzeuge mit E-Kennzeichen gelten. Besitzer von gasbetriebenen Autos können gesonderten Parkausweis beantragen.

Bad Oldesloe.  Umweltfreundliche Fahrzeuge sollen in Bad Oldesloe künftig bis zu zwei Stunden lang kostenlos auf eigentlich gebührenpflichtigen Stellplätzen parken dürfen. Das hat der Wirtschafts- und Planungsausschuss jetzt beschlossen. Die neue Regelung, bei der nur eine Parkscheibe ausgelegt werden muss, soll für alle Fahrzeuge mit E-Kennzeichen gelten. Besitzer von gasbetriebenen Autos können bei der Stadtverwaltung einen Parkausweis beantragen. Ziel dieses Schritts ist es, einen Anreiz für den Kauf von Pkw mit umweltfreundlichen Antriebstechnologien zu schaffen.

Gerechtere Variante war aufwendiger

Mit dieser Lösung hat sich die Politik auf einen Kompromiss geeinigt. Die Verwaltung hatte zunächst zwei Varianten vorgelegt. Entweder eine aufwendige Einzelfallprüfung, bei der Fahrzeugbesitzer Zulassungsbescheinigungen bei der Verwaltung vorlegen müssen, um einen Parkausweis zu erhalten oder eine reine E-Kennzeichen-Regelung. „Das wäre am einfachsten gewesen“, sagte Bürgermeister Jörg Lembke. Die erste Variante sei vielleicht gerechter, aber ein enormer bürokratischer Aufwand. Um Gerechtigkeit ging es vor allem den Grünen. „Wenn es nur nach E-Kennzeichen geht, wären etwa Erdgasfahrzeuge ausgeschlossen, und umweltschädlichere Hybrid-Autos dürften kostenlos parken“, argumentierte Wilfried Janson gegen den zunächst vom Gremium favorisierten Vorschlag.

„Uns geht es zunächst einmal vor allem darum, Menschen zu belohnen, die sich beim Autokauf mit umweltfreundlichen Antrieben beschäftigen“, sagte Hans-Jörg Steglich (Stadtfraktion). Mit dem Kompromiss wird der Aufwand gering gehalten. Das Votum war einstimmig. Die Stadtverordnetenversammlung muss den Beschluss noch absegnen. Die Verwaltung rechnet mit Umsetzung der Gebührenbefreiung Anfang 2021.