Bauvorhaben

Ammersbek bekommt neues Entree für 25 Millionen Euro

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Harald Klix
Der neue Entwurf: im Erdgeschoss ein Drogeriemarkt, ein Bäcker und weitere Geschäfte, darüber rund 50 Mietwohnungen. Anfang 2022 soll das Gebäude stehen.

Der neue Entwurf: im Erdgeschoss ein Drogeriemarkt, ein Bäcker und weitere Geschäfte, darüber rund 50 Mietwohnungen. Anfang 2022 soll das Gebäude stehen.

Foto: Procom

Hamburger Unternehmen Procom kauft Grundstück für Wohn- und Geschäftshaus am U-Bahnhof Hoisbüttel. Baubeginn im dritten Quartal.

Ammersbek. Die Visitenkarte von Ammersbek ist ein brach liegendes, mit Unkraut überwuchertes und von einem Gitterzaun abgeriegeltes Grundstück. Das soll sich in einigen Monaten ändern: Procom Invest errichtet direkt am U-Bahnhof Hoisbüttel ein neues Wohn- und Geschäftshaus. Das Hamburger Unternehmen hat das Areal, das aus Richtung Hansestadt das Entree von Ammersbek ist, von der Jürgen Westphal Projekt Hoisbüttel GmbH & Co. KG aus Ahrensburg gekauft. Baubeginn soll bereits im kommenden Quartal sein, damit die ersten Mieter schon Anfang 2022 einziehen können.

Rathaus hat Baugenehmigung bereits an Vorbesitzer erteilt

Auf dem rund 3700 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke Hamburger Straße/Georg-Sasse-Straße sind im Erdgeschoss Geschäfte geplant, unter anderem ein Drogeriemarkt und eine Bäckerei sowie ein Gastro-Pavillon. In den vier Etagen darüber entstehen in einem L-förmigen Baukörper rund 50 Mietwohnungen mit zwei bis fünf Zimmern und 45 bis 120 Quadratmetern.

Die gesamte Bruttogeschossfläche umfasst etwa 8600 Quadratmeter, davon 1800 Quadratmeter im gewerblichen Teil. Die Baugenehmigung hat das Rathaus bereits im vergangenen Jahr erteilt.

Attraktiver Standort dank Anbindung an gute Infrastruktur

„Der Standort für unser Bauvorhaben ist dank der guten Infrastruktur mit dem U-Bahnhof vor der Tür für kurze Wege in die Hamburger City hochattraktiv“, sagt Procom-Geschäftsführer Dennis Barth. Moderne Mietwohnungen seien in der Region stark nachgefragt. „Mit dem geplanten Einzelhandel im Erdgeschoss stellen wir extrem kurze Wege zur Nahversorgung sicher“, so Barth. Dank des vorhandenen Baurechts könne man mit der Realisierung kurzfristig starten. „Wir freuen uns darauf, dieses Projekt in Ammersbek entwickeln zu dürfen“, sagt Barth. Die Kostenkalkulation liege bei 25 Millionen Euro.

Procom ist bundesweit tätig. In Hamburg zeichnet das inhabergeführte Unternehmen unter anderem für die beiden Türme am neuen Fern- und Regionalbahnhof Altona verantwortlich (circa 350 Millionen Euro Investitionssumme) und für ein gleich teures Wohn- und Geschäftshaus auf der Nikolai-Insel in der Altstadt. In Lübeck ist direkt am Holstentor ein Neubau auf dem Karstadt-Sports-Areal geplant. Ein Kino mit sieben Sälen am Bahnhof von Bad Homburg (bei Frankfurt) sowie ein Shopping-Center an der Donau in Neu-Ulm (Bayern) zählen ebenfalls zum Portfolio.

Investor hat die Aufteilung im Gebäude noch mal verändert

Für das Filetgrundstück an der Hamburger Straße in Ammersbek, die bis zur Zurückstufung 2005 als Bundesstraße 434 bekannt war, gab es erste Ideen bereits in den 1990er-Jahren. Doch die damaligen Eigentümer wollten sich nicht von einer Bebauung überzeugen lassen. Vor gut fünf Jahren erwarb der Ahrensburger Architekt Jürgen Westphal die Fläche. Er hatte bereits die Nachbargebäude entworfen. Dort ist seit Dezember 1999 unter anderem die Filiale der heutigen Sparkasse Holstein zu Hause ist. Mit seinem Büro erarbeitete Westphal unter dem Namen „Lottbeker Hof“ ein Konzept, das mehrfach modifiziert wurde.

„Es ist erfreulich, dass es auf dieser für die Gemeinde wichtigen Stelle endlich losgeht“, sagt Bürgermeister Horst Ansén. Procom wolle zum jüngsten Westphal-Entwurf noch einige Veränderungen vornehmen. „Das betrifft vor allem die Innenaufteilung im Gebäude, an der Gesamthöhe ändert sich nichts“, so Horst Ansén. Auch Procom betont, die Grundzüge der Planung zu erhalten. Die Tiefgarage soll 77 Plätze haben. Zudem werden öffentliche Stellplätze für Fahrradfahrer errichtet, die die U-Bahn nutzen. Die exakte Zahl werde im weiteren Planungsverlauf mit der Gemeinde definiert. Details wollen die Investoren den Kommunalpolitikern im Bauausschuss am Mittwoch, 29. April, vorstellen. Auch ein Beschluss der Gemeindevertretung zum Eigentümerwechsel ist noch erforderlich.

Kommunalpolitiker brachten Planungsänderungen ein

Genau drei Jahre ist es jetzt her, dass das Büro Westphal + Berwing einen ersten Entwurf bei einer gut besuchten Einwohnerversammlung präsentierte. Damals lag die Nutzfläche des Neubaus bei rund 5000 Quadratmetern, da die einzelnen Geschosse höher waren. 36 Wohneinheiten waren geplant. Der Gastronomie-Pavillon auf dem Platz vor dem Gebäude ist nach wie vor aktuell. Die Zufahrt zur Tiefgarage mit 50 Plätzen sollte ebenfalls über diesen Platz erfolgen. Außerdem war eine Fläche mit Stellplätzen für bis zu 250 Fahrräder vorgesehen. Die letzten alten Gebäude auf dem Eckgrundstück wurden 2017 abgerissen.

Im Laufe des Verfahrens brachten die Kommunalpolitiker mehrere Änderungen auf den Weg, da sie andere Vorstellungen hatten. Einigen waren die Gebäude zu massiv, anderen gefiel die Dachform oder die Farbe der Fassade nicht. Kritik kam auch daran auf, dass Ein- und Ausfahrt zur Tiefgarage über den Fußgängerplatz führen sollen.

Linde auf Bahnhofsvorplatz soll erhalten werden

Den Bahnhofsvorplatz wird eine alte Linde prägen. Auf Antrag das Naturschutzbunds (Nabu) hat der Kreis Stormarn den Baum geschützt. Die Winterlinde war vermutlich 1797 zur Eröffnung der historischen Gaststätte Lottbeker Krug gepflanzt worden.

Bauausschuss Mi 29.04., 19.30, Saal des Dorfgemeinschaftshauses, Am Gutshof 1; Beratung über das Projekt im nichtöffentlichen Teil

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