Stormarn
Verbraucherschutz

Politiker fordern mehr Infos über Lebensmittelkontrollen

Ein Lebensmittelkontrolleur überprüft bei einer Betriebskontrolle die Temperatur einer Fleischware.

Ein Lebensmittelkontrolleur überprüft bei einer Betriebskontrolle die Temperatur einer Fleischware.

Foto: Uwe Anspach / dpa

Wegen Personalmangels fallen in Stormarn Prüfungen aus. Kreistagsfraktion der Linken stellt Anfrage an die Verwaltung.

Bad Oldesloe. Nachdem das Hamburger Abendblatt Anfang des Jahres über Personalmangel bei der Lebensmittelkontrolle in Stormarn berichtete, haben die Linken zur ersten Kreistagssitzung eine Anfrage zur Situation gestellt. „Lebensmittelkontrollen sind für die Gesundheit der Bevölkerung sehr bedeutsam“, sagt die Fraktionsvorsitzende Heidi Beutin. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch kritisiert, dass die Lebensmittelkontrollen oft kommunal organisiert seien und daher schwer eingeschätzt werden könne, wo es gut laufe.

Restaurants werden bei Verstößen nicht öffentlich genannt

Heidi Beutin will von der Kreisverwaltung jetzt wissen, ob der für Lebensmittelkontrollen zuständige Fachdienst finanziell und personell so ausgestattet ist, dass er die Ziele des Verbraucherschutzes erfüllen kann und ob Transparenz durch die Veröffentlichung von Kontrollen hergestellt wird. „Von den sechs Vollzeitstellen sind derzeit nur fünf besetzt und damit können wir das 100-Prozent-Ziel nicht erreichen“, hatte der zuständige Fachdienstleiter, Frank Brinker, dem Abendblatt gesagt.

Auf eine öffentliche Nennung von Restaurants bei Verstößen verzichte der Kreis Stormarn. Brinker sagte dazu: „Das würde faktisch das Ende des Betriebes bedeuten. Da würde nie mehr jemand essen, auch wenn die Mängel sofort behoben werden würden.“ Stattdessen setzt der Kreis auf eine enge Zusammenarbeit, Beratung und Anschlusskontrollen. „Wenn Hygieneverstöße festgestellt werden, zeigt sich der betroffene Betrieb in aller Regel einsichtig und beseitigt diese umgehend“, sagte Brinker. Das werde anschließend natürlich überprüft. Der Fall, dass ein Restaurant geschlossen werden muss, sei extrem selten und ist im vergangenen Jahr laut Verwaltung nicht vorgekommen.

Mitarbeiter des Kreises müssen 2264 Lebensmittelbetriebe überwachen

Insgesamt muss der Fachdienst in Stormarn derzeit 2264 Lebensmittelbetriebe überwachen. In welchem Intervall die Betriebe besucht werden, erfolgt nach einer individuellen Risikoeinschätzung. „Diese kann ein Kontrollintervall von einigen wenigen Monaten bis zu ein bis zwei Jahren ergeben“, sagte Frank Brinker. 2018 überprüften Stormarner Kontrolleure 1873 Lebensmittelbetriebe. In dieser Zahl sind auch Nach- und Anlasskontrollen aufgrund von Verbraucherbeschwerden enthalten.