Stormarn
Neues Konzept

Bürgerforum Trittau: Es geht um den Radverkehr

Fokussieren sich auf Bedingungen für Radler: Stefan Luft vom Planungsbüro urbanus aus Lübeck (l.) und Bürgermeister Oliver Mesch mit Gemeindefahrrad

Fokussieren sich auf Bedingungen für Radler: Stefan Luft vom Planungsbüro urbanus aus Lübeck (l.) und Bürgermeister Oliver Mesch mit Gemeindefahrrad

Foto: Elvira Nickmann

Gemeinde ruft Einwohner zur regen Beteiligung auf. Planungsexperte wird vor Ort über aktuellen Stand des Radfahrkonzeptes berichten.

Trittau.  Ein fahrradfreundliches Trittau schaffen: Das ist das Ziel des Radverkehrskonzepts, das die Gemeinde in Auftrag gegeben hat. Auf dem Weg dahin plant die Verwaltung ein neues Bürgerforum zum Thema für Donnerstag, 14. November (18 Uhr), im Forum des Gymnasiums (Heinrich-Hertz-Straße 7). Damit wendet sie sich ausdrücklich nicht nur an Radfahrer, sondern an alle Verkehrsteilnehmer. Denn es geht auch darum, wie der ohnehin knappe Platz im öffentlichen Raum am sinnvollsten unter Fußgängern, Rad- und Autofahrern aufgeteilt werden kann.

Somit dürfte für alle Bürger interessant sein, was Stefan Luft vom Planungsbüro urbanus bei der Versammlung zu berichten hat. Der Experte erarbeitet im Team mit der Planungsgemeinschaft Verkehr (PGV) aus Hannover das Radverkehrskonzept. Seit Juni dieses Jahres beschäftigt sich Luft mit der Situation im Ort. Er erhebt eigene Daten und trägt Ergebnisse aus den Sitzungen des offenen Arbeitskreises Radverkehr und beispielsweise solche aus Unfallstatistiken und zur Verkehrsbewegung zusammen. Schüler konnten ihre Sichtweise bei einer Jugendwerkstatt einbringen. Zu den Bedingungen für Radfahrer in der Gemeinde sagt Luft: „Ich habe als externer Gutachter noch einmal einen anderen Blick darauf.“ Beim Bürgerforum gehe es auch darum festzustellen, inwieweit seine Eindrücke mit denen der Einwohner deckungsgleich seien.

Ergebnisse sollen gemeinsam diskutiert werden

„Zu Anfang der Veranstaltung wollen wir noch einmal eine Rückschau halten“, sagt der Planer. Daran soll sich eine etwa einstündige Phase anschließen, in der sich die Teilnehmer in Gruppen mit der Infrastruktur, dem Radwegenetz und der Schulwegsicherung sowie den Faktoren rund um den Fahrradverkehr – wie Beschilderung oder Unterstellmöglichkeiten – auseinandersetzen.

Die Ergebnisse sollen dann gemeinsam diskutiert werden und in einen Aktionsplan einfließen. „Beim Radwegenetz werden wir darüber sprechen, wo die Hauptwege und auch die touristischen Routen liegen“, so Luft. Dabei werde das Gebiet in einem Radius von etwa fünf bis sechs Kilometern abgedeckt. Eine Schwierigkeit sei, dass es für den Ort kein generelles Verkehrskonzept gebe. Klassifizierte Straßen wie Landesstraßen brächten zusätzliche Verkehrsbelastung mit sich und dort könnten nicht ohne Weiteres Radwege oder „Shared Space“-Bereiche gebaut werden. „Ich habe bei Verkehrsminister Buchholz angeregt, die Landesstraße im Bereich Poststraße umzuwidmen“, sagt Mesch. „Nicht alle Konflikte können wir mit einem Radverkehrskonzept lösen“, sagt Luft. Fakt sei auch, dass aus Platz- und Kostengründen nicht überall Radwege gebaut werden könnten.

Bürgermeister Mesch und Planer Luft hoffen darauf, dass viele Einwohner das Bürgerforum nutzen, um ihre Ideen und Vorstellungen einzubringen. Mesch sagt: „Radfahren muss schnell, sicher und bequem sein.“ Eigentlich eigne sich Trittau ideal zum Fahrradfahren, nur fehle die passende Infrastruktur.