Stormarn
Ahrensburg

Schulbegleiter: Gewerkschaft kritisiert Stormarner Vorgehen

Andrea Aust ist seit 2018 Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Stormarn.

Andrea Aust ist seit 2018 Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Stormarn.

Foto: GEW Stormarn / HA

Kreisvorsitzende sagt, es gebe Probleme bei der Genehmigung von Schulbegleitern. Beim Kreis gibt es unterschiedliche Zuständigkeiten.

Ahrensburg. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert die Situation der Schulbegleitung in Stormarn und hat sich an die Bürgerbeauftragte für soziale Angelegenheiten des Landes Schleswig-Holstein gewandt. Sie solle dem Kreis „fachlichere und praxisnähere Verfahrensweisen“ nahelegen. „Immer wieder gibt es Probleme bei der Genehmigung von Schulbegleitern, bei deren Bezahlung, bei der Qualität der Träger sowie bei Ausflügen und Sondersituationen in der Schule“, sagt die Kreisvorsitzende Andrea Aust.

Die Begleiter unterstützen Kinder mit körperlichen oder seelischen Behinderungen oder Verhaltensauffälligkeiten im Schulalltag. Ein Problem sei, dass es beim Kreis unterschiedliche Zuständigkeiten gebe, wer eine solche Hilfe im Einzelfall bewilligt – und zwar je nach Form der Beeinträchtigung. Die Eingliederungshilfe des Sozialamtes kümmere sich um körperlich und geistig beeinträchtigte Schüler, das Jugendamt sei für andere Problemlagen zuständig. Laut Gewerkschaft passiert es immer wieder, dass Kinder zwischen den Ämtern hin- und hergeschoben werden und sie letztlich gar keine Förderung erhalten.

Auswahl der Begleitpersonen von Schulträgern wird kritisiert

Kritik übt die GEW auch an der langen Zeitspanne, bis eine Entscheidung gefällt werde. „Oft dauert es bis kurz vor Schulbeginn, ehe sich klärt, ob eine Schulbegleitung überhaupt bewilligt wird“, sagt Aust, die auch Leiterin der Emil-Nolde-Schule in Bargteheide ist. Die bewilligte Stundenzahl ist nach Ansicht der GEW meist zu gering. „Wie soll ein Kind mit nur zehn Begleitstunden pro Woche durch eine Schulwoche mit 25 Unterrichtsstunden kommen?“, fragt Aust. Problematisch sei zudem, dass für eintägige Schulausflüge ein eigener Antrag gestellt werden müsse, über den dann im Einzelfall entschieden werde.

Die GEW kritisiert auch die Auswahl der Begleitpersonen von den Schulträgern, „die kaum auf ihre Aufgabe vorbereitet werden“, so Aust, und die teilweise unterschiedliche Bezahlung der Mitarbeiter. Wenn ein Kind krank sei, erhielten diese oft kein Geld. Gleiches gelte für die Ferienzeit.