Stormarn
Stapelfeld

Protestler machen mobil gegen MVA-Neubau

So soll die neue Müllverbrennungsanlage in Stapelfeld aussehen.

So soll die neue Müllverbrennungsanlage in Stapelfeld aussehen.

Foto: EEW Energie from Waste

Stapelfelder Vereine informieren Stormarner am 17. September, wie sie Einwendungen gegen MVA-Neubau einreichen können.

Stapelfeld.  Die Bürger-Interessen-Gemeinschaft (BIG!) Stapelfeld und der Verein „Das bessere Müllkonzept“ wollen den Stormarnern zeigen, wie sie Einwendungen gegen den Neubau der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld einreichen können. Der Betreiber EEW Energy from Waste will Mitte 2022 ein neues Müllheizkraftwerk und eine separate Klärschlammverbrennung für schätzungsweise 150 Millionen Euro in Betrieb nehmen. Danach soll die alte MVA abgerissen werden.

Die beiden Initiativen haben für Dienstag, 17. September, einen Info-Abend vorbereitet. Er beginnt um 19 Uhr im Feuerwehrhaus Stapelfeld (Hauptstraße 69). Im Mittelpunkt stehen die Baupläne, gegen die noch bis 2. Oktober Proteste möglich sind. Die Erörterung folgt im Dezember in Großhansdorf.

MVA-Gegner haben Umweltgutachter beauftragt

„Die Veranstaltung soll aufzeigen, welche Möglichkeiten betroffene Anwohner haben, Einwendungen gegen die Kapazitätserweiterung der Verbrennungsanlagen in Stapelfeld vorzubringen“, sagt BIG!-Sprecher Gerhard Schack. Die Vereine berichten, worauf es dabei ankommt.

Die Gegner der neuen Müllverbrennungsanlage nennen beispielhaft einige Problemfelder. So führe die niedrigere Schornsteinhöhe zu höheren Schadstoffbelastungen im direkten Umfeld. Daraus könnten Atembeschwerden, Immunstörungen und Krebserkrankungen resultieren. Kitas und Schulen sowie das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) Höltigbaum seien besonders schutzbedürftig. Die Klärschlammanlage führe zu Überkapazitäten und Mülltourismus. Vorbelastungen seien nicht berücksichtigt worden, Bodenmessungen nicht durchgeführt. Zudem seien im näheren Umkreis massive Wertverluste bei Immobilien zu erwarten.

Weil die Antragsunterlagen von mehr als 6000 Seiten nicht allein zu sichten seien, haben beide Vereine einen Umweltgutachter mit der kritischen Prüfung beauftragt. Um das und auch die tägliche Arbeit der Protestler zu finanzieren, ruft die BIG! Stapelfeld zu Spenden auf ihr Konto auf: IBAN DE45 2135 2240 0179 1253 64. kx