Stormarn
Vorhang auf

Kleines Theater Bargteheide: So läuft der Kino-Neustart

Die Protagonisten aus „Leid und Herrlichkeit“: Regisseur Pedro Almodóvar (Mitte) mit den Schauspielern Raúl Arévalound Penélope Cruz,

Die Protagonisten aus „Leid und Herrlichkeit“: Regisseur Pedro Almodóvar (Mitte) mit den Schauspielern Raúl Arévalound Penélope Cruz,

Foto: Studiocanal

Nach Querelen rund um das Kleine Theater soll es nun mit neuem Schwung losgehen. Start ist am 18. August.

Bargteheide. Mehr Veranstaltungen, mehr Künstler vor Ort – und vor allem mehr Mitbestimmung: Wenn sich am Sonntag, 18. August, der Vorhang des Kleinen Theaters in Bargteheide lüftet, übernimmt zum ersten Mal der Trägerverein die Regie am Filmprojektor. Nach der Theatergala mit Appetithäppchen der neuen Spielzeit erwartet der Vorstand zum Start des Bürgerkinos den Bargteheider Produzenten Günther Russ („Nachtzug nach Lissabon“) als prominenten Gast – und auf der Leinwand das aktuelle Drama „Leid und Herrlichkeit“ von Starregisseur Pedro Almodóvar mit Penélope Cruz in der Hauptrolle.

„In einer Woche ist ein großer Tag für unser Kino“, sagt Norbert Ohl, Bürgermeister der Gemeinde Elmenhorst und neues Vorstandsmitglied des Trägervereins Kleines Theater Bargteheide. „Dann wird endlich der Filmprojektor geliefert und das Kino kann starten.“ Nach dem Aus für das Cinema Paradiso im Dezember hatte der ehemalige Pächter Hans-Peter Jansen den vorhandenen Projektor mitgenommen. Anfang Juni wurden die Fördermittel der Aktivregion Alsterland positiv beschieden. Nun steht fest, dass die Stadt für die Neuanschaffung inklusive Tontechnik lediglich 35 Prozent der Kosten in Höhe knapp 110.000 Euro übernehmen muss – 20.000 Euro weniger, als ursprünglich im Haushalt zurückgestellt.

Probleme bei Absprachen mit Theaterbetrieb

Nach jahrelangem Streit hatte Jansen, der für sein Kinoprogramm mehrfach ausgezeichnet worden war, seinen ausgelaufenen Vertrag nicht verlängert. Als Gründe gab er vor allem die fehlende Wirtschaftlichkeit des Betriebs an, angeblich bedingt durch Probleme bei Absprachen mit dem Theaterbetrieb. Mit dem Trägerverein soll nun alles anders werden, zumal die ehrenamtlichen Mitglieder keinen Gewinn erwirtschaften müssen. „Wir sind nicht fest angestellt und wollen die Filmvorführungen mit Schülern bestreiten“, sagt Joachim Krämer, ebenfalls Vorstand. „Für die Jugendlichen ist es eine tolle Sache. Und für uns die Möglichkeit, ein Defizit zu verhindern.“

Das Programm für die nächsten eineinhalb Monate steht fest und ist im Internet unter www.bargteheide-kino.de abrufbar. Klar sei, dass das Kino als Teil eines integrativen Kulturzentrums anspruchsvolles Programm mit gutem Essen aus dem Restaurant Papillon verknüpfen wolle, sagt Ohl. Durch diese Zusammenarbeit werde es künftig wieder Getränke und Eis im Kino geben. Dies war in den vergangenen Jahren nicht möglich. „Einzig Popcorn können wir wegen des starken Eigengeruchs im Restaurant nicht anbieten“, sagt Ohl.

Originalfilme und Naturdokumentationen

„Langfristig planen wir allerdings, den Eingang nach hinten zu verschieben.“ Neu ist auch, dass Bargteheider Bürger in die Programmgestaltung einbezogen werden. Wünsche und Anregungen werden über die Homepage entgegengenommen, die Beteiligung mit einer monatlichen Verlosung von fünf mal zwei Freikarten honoriert. Kinofans können sich schon jetzt feste Termine eintragen. Jeden ersten Dienstag im Monat (19.30 Uhr) wird ein Originalfilm mit Untertitel gezeigt (23.08. „Yesterday“), jeden dritten Dienstag im Monat (15 Uhr) der besondere Film (17.09. „Der Junge muss an die frische Luft“) und am letzten Sonntag im Monat (19.30 Uhr) ein Klassiker (25.08. „Spiel mir das Lied vom Tod“). Mit dem neuen Programm reagiert der Trägerverein bereits auf Wünsche der Bargteheider und orderte für die ersten Vorführungen entgangene Filme aus 2019.

Zweiter Schwerpunkt seien Umwelt- und Naturfilme wie der Dokumentarfilm „Die Wiese“ oder „Portugal der Wanderfilm“. Das Bürgerkino sei wichtiger Bestandteil des Konzeptes, sagt Ohl. Geplant sei zudem eine enge Zusammenarbeit mit hiesigen Schulen, Vereinen und der Volkshochschule. „Diese Nähe unterscheidet uns von Großstadtkinos“, sagt Ohl. „Jetzt müssen die Bargteheider unser Kino nur noch annehmen.“

Kleines Theater Bargteheide, Hamburger Straße 3. Vorstellungen: wochentags 17 Uhr und 19.30 Uhr, montags und mittwochs geschlossen, sonnabends und sonntags zusätzlich 15 Uhr. Karten für die Eröffnungsgala inkl. anschließenden Film zu fünf Euro auf der Homepage des Kleinen Theaters Bargteheide.