Umwelt

Schüler fordern in Bargteheide mehr Einsatz beim Klimaschutz

Die Vertreter von „Fridays for Future Bargteheide“ stellten ihr Positionspapier vor. Hier Leon Graack, Lea Grobareck, Nils Bollenbach, Kim-Sarah Biehl, Josephine Strehmel und Miriam Petschler.  

Die Vertreter von „Fridays for Future Bargteheide“ stellten ihr Positionspapier vor. Hier Leon Graack, Lea Grobareck, Nils Bollenbach, Kim-Sarah Biehl, Josephine Strehmel und Miriam Petschler.  

Foto: Melissa Jahn

Bargteheider Ortsgruppe der Bewegung „Fridays for Future“ konfrontiert Kommunalpolitiker mit Positionspapier

Bargteheide.  „Die Stadt kann auf diese aktive Gruppe stolz sein“, sagt Ruth Kastner von den Bargteheider Grünen. Um gute Ideen durchzusetzen, benötige man jedoch einen langen Atem. „Der Ausbau unserer Radwege wäre geradezu eine Revolution“, so Kastner.

Mit einem Positionspapier haben die Schüler von „Fridays for Future Bargteheide“ ihre Forderungen konkretisiert und sie nun den Vertretern der örtlichen Fraktionen vorgestellt. Neben Bus- und Radverkehr geht es um mehr Grün in der Stadt und eine generelle Sensibilisierung für das Thema Klimawandel. Dass noch viel getan werden muss, bestätigt auch die Klimaschutzmanagerin der Stadt, Ulrike Lenz. Sie sagt, dass Bargteheide bisher die Klimaschutzziele zu weniger als 50 Prozent erreicht habe.

Schüler fordern erweitertes Busnetz

„Ich komme aus Sülfeld und habe keine Möglichkeit, mit dem Bus zur Schule zu fahren“, sagt Miriam Petschler, Schülerin vom Eckhorst-Gymnasium. „Keine Haltestelle ist fußläufig erreichbar.“ Die Schüler fordern, das Busnetz im Umland zu erweitern, sowie eine engere Taktung im Busfahrplan und günstigere Tarife einzuführen, da ihr Bedarf derzeit nicht ausreichend gedeckt werde. Zudem sei es wichtig, die Radwege auszubauen und zu beleuchten, um Radfahren sicherer und dadurch attraktiver zu machen.

Neben besseren Fahrradstellplätzen geht es den Schülern um Trinkwasserspender an allen Bargteheider Schulen, erneuerbare Energien, den Schutz von Bienen und Insekten, sowie ressourcenschonende Verpackungen – auch auf dem Bargteheider Stadtfest. „Nach den verkaufsoffenen Sonntagen waren die Mülleimer überfüllt und es lag viel Abfall auf der Straße“, sagt Josephine Strehmel von der Anne-Frank-Schule. Statt Einwegplastik sollten auch auf dem Stadtfest Mehrweggeschirr oder andere Alternativen angeboten werden. „Die zentrale Forderung der Bewegung ist, Klimaschutz einfacher zu gestalten“, sagt Ulrike Lenz. „Das wäre schön, weil es für den Einzelnen zurzeit noch schwierig ist.“

Nächste Demo ist für den 24. Mai geplant

Um Klimaschutz geht es auch auf der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Energie am 22. Mai. Neue Ziele müssten entwickelt und alte wieder auf die Agenda gebracht werden, um die selbstgesteckten Zielen von 2012 erreichen zu können. „Wir müssen das Thema Klimaschutz aus der Nische holen und als gemeinsames Zukunftsthema verstehen“, sagt Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht. Da gebe es „definitiv noch Luft nach oben.“

In Bargteheide hatten sich die Schüler im Dezember 2018 der Bewegung „Fridays for Future“ angeschlossen. Nach Vorbild der Schwedin Greta Thunberg kommen sie mit bis zu 350 Mitstreitern zu Demonstrationen zusammen, um die Politik zum Umdenken zu bewegen. Die nächste Demo ist für den 24. Mai geplant.