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Asbest: Hohe Werte auch in anderen Reinbeker Schulräumen

Im Schulzentrum am Mühlenredder lernten bisher rund 700 Jungen und Mädchen

Im Schulzentrum am Mühlenredder lernten bisher rund 700 Jungen und Mädchen

Foto: René Soukup

Der Fund der krebserregenden Fasern wirft bei Experten weiterhin Fragen auf. Jetzt liegen Messungen aus allen drei Stockwerken vor.

Reinbek.  Die Asbestfunde im Schulzentrum Mühlenredder geben den Experten weiterhin Rätsel auf. Nun liegen zwar bis auf wenige Räume Messergebnisse aus allen drei Stockwerken vor. Doch immer noch gibt es keine Erklärung dafür, dass die Werte in einem Trakt des ersten Obergeschosses 13.130 Fasern pro Kubikmeter betragen und im selben Stockwerk auf der anderen Seite im Toleranzbereich von etwa 100 Fasern liegen. Erst ab 1000 besteht „sofortiger Handlungsbedarf“.

Hoch belastete Räume im zweiten Obergeschoss

Im zweiten Obergeschoss setzt sich nun der Eindruck aus dem ersten fort. Betroffen ist der westlich gelegene Bauabschnitt des Gebäudes. Die Brandschutzmauer markiert auch hier die Trennung zwischen Alarmstufe „rot“ links und „grünen“ Werten im rechten Gebäudeteil, in dem theoretisch der Unterricht fortgesetzt werden könnte. In den hoch belasteten Klassenräumen im zweiten Obergeschoss wurden zwischen 1146 und 8753 Fasern pro Kubikmeter Raumluft gemessen.

Förderschule nutzte das erste Obergeschoss

Während das erste Obergeschoss im linken Trakt hauptsächlich durch die Förderschule genutzt wurde, gehören die Räume im zweiten Stock zur Gemeinschaftsschule . „Die unterschiedlichen Belastungen sind allein durch unsere bisherigen Vermutungen nicht zu erklären“, sagt Rathaussprecher Lennart Fey. Das Schulzentrum wurde zwischen 1973 und 1976 in zwei Abschnitten gebaut. Fey: „Auffällig ist, dass erhöhte Faserbelastungen fast ausschließlich im ersten, westlich gelegenen Abschnitt gemessen wurden.“ Es wurden Materialproben aus beiden Abschnitten entnommen, die nun untersucht werden.


Unterschiedliche Werte im Erdgeschoss

Im Erdgeschoss ergibt sich ein differenziertes Bild. Auch hier ist der westliche Bauabschnitt belastet. Fragen ergeben sich aus den unterschiedlichen Werten benachbarter Räumlichkeiten, teils innerhalb eines Bauabschnittes. Ziel sei es, vor den Weihnachtsferien eine Perspektive zu schaffen. Bis Januar, gegebenenfalls auch bis Februar verbleiben die Unterrichtsorte in Reinbek und Wentorf. Danach sollen möglichst alle Unterrichtsräume wieder am Mühlenredder ziehen, um die Schuleinrichtungen an einem Ort zu konzentrieren. Hierzu werden verschiedene Containerlösungen geprüft.