Stormarn
Aktion Stadtradeln

Sieben Kommunen radeln für ein besseres Klima

Foto: René Soukup / HA

Jeder zurückgelegte Kilometer hilft der Umwelt. Bei der Aktion Stadtradeln sind nun auch Reinfeld und Barsbüttel dabei. Teilnahme kostelnlos.

ad Oldesloe.  Auf Stormarns Straßen sind immer mehr Fahrzeuge unterwegs. Die Zahl der zugelassenen Autos im Kreis stieg von 103.361 in 2005 auf 191.503 Ende vergangenen Jahres. In einigen Gebieten steht laut Isa Reher, der Klimaschutzmanagerin des Kreises, pro Autofahrer mehr als ein Fahrzeug zur Verfügung. Sie sagt: „Wir müssen in diesem Bereich von den vielen Kilometern runter und die Wege umweltfreundlicher zurücklegen.“ Deshalb treten Mitarbeiter der Kreisverwaltung genauso wie die Einwohner von sieben Stormarner Kommunen in die Pedalen.

Sie sind beim Stadtradeln, einer Aktion, die 2008 vom Klima-Bündnis ins Leben gerufen wurde und dem Schutz der Umwelt sowie der Radverkehrsförderung dient, dabei. Neben Ahrensburg, Reinbek, Bad Oldesloe, Bargteheide sowie Trittau, die schon 2015 am Start waren, machen nun auch Reinfeld und Barsbüttel mit. Neu ist auch, dass die Kommunen nicht nur für sich selbst Kilometerpunkte sammeln, sondern auch für den Kreis.

Offene Teams der Kommunen haben Platz für Stormarner

Gezählt wird im Zeitraum vom 4. bis 24. Juni. Zum Auftakt ist eine Sternfahrt nach Lütjensee geplant. Teilnehmer können sich in den Städten und Gemeinden, aber auch außerhalb abstrampeln. „Wo die Radkilometer zurückgelegt werden, ist nicht relevant, denn Klimaschutz endet an keiner Stadt- oder gar Landesgrenze“, heißt es in den Spielregeln auf www.stadtradeln.de. Wer mitmachen will, muss sich dort auch online anmelden und einem Team beitreten. Alternativ können Teilnehmer auch eine eigene Mannschaft gründen. Das alles ist kostenfrei.

Klimaschutzmanagerin Reher hofft, dass sie Mitstreiter auch in Glinde oder Hamberge findet. Denn in allen Kommunen und beim Kreis gibt es offene Teams. Hier kann jeder mitfahren. Die Barsbütteler Mannschaft „RADhaus“ ist hingegen nur für Mitarbeiter der Verwaltung gedacht. Für Ahrensburg gehen zum Beispiel die Basler AG sowie die Grünen auf Kilometerjagd. Unterstützung erhalten die Kommunen vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), der während des Aktionszeitraum Radtouren plant und Fahrradcodierungen anbietet.

Bis Donnerstagabend hatten sich mehr als 200 Teilnehmer für 52 Teams angemeldet. Erfahrungsgemäß registrierten sich die meisten Radfahrer jedoch erst kurz vor dem Beginn der Aktion, sagt Isa Reher. Auch ist es noch möglich, sich nach dem 4. Juni anzumelden. Die zurückgelegte Strecke tragen die Teilnehmer online ein. Mit Hilfe einer Karte werden automatisch die Kilometer errechnet.

Im vergangenen Jahr nahmen beachtliche 3310 Stormarner an der Aktion teil und legten dabei genau 362.631 Kilometer zurück. Das entspricht ungefähr 9,05 Erdumrundungen auf der Äquatorlinie. Die Umweltbilanz: 52.218 Kilogramm Kohlendioxid wurden während der Aktionswochen eingespart – jedenfalls in der Annahme, dass jeder einzelne Stadtradeln-Kilometer anderenfalls mit einem Auto zurückgelegt worden wäre.

„Wir peilen in diesem Jahr einen Rekord an. 15 Erdumrundungen sind das Ziel“, sagt Reher. Um möglichst viele Stormarner zu animieren, hat sie auch Schulen angeschrieben. Landrat Henning Görtz geht genauso mit gutem Beispiel voran wie die Bürgermeister Björn Warmer (Reinbek), Heiko Gerstmann (Reinfeld), Oliver Mesch (Trittau) und Thomas Schreitmüller (Barsbüttel), die alle mitradeln. „Ich bin in meiner Zeit als Bargteheider Bürgermeister von Beginn an dabei gewesen. Es ist eine tolle Aktion, die immer größeren Zuspruch findet“, sagt Görtz.

2015 hatten sich in Bargteheide mit 1678 die meisten Teilnehmer angemeldet, sie kamen auf 168.252 Kilometer – durchschnittlich etwas mehr als 100 Kilometer pro Person. In Ahrensburg fuhren 219 Radfahrer 25.918 Kilometer (118 Kilometer pro Person). Deutlich weitere Strecken legten die Oldesloer und die Reinbeker zurück: 495 Radfahrer in der Kreisstadt trugen zusammen 77.514 Kilometer in ihre Fahrtenbücher ein, was einer durchschnittlichen Pro-Kopf-Leistung von 156 Kilometern entspricht. In der südlichsten Stadt Stormarns, in Reinbek, kamen 285 Menschen auf zusammen 45.042 Kilometer, das sind sogar durchschnittlich 158 pro Teilnehmer.

Auf diesen Radtouren können die Stormarner mitfahren

Am Sonnabend, 4. Juni, gibt es die erste Sternfahrt zum Lütjensee. Für die Reinbeker wird es die weiteste Radstrecke sein, nämlich 24 Kilometer. Los geht es um 10 Uhr vom Reinbeker Rathaus. Aber auch die Teilnehmer aus Bad Oldesloe müssen kräftig in die Pedalen treten. Um 10 Uhr starten die Radfahrer vom Bahnhofsvorplatz der Kreisstadt für die 23 Kilometer lange Strecke. Sehr wenige Kilometer sammelt bei dieser Fahrt Trittau. Hier sind es ab dem Mühlenteich gerade einmal neun Kilometer. Eine weitere Sternradtour am 19. Juni führt die Stormarner nach Hamburg. Zusätzlich bietet der Allgemeine Deutsche Fahrradclub Bad Oldesloe jeden Mittwoch um 18 Uhr ab dem Bahnhofs-Vorplatz eine Feierabend-Radtour an. Am 8. Juni heißt das Motto: „Do wör wi mol tuhus“. Die Strecke ist 36 Kilometer lang. Die Fahrzeit beträgt etwa dreieinhalb Stunden. Die nächste Tour nach der Arbeit ist am 15. Juni und trägt den Titel „Eine der schönsten“. Für die 32 Kilometer lange Tour sind rund drei Stunden eingeplant. Die letzte Feierabendtour ist am 22. Juni und nennt sich „Ne richtig gute Abfahrt“.

Barsbüttel organisiert für den 18. Juni eine Radtour, bei der Holzpellet- und Solaranlagen in Willinghusen, Stemwarde, Stellau und Barsbüttel besichtigt werden. Start ist um 10 Uhr an der Turnhalle der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule.

Alle Termine und Hinweise für Radtouren in Stormarn sowie Infos zur Aktion Stadtradeln
gibt es im Internet auf www.stadtradeln.de